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Andacht

Sacharja 1-2

Gott kehrt zu seinem Volk zurück

In Sacharja 1–2 sehen wir, dass Jesus Gottes Gegenwart und Gottes Schutz in menschlicher Gestalt ist – er baut Gottes Tempel durch seinen Tod und seine Auferstehung wieder auf und sendet seinen Geist als Mauer aus Feuer um sein Volk.

Was passiert hier?

Gottes Tempel in Jerusalem war ein sichtbares Zeichen für Gottes Versprechen, bei seinem Volk zu sein und es zu beschützen. Doch als Antwort auf das Böse, das Israel in der Vergangenheit getan hatte, sandte Gott Babylon, um diesen Tempel zu zerstören (Sacharja 1,2.4). Seitdem sind 70 Jahre vergangen, und die Generation, die für Israels Untergang verantwortlich war, ist begraben (Sacharja 1,5). Aber Gottes Versprechen, bei seinem Volk zu sein und es zu beschützen, gilt weiterhin (Sacharja 1,6). Wenn Gottes Volk über das Böse, das es getan hat, und über seine Sünde Buße tut, wird Gott zu ihm zurückkehren (Sacharja 1,3). Und als sichtbaren Ausdruck dieser Buße soll Gottes Volk den Tempel wieder aufbauen. 

Voller Hoffnung gibt Gott dem Propheten Sacharja drei Visionen, die sein Volk ermutigen sollen, mit dem Wiederaufbau zu beginnen. In der ersten Vision tritt Sacharja, begleitet von einem Engel, zu einer Gruppe von Reitern, die gerade die ganze Erde durchstreift haben (Sacharja 1,8-10). Sie berichten, dass weltweit Frieden herrscht (Sacharja 1,11). Da fragt der Engel Gott: Wenn das so ist, warum hat sein Volk dann seit 70 Jahren keinen Frieden gehabt (Sacharja 1,12)? Doch Gott sagt, diese Zeit ist vorbei. Babylon wird für seine Grausamkeit gerichtet werden, und Gott wird bald bei seinem Volk gegenwärtig sein. Zur Vorbereitung sollen sie beginnen, seinen Tempel wieder aufzubauen (Sacharja 1,14-17)

In der zweiten Vision sieht Sacharja vier bedrohliche Hörner (Sacharja 1,18-19). Als er fragt, was sie bedeuten, wird ihm gesagt, dass die Hörner die Bedrohung durch die feindlichen Völker darstellen. Doch dann sieht Sacharja vier Handwerker auf die Hörner zukommen. Es sind Tempelhandwerker, die für den Wiederaufbau des Tempels zuständig sind. Der Engel erklärt: Nicht Schwerter werden ihre Feinde zurückdrängen, sondern das Können von Metallhandwerkern und Künstlern, die den Tempel wiederherstellen (Sacharja 1,20-21). 

In der dritten Vision sieht Sacharja dann einen jungen Mann, der aufbricht, um die Grenzen Jerusalems abzumessen (Sacharja 2,1-2). Doch ein Engel unterbricht seine Arbeit und sagt, Jerusalem werde eine so große Stadt sein, dass sie keine Grenzen und keine Mauern braucht. Stattdessen wird Gott selbst wie eine Mauer aus Feuer um die Stadt herum sein (Sacharja 2,3-5). Wo auch immer Gottes Volk jetzt lebt: Es soll Zuflucht in diesem neuen Jerusalem suchen. Wenn sie kommen, verspricht Sacharja, wird jeder Feind, der versucht, ihnen zu schaden, vernichtet werden (Sacharja 2,6-9). Wenn Gottes Volk den Tempel wieder aufbaut, verspricht Gott, dass er kommen und bei seinem Volk wohnen und es wie eine Mauer aus Feuer beschützen wird (Sacharja 2,10-11). 

Wo ist das Evangelium?

Zur Zeit Jesu war der Tempel wieder aufgebaut. Aber die Versprechen, die Sacharja weitergegeben hatte, waren keine Wirklichkeit geworden. Denn obwohl Gottes Volk Gottes Tempel wieder aufbaute, tat es das ohne Buße über das Böse, das überhaupt erst zu seiner Zerstörung geführt hatte. An Israels tragischer Geschichte lernen wir: Gottes Gegenwart und Gottes Schutz können nicht von fehlbaren Menschen oder durch das Bauen eines Tempels aus Stein sichergestellt werden. 

Darum sendet Gott Jesus – seinen unfehlbaren Schutz und seine unfehlbare Gegenwart – in menschlicher Gestalt (Hebräer 1,3). Bei seiner Geburt verkündete (genau wie die Reiter) eine Schar von Engeln, dass endlich Frieden auf die Erde gekommen ist (Lukas 2,14). Und als Sohn eines einfachen Handwerkers würde Jesus derjenige sein, der Gottes Tempel wieder aufbaut und die Feinde des Volkes Gottes zurückdrängt (Kolosser 2,15). 

Doch um Gottes Tempel wieder aufzubauen, musste er ihn zuerst niederreißen. Als Gericht über das Böse in Israels Vergangenheit wurde der Tempel des Leibes Jesu zerstört (Johannes 2,19-21). Aber drei Tage später stand Jesus von den Toten auf. Gottes Tempel würde niemals wieder zerstört werden. Und Gottes Gegenwart und Gottes Schutz für die Seinen werden niemals aufhören, für uns und mit uns zu sein (Matthäus 28,20). Jesus sandte sogar seinen Geist als Feuer und erfüllte damit Sacharjas Vision von einer ewigen Mauer aus Gottes gewaltiger Schutzmacht (Apostelgeschichte 2,3-4).

Wo wir auch leben: Gottes schützende Gegenwart ist bei allen, die darauf vertrauen, dass Jesus ihr einziger Tempel ist. Der Apostel Petrus sagt, dass wir selbst lebendige Steine eines fortlaufenden Projekts sind, einen weltweiten und ewigen Tempel zu bauen (1. Petrus 2,5). Wenn wir hinausgehen und andere über Jesus lehren, erweitern wir auch die Grenzen von Gottes feurigem Schutz – nicht nur gegen Heere, sondern gegen das Böse, die Sünde und den Tod. Beteilige dich also an Gottes Wiederaufbauprojekt, in der Hoffnung, dass schon bald die ganze Welt von Gottes Gegenwart und Gottes Schutz erfüllt sein wird.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der zu seinem Volk zurückkehrt. Und mögest du Jesus als den sehen, der Gottes Tempel in sich selbst wieder aufgebaut hat. 

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