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Andacht

Psalm 109

Der fürbittende Priester

In Psalm 109 sehen wir, dass Jesus unser endgültiger Priester ist, der für seine Feinde Fürbitte hält und die Verfluchten zu seiner Rechten bringt, um sie gesegnet zu nennen.

Was geschieht

Die Psalmen 108, 109 und 110 bilden eine Trilogie, die davon erzählt, wie Gott sein verheißenes Reich auf der Erde durch Israels vorbildhaften König David aufbauen wird. Der erste Psalm dieser Trilogie, Psalm 108, stellte David als siegreichen König in den Mittelpunkt. Dieser mittlere Psalm, 109, hebt David als fürbittenden Priester hervor. 

Innere Feinde in Israel verschwören sich gegen David und die Stellung, in die er erwählt wurde. Aus Davids früheren Freunden sind Feinde geworden; sie verfluchen ihn und klagen ihn zu Unrecht an (Psalm 109,2-5). Die, die David selbst als Anführer eingesetzt hat, wenden sich nun gegen ihn und stellen sich ihm entgegen. Diese Anschuldigungen gegen Gottes erwählten Anführer bedrohen Israels Stabilität und Davids Legitimität. Gottes Volk braucht einen fürbittenden Priester, damit es Gott sagen hört, dass Davids Ankläger Lügner sind. Priester treten zwischen Gott und Mensch ein und offenbaren, wer gesegnet und wer verflucht ist. So bittet David auf priesterliche Weise Gott, durch ihn zu sprechen und zu benennen, wer gesegnet und wer verflucht ist (Psalm 109,1; Psalm 109,8-20). 

Davids Gegner haben durch ihre Täuschung und ihre falschen Anschuldigungen gezeigt, dass sie wie die Schlange im Garten Eden sind, die als Erste Gottes Volk betrogen hat. Deshalb bittet David Gott, seine Gegner ihrem eigenen Gegner auszuliefern, einem Ankläger – das ist das Wort für „Satan“. Mit diesem Gegner zu ihrer Rechten werden sie als das entlarvt, was sie sind, sie verlieren ihre Führungsposition und empfangen den Fluch, den sie auf ihn legen wollen (Psalm 109,6; Psalm 109,29). Im Garten Eden verfluchte Gott die Schlange, die sein gesegnetes Volk belogen hatte, und kündigte ihr an, dass ihre Nachkommenschaft enden würde. Ebenso sprechen Davids priesterliche Worte größtenteils vom Ende seiner schlangengleichen Feinde und vom Ende ihrer Nachkommenschaft (Psalm 109,6-15). Wie ein Priester erklärt David seine Gegner zu Recht für verflucht.  

David setzt sein priesterliches Gebet fort, indem er einen Segen ausspricht (Psalm 109,21). Die, denen Gott seinen Segen versprochen hat, sind die, die verflucht scheinen – die Armen, die Hungernden und die Beschämten (Psalm 109,22-25). Und so verkündet David, der Gottes Worte für das Volk spricht: Auch wenn alle sie verfluchen, werden sie doch gesegnet sein (Psalm 109,28). Israel, sein erwählter Anführer und sein gesegnetes Königreich werden gerettet werden – wegen Gottes nie endender Liebe, die versprochen hat, sein Volk zu segnen und seine Gegner zu verfluchen (Psalm 109,26). David schließt damit, dass er singt: Gott steht ihm zur Rechten und ist nicht ein Gegner wie Satan (Psalm 109,30-31). Während Satan Davids Feinden als Gegner gegenübersteht, um sie zu verfluchen, steht Gott an Davids Seite, um ihn zu segnen. Gott wird Israel aus Anschuldigungen und Flüchen retten und es befreien, damit es ein Segen für die Welt ist.                                                   

Wo ist das Evangelium?            

Wie bei David wurde auch Jesu eigener Freund zu seinem Feind. Judas war einer von Jesu engsten Freunden, doch Satan, der Gegner, wurde Judas’ rechte Hand. Judas lieferte Jesus denen aus, die ihn anklagen und verfluchen würden. Jesu Nachfolger brachten Judas’ Handeln mit dem Handeln von Davids Gegnern in Psalm 109 in Verbindung. Wie Davids Feinde verlor Judas seine Führungsposition unter den Aposteln und wurde Satan ausgeliefert. In Judas’ selbst herbeigeführtem Tod sehen wir den Fluch dort fallen, wohin er gehört: nicht auf Jesus, sondern auf seine Gegner (Apostelgeschichte 1,20). 

Doch überraschenderweise sprach Jesus, als er von Gegnern umgeben an einem verfluchten Holz hing, keinen Fluch über die aus, die den Fluch verdient hätten. Er trat für seine Ankläger und Mörder ein und bat Gott, ihnen zu vergeben, während sie ihn quälten (Lukas 23,34). Ja, Jesus segnete sogar den verfluchten Mörder, der zu seiner Rechten am Kreuz starb. Jesus versprach ihm, ihn noch am selben Tag in ein Paradies wie Eden zu bringen, wo kein Gegner ihn je wieder verfluchen könnte (Lukas 23,43). 

Von Anfang an hat der Gegner, Satan, versucht, die Menschheit zu verfluchen. Er hat versucht, sie in seine Nachkommenschaft hineinzuziehen, indem er sich zur rechten Hand ihres Untergangs machte. Doch Jesus schneidet die verfluchte Nachkommenschaft der Schlange ab, indem er Menschen in seine gesegnete Nachkommenschaft hineinbringt. Wie der Mörder, der am Kreuz für verflucht erklärt wurde, bringt Jesus uns zu seiner Rechten und erklärt uns stattdessen für gesegnet. Er befreit uns von den Anschuldigungen des Gegners und bringt uns in sein gesegnetes Paradies. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der entschlossen ist, sein Volk mitten in einer verfluchten Welt zu segnen. Und mögest du Jesus als unseren endgültigen Priester sehen, der die Verfluchten zu seiner Rechten bringt und sie gesegnet nennt.

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