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Andacht

Jakobus 3,1-12

Lehrer, seid auf der Hut

In Jakobus 3,1-12 sehen wir: Jesus lässt nicht zu, dass wir dem ruhelosen und unnatürlichen Bösen verfallen, zu dem unsere Zunge fähig ist.

Was geschieht hier?

Jakobus warnt Leiter, die dafür verantwortlich sind, andere zu lehren: Sie werden nach einem strengeren Maßstab beurteilt (Jakobus 3,1). Die meisten Menschen haben Mühe, ihre Worte zu beherrschen – doch die Autorität eines Lehrers beruht gerade auf seinen Worten. Deshalb muss es für Lehrer oberste Priorität haben, ihre Zunge im Zaum zu halten (Jakobus 3,2). Wenn ihnen das nicht gelingt, ist die Katastrophe nicht weit. Jakobus veranschaulicht diese Warnung mit mehreren kurzen Beispielen.

Pferde, Schiffe und Waldbrände werden alle von vergleichsweise winzigen Dingen auf ihren Weg geschickt. Genauso lenkt die Zunge eines Lehrers das Leben ganzer Gemeinschaften. Wie das Zaumzeug beim Pferd oder das Steuerruder beim Schiff können seine Worte Menschen zum Guten führen. Doch Jakobus warnt: Obwohl die Zunge ein kleiner und verborgener Teil des Körpers ist, birgt sie die ganze zerstörerische Kraft eines Funkens im trockenen Gras (Jakobus 3,3-6). Ist das Feuer einmal entfacht, lässt es sich nicht mehr bändigen. Und obwohl Menschen jede Art von Tier, Vogel und Kriechtier gezähmt haben, bleibt die Zunge ein unzähmbares Wesen (Jakobus 3,7-8). Obwohl sie klein ist, richtet die ungebremste Zunge eines Lehrers verheerenden Schaden an denen an, die ihm anvertraut sind.

Jakobus warnt Lehrer außerdem davor, dass ihre Zunge zu einem unnatürlichen Bösen werden kann. Als Lehrer werden sie wohl lehren, dass Gott der gute und höchste Schöpfer ist. Doch mit demselben Mund verfluchen und erniedrigen sie genauso leicht die Menschen, die Gott geschaffen hat. So soll es nicht sein, und es ist widernatürlich, dass es so ist (Jakobus 3,9-10). Feigenbäume bringen Feigen hervor und Olivenbäume Oliven. Aus salzigen Quellen fließt salziges Wasser, und frische Quellen geben frisches Wasser (Jakobus 3,11-12). Die Zunge aber ist meist anders als alles, was man in der Natur findet. Sie bringt Lob und Fluch zugleich hervor. Lehrer müssen hart daran arbeiten, ihre Zunge zu beherrschen. Sie müssen ihren Mund in Einklang bringen mit dem Rest von Gottes Schöpfung. Und wenn sie das tun, werden sie die Menschen, die ihnen anvertraut sind, beständig segnen und ermutigen.

Wo ist das Evangelium?

Wenn die Zunge eines Lehrers wild um sich schlägt, hinterlassen ihre Worte zerstörte Leben. Schon früher in seinem Brief hat Jakobus betont, dass die Zunge im Zaum gehalten werden muss, denn nur ein bewachter Mund bewahrt Lehrer davor, sich selbst und andere zugrunde zu richten (Jakobus 1,26).

Doch Jakobus ist recht pessimistisch, was die menschliche Fähigkeit angeht, die Zunge zu beherrschen. Das heißt: Nur Gott kann die brennende Macht der Zunge bändigen. Jesus hat Gott genau darum für seine Jünger gebeten. Er wollte, dass Gottes Wort der Wahrheit ihre Zungen verwandelt (Johannes 17,17). Und Gott hat Jesu Gebet erhört. Fünfzig Tage nach Jesu Tod kam sein Heiliger Geist in Zungen wie von Feuer und ließ sich auf seinen Nachfolgern nieder – er verwandelte und zähmte, was keine Person zuvor zähmen konnte (Apostelgeschichte 1,14; 2,4). Die Zungen der Nachfolger Jesu wurden neu geschaffen, und sie lehrten die Frohe Botschaft. So entfachte sich ein Flächenbrand des Segens und der Ermutigung für die Menschen, die ihnen anvertraut waren (Apostelgeschichte 2,6-7).

Seit jenem Tag ist die unzähmbare Zunge der zähmenden Kraft Jesu nicht mehr gewachsen. Der Heilige Geist kann unsere Zunge so lenken, dass wir andere immer beständiger segnen. Natürlich mag uns das auch misslingen. Doch Judas (der Bruder von Jakobus und Jesus) schrieb, dass Gott uns vor dem Fallen bewahren und ohne Schuld vor sich treten lassen kann (Judas 24-25). Jesus lässt nicht zu, dass wir dem ruhelosen und unnatürlichen Bösen verfallen, zu dem unsere Zunge fähig ist. Wo die Zunge leichtsinnig und unzuverlässig ist, da ist Jesus fest und treu. Er lenkt sein Volk immer in die richtige Richtung. Er zäumt selbst die widerspenstigste Zunge und bringt sie unter seine Herrschaft, damit sie Gott lobt und Segen in die Gemeinschaften trägt.

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der die Zunge zähmt. Und mögest du Jesus als den erkennen, der seinen Geist sendet, um dich mit Worten des Segens für die Menschen zu füllen, die dir anvertraut sind.

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