Was geschieht hier?
Arbeit gehört zu Gottes weisem Plan für das Universum. Im Garten Eden gab Gott Adam und Eva Aufgaben (1. Mose 1,28). In ihrer Arbeit, den Garten zu bewahren und die Erde in Besitz zu nehmen, waren sie vollkommen erfüllt. Erst als unsere ersten Eltern Gottes Weisheit zurückwiesen, wurde die Arbeit zu Mühsal und Plage – Unlust und Faulheit kamen ins Spiel (1. Mose 3,17).
Faulheit ist fleischgewordene Torheit. Sie ist die radikalste Zurückweisung von Gottes Weisheit für die Welt, denn wir sind dazu geschaffen, für Gottes Verherrlichung zu arbeiten. Einige der spöttischsten und bissigsten Bemerkungen im Buch der Sprüche gelten denen, die arbeiten könnten, es aber nicht wollen.
„Wie sich eine Tür in ihren Angeln dreht, so wälzt sich der Faule in seinem Bett“ (Sprüche 26,14).
„Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, aber er ist zu träge, sie zum Mund zurückzuführen“ (Sprüche 19,24; 26,15).
„Wie Essig die Zähne angreift und Rauch die Augen brennt, so ist ein Faulpelz für den, der ihn beauftragt“ (Sprüche 10,26).
Faule Menschen sind nicht nur komisch in ihrer Hingabe an das Nichtstun, sie gehen auch allen auf die Nerven, die in ihrer Nähe sein müssen. Manche sind der Faulheit so ergeben, dass sie sich lächerliche Gründe ausdenken, um der Arbeit auszuweichen. „Der Faulpelz sagt: ‚Draußen ist ein Löwe! Auf offener Straße werde ich umgebracht!‘“ (Sprüche 22,13).
Die Weisheit des Buches der Sprüche besteht darin: Harte Arbeit ist nicht nur die Art, wie die Welt funktioniert – sie zahlt sich auch aus. Sprüche 14,4 sagt: „Wo keine Ochsen sind, bleibt die Futterkrippe leer, aber durch die Stärke eines Ochsen kommt reiche Ernte.“ Wer Ochsen besitzt, hat viel Schmutzarbeit im Stall. Doch ohne diese Mühe wirst du nie eine Ernte sehen. Nur wer „fleißige Hände“ hat, „wird herrschen …“ (Sprüche 12,24). Der Apostel Paulus sagt es schlicht: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ (2. Thessalonicher 3,10).
Wo ist das Evangelium?
Gott hat uns zum Arbeiten geschaffen. Als Gott Adam und Eva in den Garten setzte, war nur ein Teil der Erde bebaut. Sie sollten herrschen, die Erde bevölkern und sie in Besitz nehmen. Adams und Evas Arbeit in der Landwirtschaft, im Städtebau, in der Bewässerung und in der Kultur sollte der Weg sein, auf dem Gottes Bild, sein Name und seine Verherrlichung sich über die ganze Erde ausbreiten (1. Mose 1,27). In Eden war jede Arbeit heilig. Es war wichtig, die Kühe zu melken. Und in Jesus geschieht das erneut.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung macht Jesus uns wieder zu einem „Königreich von Priestern“. Wir gehören zu einem Königreich heiliger Arbeiter, bei denen jede Anstrengung zählt; wo jeder Tastenanschlag und jede Zeile Code Gottes Verherrlichung voranbringt. Die Faulheit verspricht: Wenn wir es gar nicht erst versuchen, werden wir auch nicht enttäuscht. Doch weil Jesus von den Toten auferstanden ist, dürfen wir wissen, dass keine unserer Mühen vergeblich sein wird – denn alle Mühe ist ewig.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der dich zu harter Arbeit geschaffen hat. Und mögest du Jesus sehen, der dich durch seine Auferstehung von der Versuchung und dem Versprechen der Faulheit befreit.

