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Andacht

Sacharja 12-13

Der durchbohrte Befehlshaber

In Sacharja 12-13 sehen wir, dass Jesus unser göttlicher Befehlshaber ist, der für unsere Sünden durchbohrt wurde und durch sein Blut und Wasser eine Quelle der Reinigung eröffnet hat.

Was passiert hier?

Sacharja weissagt, dass Gott sein Volk zum Sieg über seine Feinde führen wird – doch um einen hohen Preis für ihn selbst. Schon bald wird Jerusalem zum Zentrum eines weltweiten Konflikts (Sacharja 12,2). Weil die Völker so besessen davon sind, Jerusalem untergehen zu sehen, wird die Stadt für sie wie ein Becher mit berauschendem Wein. Doch die Gewalt, die sie ihr zufügen wollen, fällt auf sie selbst zurück (Sacharja 12,3). Gott selbst wird einer der Befehlshaber Israels und kämpft für Jerusalem. Als Befehlshaber schlägt er die Pferde der Feinde mit Panik und ihre Reiter mit Wahnsinn (Sacharja 12,4). Mit Gott als ihrem Befehlshaber ist das Volk Gottes wie ein unaufhaltsames Feuer, und alle Feinde, die es wagen, sich Jerusalem zu nähern, verbrennen (Sacharja 12,5-8). Doch mitten im Kampf wird Gott auf irgendeine Weise von seinem eigenen Volk mit einem Schwert durchbohrt (Sacharja 12,10). Und ganz Jerusalem weint um seinen gefallenen Befehlshaber (Sacharja 12,11-14).

Aber mitten in der Trauer öffnet Gott eine Quelle, die genau dieses Volk – dasselbe, das gerade seinen Erlöser getötet hat – von seiner Sünde reinigt (Sacharja 13,1). Das Wasser dieser Quelle strömt über und wird zu einem Fluss, der durch das ganze übrige Land fließt. Er schwemmt alles Unreine und Unmoralische weg. Israels falsche Götter und Propheten ertrinken, und Gottes Volk wird von seinen Sünden reingewaschen (Sacharja 13,2-3).

Dann beschreibt Sacharja, wie Gott die Bewohner Jerusalems noch weiter läutern und von ihrer Sünde reinigen wird. Er wird den Anführer Jerusalems schlagen, der die Verantwortung trug, als Gott starb, während er als ihr Befehlshaber auftrat. Nach dem Tod dieses Anführers werden sich zwei Drittel Jerusalems wie verschreckte Schafe zerstreuen (Sacharja 13,7), und ein geläutertes Drittel bleibt übrig, das Gott sein Volk nennen wird und das Gott als seinen einzigen Gott bekennt (Sacharja 13,8-9).

Wo ist das Evangelium?

Der Befehlshaber der Heere Gottes, der von seinem eigenen Volk durchbohrt wird, ist Jesus. Vor langer Zeit sagte Gott zu Eva, dass die Menschheit für immer im Krieg mit Satan und dem Bösen stehen würde. Doch Gott versprach auch, dass die Feindschaft zwischen seinem Volk und dem Bösen enden würde, sobald einer von Evas Söhnen im Kampf verwundet würde (1. Mose 3,15). Und der Kampf, den Sacharja beschreibt, geschah an dem Tag, als Jesus gekreuzigt wurde. Das einzige Mal in der Geschichte, dass Gott geblutet hat und gestorben ist, war, als Jesus – Gott, der Mensch geworden war – durch die Hände seines eigenen Volkes starb (Apostelgeschichte 2,23). 

Doch als Jesus am Kreuz durchbohrt wurde, war das nicht bloß eine Tragödie. Wie bei allen Kriegern, die fallen, war Jesu Tod ein Schlachtopfer. Aus seiner durchbohrten Seite floss eine Quelle von Blut und Wasser, die jeden Menschen von seiner Sünde reinigen kann – sogar die, die ihn getötet haben (Johannes 19,34-37; Lukas 23,34). Jesus wurde für alle unsere Sünden durchbohrt (Jesaja 53,5). Und wenn wir über Jesu Tod trauern, werden wir durch das Blut, das er vergossen hat, und durch das Schlachtopfer, das er gebracht hat, gerettet. 

Wenn wir Jesus vertrauen, dass er uns reinigt, brauchen wir nicht zu befürchten, dass Gott eines Tages der Befehlshaber eines Heeres wird, das uns vernichten will, weil wir den guten Kampf nicht früher, nicht härter oder nicht intensiver gekämpft haben. Jesus ist unser Anführer. Und wie der Anführer, der in Sacharja geschlagen wird, stirbt Jesus als Stellvertreter seines ganzen Volkes. Er wird geschlagen, damit sein Volk es nicht sein muss – ganz gleich, wie feige wir sein mögen. Selbst Jesu Jünger flohen vor ihm, und doch zitieren wir heute aus ihren Büchern, die Millionen Menschen Jesus nahegebracht haben (Markus 14,27). Vertraue also Jesus, unserem Befehlshaber. Er hat sich selbst geopfert, um uns von unseren Sünden zu befreien, uns von unserer Feigheit zu läutern und uns für immer sein Volk zu nennen. 

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk reinigt. Und mögest du Jesus als unseren Gott erkennen – den, der uns sein Volk nennt.

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