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Andacht

2. Petrus 1,16-2,22

Der Mythos von der Wiederkunft Jesu?

In 2. Petrus 1,16–2,22 sehen wir, dass Gott ganz sicher kommen wird, um das Böse zu richten. Doch wir dürfen darauf vertrauen: Dem Erleben des Gerichts kommen die engsten Nachfolger Jesu nicht näher, als davon zu lesen.

Was passiert hier?

Petrus geht zum Angriff über. Falsche Lehrer haben ihm vorgeworfen, er verbreite den Mythos, Jesus werde zurückkommen, um ihre Sexualität und ihre Habgier zu richten (2. Petrus 2,2-3a). Diese falsche Lehre bestreitet die Vollmacht Jesu zu herrschen und leugnet einen kommenden Tag des Gerichts – und damit auch, dass Christen an irgendeinen Moralkodex gebunden sind. Mit anderen Worten: Wenn Gott nicht richten wird, können wir tun, was wir wollen (2. Petrus 2,19). Doch Petrus greift jede dieser Annahmen an.

Zunächst zur Vollmacht Jesu: Petrus sagt, es sei kein Mythos, dass er und die anderen Apostel Augenzeugen der Verklärung Jesu waren (2. Petrus 1,16). Die Verklärung Jesu ist in den Evangelien der Moment, in dem die Apostel erkennen, dass Jesus die Vollmacht hat, die Welt zu regieren. Gott spricht vom Himmel her, dass Jesus sein gekrönter Sohn ist (Matthäus 17,5). Und an seiner Seite stehen Mose, Israels erster König, und Elia, der Wiederhersteller – die erste Person in der Bibel, die jemanden von den Toten auferweckte (Matthäus 17,11). Die falschen Lehrer irren sich. Die Verklärung offenbart, dass Jesus Vollmacht über Leben, Tod und das Universum gegeben wurde – und Petrus ist Zeuge davon.

Zweitens belegt Petrus, dass ein Tag des Gerichts kommt. Ein Teil der Argumentation der falschen Lehrer war, dass die Vorstellung eines vorhergesagten Gerichtstages eine Erfindung des Menschen sei und nicht Gottes (2. Petrus 1,20). „Gericht“ sei nur ein Werkzeug der Religiösen, um durch Angst moralische Kontrolle zu erzwingen. Doch Petrus sagt: Prophetien über das Gericht sind keine menschlichen Konstrukte, sondern ein Werk des Heiligen Geistes (2. Petrus 1,21). Menschengemacht ist vielmehr die Vorstellung, dass gar kein Gericht kommt – und tatsächlich wurde auch genau dieser Einwand von demselben Heiligen Geist vorhergesagt, den sie leugnen (2. Petrus 2,1).

Dieses Leugnen des unausweichlichen Gerichts ist uralt und hat Folgen (2. Petrus 2,3). Petrus belegt das mit drei bekannten Gerichtsgeschichten aus dem Alten Testament: dem Fall der Söhne Gottes, der Sintflut Noahs sowie Sodom und Gomorrha. In diesen Geschichten lehnen engelhafte Wesen, die Zeitgenossen Noahs und die Bewohner der beiden Städte alle Gottes moralische Autorität ab, geben sich ihren sexuellen und materiellen Begierden hin und werden zu Beispielen dafür, was allen Gottlosen geschehen wird (2. Petrus 2,6).

Schließlich nimmt sich Petrus die Behauptungen der falschen Lehrer über Moral vor, indem er das unausweichliche Gericht über die Gottlosen mit der unausweichlichen Rettung der moralisch Rechtschaffenen zusammenstellt. Noah und Lot waren beide rechtschaffene Männer, die über das moralische und geistliche Böse um sie herum trauerten – und beide wurden gerettet (2. Petrus 2,5.7-8). Rechtschaffenheit ist wichtig. Indem diese falschen Lehrer bestreiten, dass Jesus zurückkommt, und eine Moral propagieren, in der alles erlaubt ist, leugnen sie nicht nur die Heilige Schrift. Sie leugnen damit auch jede Rettung aus einer Welt des Bösen (2. Petrus 2,9-10).

Petrus nennt diese Art zu denken tierisch (2. Petrus 2,12). Diese falschen Lehrer schleppen sich von einer Begierde zur nächsten und kläffen über Dinge, die sie gar nicht verstehen wollen (2. Petrus 2,14). Vom Geld getrieben sind sie wie Bileam, ein alter Prophet, der seine Zaubersprüche an den Höchstbietenden verkaufte und dessen Tier vernünftiger war als sein Herr (2. Petrus 2,15-16). Wie eine Quelle ohne Wasser: Eine Predigt von angeblicher Freiheit, die gleichzeitig die Wiederkunft Jesu leugnet, ist im besten Fall nutzlos und im schlimmsten Fall unmenschlich (2. Petrus 2,17-18). Aus Angst vor Gottes Autorität machen sie sich zu Sklaven ihrer eigenen Urtriebe (2. Petrus 2,19-20). Und wie Hunde und Schweine können sie nicht anders, als ihren eigenen Unrat zu fressen (2. Petrus 2,22).

Wo ist das Evangelium?

Petrus geht zum Angriff über – und das merkt man. Er redet zu uns, indem er gegen diese falschen Lehrer redet. Manche von uns müssen Petrus’ harten Tadel über die Unausweichlichkeit des Gerichts hören. Andere teilen vielleicht die Skepsis der falschen Lehrer gegenüber der Wiederkunft Jesu und finden einen moralisch weniger anspruchsvollen GLAUBEN reizvoll (2. Petrus 2,18). Und manche von euch müssen Petrus’ Warnung hören, dass ein Leben, das von den eigenen Begierden regiert wird, unweigerlich in sich zusammenbricht – und sich einem anderen Herrscher unterstellen als sich selbst.

Doch wir alle brauchen die Frohe Botschaft, dass Rettung und Befreiung für die Rechtschaffenen unausweichlich sind. Petrus hat schon gesagt, dass alle, die Jesus kennen, an seiner rechtschaffenen göttlichen Natur Anteil haben (2. Petrus 1,4). Unsere Rettung ist sicher! Wie Noah können wir einer untergehenden Welt mutig die Rechtschaffenheit verkünden (2. Petrus 2,5). Wie Lot können wir über eine Welt weinen, die sich in ihrer Ausschweifung verloren hat (2. Petrus 2,8). Und wie sie beide dürfen wir darauf vertrauen: Dem Erleben des Gerichts kommen wir nicht näher, als davon zu lesen (2. Petrus 2,9). Gott hat die Rechtschaffenen schon immer gerettet, und er wird es für uns alle tun, die seinen Sohn Jesus, den König, kennen und ihm vertrauen.

Überzeuge dich selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der das Böse richtet. Und mögest du Jesus als den sehen, der die Welt regiert und die Rechtschaffenen vor dem Gericht rettet.

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