Was geschieht hier?
Nach 70 Jahren in Trümmern ist Gottes Tempel wieder aufgebaut. Sacharja sagt: Das bedeutet, dass Gott schon bald wie ein König nach Jerusalem zurückkehren wird. Wenn er kommt, wird er sein Volk für immer vor dem Bösen und vor Unterdrückung beschützen (Sacharja 9,8). Er wird sogar die Grenzen Jerusalems öffnen und Israels derzeitigen Feinden erlauben, sowohl Bürger als auch Führungspersonen in einem neuen Königreich zu werden (Sacharja 9,7). Und sind sie einmal aufgenommen, wird Gott alle schützen, die sich innerhalb seiner Stadtmauern befinden. Sacharja warnt die feindlichen Städte: Wenn sie sich Gottes Plänen für Jerusalem widersetzen, wird Gott schon bald in den Krieg gegen sie ziehen. Sein Sieg wird unausweichlich sein (Sacharja 9,2-5).
Gottes Volk wird erkennen, dass diese Zeit begonnen hat, wenn ein neuer König auf einem Esel nach Jerusalem einzieht. Sacharja verspricht: Er wird gerecht und unparteiisch sein, und er wird keine Kriege führen müssen, weil Gott die Kriege an seiner Stelle gewinnen wird (Sacharja 9,9a). Anders als die stolzen Könige dieser Welt ist er demütig und wird seine Überlegenheit nicht durch eine Zurschaustellung militärischer Stärke beweisen (Sacharja 9,9b). Tatsächlich wird Gott das Heer dieses Königs entwaffnen (Sacharja 9,10a). Im Vertrauen darauf, dass Gott den ganzen Kampf übernimmt, wird dieser König dann der Welt, die er regiert, Frieden verkünden (Sacharja 9,10b).
Sacharja sagt außerdem, dass Gott an dem Tag, an dem dieser König in seiner Hauptstadt ankommt, sein Volk befreien wird – überall dort, wo es in Sklaverei lebt. Er wird es wieder in Jerusalem willkommen heißen und ihm doppelt so viel geben, wie es verloren hat (Sacharja 9,11-12). Sobald sie innerhalb der Stadtmauern sind, wird Gott in Gewitterwolken über Jerusalem erscheinen (Sacharja 9,14). Auf übernatürliche Weise wird er sein entwaffnetes Volk gebrauchen, um dessen Feinde zu besiegen (Sacharja 9,13). Dann wird das Volk Israel den Sieg und den vollkommenen Frieden feiern, den Gott schenkt (Sacharja 9,15-17).
Wo ist das Evangelium?
Jesus wusste, dass er der König ist, den Sacharja beschrieben hat. Ganz bewusst wählt er einen Esel, um damit nach Jerusalem einzuziehen (Johannes 12,14). Und anders als die stolzen Machthaber Roms und die Führer am Tempel in Jerusalem griff er nicht zu Waffen des Todes und des Krieges, denn sein Königreich ist kein geopolitisches Reich (Johannes 18,36). Stattdessen zog er in Demut nach Jerusalem ein, um sein Volk zu befreien – und er wusste, dass es ihn das Leben kosten würde (Lukas 19,42).
Und tatsächlich: Die imperiale Macht Roms und die Eifersucht der religiösen Führungsschicht brachten ihn um. Es war ein Kriegsakt gegen Gott und sein Königreich. An jenem Tag verdunkelten Gewitterwolken den Himmel über Jerusalem (Matthäus 27,45). Und dann – auf übernatürliche Weise und ohne Schwert – erweckte Gott Jesus von den Toten, als Sieger über die Mächte, die ihn getötet hatten. Jesus sitzt jetzt als König im Himmel, bereit, ein Neues Jerusalem auf die Erde zu bringen (Offenbarung 21,1-2).
Doch Jesus wartet noch darauf, dass sein Königreich und sein Tempel vollendet werden (Matthäus 24,14). Es ist kein Tempel aus Steinen, sondern ein Tempel aus Menschen wie dir und mir (1. Korinther 3,16-17). Als Tempel gilt: Gott ist mit uns, und er wird uns beschützen. Das heißt: Wir können mutig sogar unseren Feinden anbieten, zu Jesu Königreich zu gehören und ein Teil seines immer weiter wachsenden weltweiten Tempels zu werden. Weil wir wissen, dass Jesus König ist und mächtiger als jede Nation, müssen du und ich losgehen und in aller Welt Menschen zu Bürgern von Gottes Königreich machen – in der Hoffnung, dass er bald kommt (Matthäus 28,18-20).
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der uns einen König gegeben hat. Und mögest du Jesus als unseren regierenden König sehen, der uns ausgesandt hat, die Frohe Botschaft zu verkünden: Sein Königreich ist gekommen.

