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Andacht

Sprüche 23-25

Reichtum und Armut

In Sprüche 23-25 sehen wir: Wenn wir mehr auf die Weisheit und das Reich von Jesus vertrauen als auf den Reichtum der Menschen, wird für all unsere Bedürfnisse gesorgt.

Was passiert hier?

Was das Buch der Sprüche über Geld sagt, gehört wohl zu dem, was am häufigsten missverstanden wird. Es kann so wirken, als würde Salomo sagen, dass weise Menschen immer reich werden und dass Armut immer die Schuld menschlicher Torheit ist. Zum Beispiel:

„Wer nachlässig arbeitet, wird arm; wer fleißig ist, wird reich“ (Sprüche 10,4).

Frau Weisheit verspricht sogar: „Bei mir sind Reichtum und Ehre zu finden, beständiger Wohlstand und Erfolg“ (Sprüche 8,18). Aber wie wir schon gesagt haben: Sprüche sind keine Versprechen. Zwar trifft es oft zu, dass weise Menschen reich werden und törichte Menschen arm, doch garantiert ist das nicht.

Salomo versteht, dass Armut nicht immer eine Entscheidung ist, sondern oft die Schuld betrügerischer Menschen, die Schlupflöcher im System ausnutzen (Sprüche 13,23). Er weiß auch, dass törichte Menschen durchaus reich werden, selbst wenn er überzeugt ist, dass dieser Reichtum bald wieder verschwindet (Sprüche 11,18). Das Verständnis von Reichtum und Armut in den Sprüchen ist vielschichtig, auch wenn es an dem Gedanken festhält, dass harte, weise Arbeit großzügig belohnt wird.

Das Interessanteste aber, was die Sprüche über Geld sagen, ist: Es reicht nicht aus. Unser Geld ist immer bedroht. Ob durch Marktkräfte oder durch Lösegeldforderungen – Geld bringt eine ganz eigene Last mit sich (Sprüche 13,8). Außerdem kann Geld uns nicht vor Naturkatastrophen, Börsencrashs, Krieg oder dem Tod geliebter Menschen bewahren (Sprüche 11,4).

Geld reicht nicht aus, deshalb sollten wir uns nicht abmühen, um reich zu werden (Sprüche 23,4-5). Ein weiser Mann namens Agur bat Gott, ihm „weder Armut noch Reichtum“ zu geben (Sprüche 30,7). Agur erkannte, dass sowohl zu viel Reichtum als auch zu große Armut gefährlich sind. Reichtum macht es leicht, Gott zu vergessen, während Armut es leicht macht, ihn zu entehren.

Alles, was die Sprüche über Geld sagen, lässt sich hilfreich so zusammenfassen: „Weise Menschen suchen nicht nach Geld. Weise Menschen suchen nach Weisheit. Und auch wenn es keine Garantie dafür gibt, folgt das Geld oft.“

Wo ist das Evangelium?

Das ist Salomos Geschichte. In 1. Könige 3 wird Salomo vor eine Wahl gestellt. Er darf sich von Gott jedes Geschenk wünschen, aber statt Macht oder Geld wählt er Weisheit. Gott antwortet auf Salomos Bitte um Weisheit, indem er ihm gibt, worum er gebeten hat – und dazu noch die Gaben von Reichtum und Macht, um die er nicht gebeten hatte. Genau das ist die ganze Lehre der Sprüche, angewandt auf Geld: „Erwirb Weisheit … und sie wird dich hoch erheben; umarme sie, und sie wird dich ehren“ (Sprüche 4,7-8).

Das ist auch die Lehre von Jesus. Zu einer Menschenmenge, die sich um die nächste Mahlzeit sorgt, sagt er: „Sucht zuerst sein Reich und seine Rechtschaffenheit, dann wird euch alles andere dazugegeben werden“ (Matthäus 6,33). Essen reicht nicht aus; es ist immer bedroht. Selbst wenn Jesus die Menschen satt macht, werden sie morgen wieder hungrig sein – genau das sagt Jesus, nachdem er die 5.000 gespeist hat (Johannes 6,27).

Wichtiger als Essen oder Geld ist die Weisheit, die Jesus anbietet. Jesus verließ sein Zuhause unendlicher Fülle und unendlichen Reichtums, um bei uns zu leben und mit uns ein Reich zu schaffen (Philipper 2,6.10). Für die meisten ist es Torheit, eine Stellung in Gottes Palast einzutauschen, um den Tod eines Dieners zu sterben. Doch weil Jesus bereit war, alles aufzugeben, wird jeder, der auf die Weisheit seiner Armut vertraut, in seinem Reich reich werden (2. Korinther 2,8-9).

Es wird uns immer so vorkommen, als hätten wir weder genug Geld noch genug zu essen. Aber wenn wir nach der Weisheit von Jesus suchen und ihr glauben, empfangen wir den Reichtum der Auferstehung von Jesus.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der die Weisen reich macht. Und mögest du Jesus sehen, der die Armen reich und die Törichten weise macht.

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