Was geschieht hier?
Im Buch Josua geht es darum, in den Garten Eden zurückzukehren. Doch das Gelobte Land ist nicht mehr vollkommen, es ist voller Feinde. Und nach dem Tod von Mose ist es Josuas Aufgabe, Gottes Volk zurück in Gottes gutes Land zu führen und es zu erneuern.
Josua war in der Wüste der enge Mitarbeiter von Mose. Er war mit Mose auf dem Berg Sinai und sah Gottes Gegenwart (2. Mose 24,13). Schon im Buch Numeri (auch: Buch der Zahlen) weigerte sich Israel, Gott zu vertrauen, als er sagte, sie sollten das Gelobte Land in Besitz nehmen (4. Mose 13,31). Sie hatten zu viel Angst. Israels Kleinmut und Unglaube führten dazu, dass sie 40 Jahre lang außerhalb ihres Gelobten Landes umherirrten (4. Mose 14,44).
Josua aber glaubte immer daran, dass Gott ihnen das Land geben würde, selbst wenn es unmöglich schien (4. Mose 14,8). Nach 40 Jahren sagt Gott zu Josua, dass er Israel das Land Kanaan nun endlich als Geschenk gibt (Josua 1,2). Alle Feinde Israels werden besiegt werden, denn Gott wird mit ihnen sein (Josua 1,5). Doch diese neue Generation Israels muss mutig sein – anders als die Generation zuvor (Josua 1,8).
Dreimal sagt Gott zu Josua und Israel, dass er „mit ihnen“ ist. Viermal befiehlt er ihnen, „mutig und stark“ zu sein (Josua 1,6-7.9.18).
Nachdem Josua Gottes Marschbefehl empfangen hat, wendet er sich an die Verantwortlichen des Volkes und sagt ihnen, dass sie drei Tage Zeit zur Vorbereitung haben, bevor sie das Land in Besitz nehmen (Josua 1,10-11). Einmütig nehmen die Verantwortlichen Josua als Nachfolger von Mose an und bereiten sich darauf vor, das Gelobte Land einzunehmen (Josua 1,16).
Wo ist das Evangelium?
Wenn wir sehen wollen, wie Gottes Königreich kommt, wenn wir in Gottes Gelobtes Land des Friedens gelangen und eine Erneuerung Edens erleben wollen, dann müssen wir mutig und stark sein. Doch mutig und stark zu sein hat nichts damit zu tun, wie viele Kämpfe wir schon geführt und gewonnen haben; es geht darum, darauf zu vertrauen, dass Gott mit uns ist – und dann so zu handeln, als wäre es wahr. So weist Gott Israel an, das Land Kanaan zu seinem Königreich zu machen.
Und genauso sagt uns Jesus, wie sein Königreich sich auf der Erde ausbreitet. Als Jesus seine Jünger aussendet, um alle Völker der Welt zu taufen und sie zu lehren, ihm zu gehorchen, erinnert er sie daran, dass er immer bei ihnen ist, bis zum Ende der Welt (Matthäus 28,20).
Es ist Gottes Gegenwart – nicht unsere Kraft, unsere Überzeugungskunst oder unsere Politik –, die Gottes Königreich kommen lässt. Tatsächlich muss Josua in vielen der Kämpfe, die vor ihm liegen, kaum das Schwert erheben. Gott sucht keine Krieger und keine geistlich herausragenden Personen. Er sucht Menschen, die ihm ihre Feigheit übergeben. Er will Menschen, die auf die Kampflinie zulaufen, weil sie wissen: Gott ist mit ihnen.
Wenn wir mutig darauf vertrauen, dass Jesus Immanuel ist – Gott mit uns –, dann bringt Jesus sein Königreich, den endgültigen Garten Eden, ein großes Stück näher.
Wenn du dich also bedrängt fühlst, wenn du Angst hast vor dem, was der Tag bringen könnte, oder wenn du vor dem Konflikt weglaufen willst, statt auf ihn zuzugehen: Sei mutig und stark. Gott ist mit dir. Er kommt nicht als militärische Macht, sondern als eine Person, die tapfer gegen das Grab gekämpft und gesiegt hat (1. Korinther 15,24-26). Er hat sogar seinen todüberwindenden Geist in dich hineingelegt. Gott ist dir näher, als er es Josua je war. Jesus sagt, dass sein Geist in uns besser ist, als wenn er direkt neben uns stünde (Johannes 16,7).
Also sei mutig und stark in Jesus! Wenn Gott für dich ist, wer kann dann gegen dich sein (Römer 8,31)?
Sieh es selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der mit uns ist. Und mögest du Jesus als den sehen, der seinen Heiligen Geist sendet, damit er immer bei uns ist.

