Was passiert hier?
Das Buch der Sprüche hat viel über die Führung und Weisheit zu sagen, die der König von Israel ausübte (Sprüche 29,4). Aber Salomos Weisheit gilt genauso für uns alle – ob wir Regierungen, Familien oder die Spätschicht leiten. Er erinnert uns daran, dass gerade Führende beides brauchen: Demut und Weisheit (Sprüche 8,15-17). Wer das Eckbüro in der obersten Etage bewohnt, einen guten Meter größer ist als die eigenen Kinder oder den Titel „Vorgesetzter“ trägt, kann sich leicht dazu verleiten lassen, mehr aus sich zu machen, als ihm zusteht.
Wer führt, muss daran denken: Auch er wird von Gott regiert und ist ihm gegenüber verantwortlich. Gott kann sein Schicksal in einem Augenblick wenden (Sprüche 21,1). Gute Führende lassen sich nicht in erster Linie von Gewinn, politischer Macht, Zweckmäßigkeit oder von einem „so haben meine Eltern es auch gemacht“ antreiben. Sie regieren nach Gottes Weisheit (Sprüche 8,15-16). Auf jede andere Weise zu regieren, führt in die Katastrophe: in Bürgerkrieg, in Misstrauen innerhalb von Organisationen und in zerrüttete Familien (Sprüche 28,2).
Weise zu führen bedeutet nicht nur, sich den Grundsätzen von Demut und Weisheit zu verpflichten. Es bedeutet, dich selbst und die dir Anvertrauten dahin zu führen, Gott zu lieben und seine Gebote zu halten. Genauer gesagt heißt es, sich um die Armen zu kümmern und für Gerechtigkeit einzutreten (Sprüche 29,14; 31,8-9). Neben dem Streben nach Weisheit legt das Buch der Sprüche denen, die führen, eine schwere und ganz besondere Last auf: die Armen zu schützen und für Gerechtigkeit zu sorgen (Sprüche 20,26; 29,14).
Wo ist das Evangelium?
Salomos Vater David hatte von Gott die Zusage erhalten, dass einer seiner Söhne ein Königreich führen würde, das für immer Bestand hat (2. Samuel 7,12-13). David hoffte, es würde Salomo sein – aber er war es nicht. Salomo hoffte, es würde sein Sohn sein – aber er war es nicht. Salomo kannte diesen König nicht mit Namen, aber er wusste, welcher Art der König sein würde, der für immer regiert. In Sprüche 29,14 heißt es: „Wenn ein König den Armen zu ihrem Recht verhilft, bleibt sein Thron für immer bestehen.“ Sprüche 29,4 sagt voraus: „Durch Gerechtigkeit gibt ein König dem Land Bestand.“
Der Sohn, den Gott David versprochen hat, ist Jesus. Er war sowohl ein Nachkomme Davids als auch genau der König, zu dem Salomo sich seinen Sohn gewünscht hatte. Jesus beginnt seinen Dienst mit der Ankündigung: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich berufen, den Armen die Frohe Botschaft zu verkünden … die Unterdrückten zu befreien und zu verkünden, dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist“ (Lukas 4,18-19). Jesus ist der weise König und Leiter aus dem Buch der Sprüche.
Wenn du arm bist, unterdrückt wirst oder von deinem Königreich oder deiner Nation an den Rand gedrängt wirst, dann ist das eine Frohe Botschaft für dich. Jesus ist dein König, und er zieht für dich in den Kampf gegen Korruption und das Böse (Sprüche 20,8). Er bekämpft sogar die böse Verwesung des Todes (Apostelgeschichte 13,34-35).
Anders als David und Salomo, die verwest und zu Staub geworden sind, regiert Jesus noch immer unverwest und unvergänglich auf seinem Thron (Apostelgeschichte 13,36).
Und das ist eine Frohe Botschaft für uns, die wir Verantwortung tragen: Denn letztlich sind wir niemals die mächtigsten Personen im Raum – Jesus ist es (Sprüche 25,2-3). Das befreit uns nicht nur von der Last und Schwere der Führungsverantwortung, weil wir Jesu Macht vertrauen, sondern es macht uns auch mutig, unsere Vorrechte, unsere Macht, unsere Rechte und unsere Gewinnmargen zu opfern. Wenn wir so opferbereit führen wie Jesus, dürfen wir zuversichtlich sein, dass unsere Familien, unsere Arbeitsplätze und unsere Ehen Teil von Gottes immer weiter wachsendem Königreich werden und seine Barmherzigkeit erfahren, die niemals endet.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der über alle Könige regiert. Und mögest du Jesus sehen, der auf dem Thron sitzt und den Unterdrückten Gerechtigkeit verschafft und denen, die führen, Gnade schenkt.

