Was geschieht hier?
Dieser Abschnitt beginnt mit einem der wichtigsten Momente im ganzen Buch Josua: Der Tabernakel wird aufgestellt, und das Land ist unterworfen (Josua 18,1).
Das Land Kanaan sollte Israels neuer Garten Eden sein – mit besiegten Feinden. Das Einzige, was noch fehlte, war das Kommen der Gegenwart Gottes. Deshalb ist der Tabernakel, der Ort, an dem Gottes Gegenwart wohnen sollte, so bedeutsam. Er markiert den Anfang eines neuen Eden.
Die Verbindung zu Eden wird durch die sieben Stämme unterstrichen, die ihr Erbe noch nicht erhalten haben (Josua 18,2). So wie Gott Eden in sieben Tagen schuf und dann ruhte (1. Mose 2,2), so bekommen die sieben Stämme Israels in ihrem neuen Eden Ruhe vom Krieg (Josua 11,23).
Uns wird außerdem gesagt, dass das Land unterworfen vor ihnen lag – so wie Adam und Eva den Auftrag hatten, die Erde zu unterwerfen und zu bevölkern (1. Mose 1,28). Während Israel das Land Kanaan unterwirft, erfüllt sich dieser Auftrag!
Gottes Vorhaben, einen neuen Garten Eden zu schaffen, in dem er Gemeinschaft mit seinem Volk haben kann, ist – zumindest teilweise – durch Israel Wirklichkeit geworden.
Wo ist das Evangelium?
Viele Jahre nach Josua sah der Prophet Hesekiel eine Vision von einer Zeit, in der Gott das Land erneut an die Stämme Israels verteilen würde (Hesekiel 47,13). Es wäre eine endgültige Landverteilung, die das endgültige Eden herbeibringen würde. Und der Name der Stadt würde lauten: „Der Herr ist dort“ (Hesekiel 48,35b).
Diese Stadt und der endgültige Garten Eden kommen in Jesus. Der Apostel Johannes beginnt sein Evangelium mit denselben Worten, mit denen 1. Mose 1 beginnt: „Am Anfang ...“ (Johannes 1,1). Und so wie Josua und Hesekiel darauf hofften, dass Gott bei seinem Volk sein würde – sei es in einer neuen Stadt oder in einem neuen Tabernakel –, so war Jesus Gott selbst, als er unter uns lebte. Sein Name bedeutet sogar „Gott mit uns“ (Matthäus 1,23).
Wie Josua kam Jesus in ein Land, das von der Sünde erobert war, und unterwarf das Böse und die Feinde dort. Er heilte die Kranken. Er befreite die Unterdrückten. Und er besiegte die Sünde, als er von den Toten auferstand. Dank Jesus bleibt für die Bürger seines Reiches nichts mehr übrig als Ruhe.
Und wenn Jesus zurückkommt, wird er den endgültigen und vollkommenen Garten Eden schaffen (Offenbarung 22,2). In einem Akt neuer Schöpfung wird Jesus sagen: „Ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). Und er wird die ganze Erde unterwerfen, seine Gegenwart anstelle eines Tabernakels aufrichten, seinem Volk Land zuteilen und uns ewige Ruhe geben.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der sich danach sehnt, bei uns zu wohnen. Und mögest du Jesus als den sehen, der Sünde und Tod unterwirft, um alles neu zu machen.

