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Andacht

Hebräer 7-8,2

Ein besserer Priester

In Hebräer 7–8,2 sehen wir, dass Jesus für immer lebt, um bei Gott für uns zu sprechen. Das bedeutet sofortige und vollständige Vergebung für alle, die darauf vertrauen, dass Jesus ihr Priester ist.

Was passiert hier?

Der Hebräerbrief wurde an Hebräer geschrieben – an Menschen jüdischen Glaubens. Als Juden hing ihre Beziehung zu Gott vom Dienst der Priester ab. Jahrhundertelang waren allein die Angehörigen des Stammes Levi dazu befähigt, Priester für das jüdische Volk zu sein. Leviten dienten im Tempel, und nur Leviten brachten Schlachtopfer dar. Die Leviten waren dafür verantwortlich, das rechte Verhältnis der Juden zu Gott aufrechtzuerhalten (4. Mose 18,1-32). Doch für jüdische Menschen, die an Jesus glauben, ist das ein Problem. Jesus nahm für sich in Anspruch, ein Priester zu sein, der ein Schlachtopfer darbrachte, um ihr gutes Verhältnis zu Gott wiederherzustellen. Aber Jesus ist kein Levit (Hebräer 7,14). Der Verfasser will erklären, warum Jesus dazu befähigt ist, Priester zu sein, obwohl er kein Levit ist.

Noch bevor der Stammvater der Leviten (Levi) geboren wurde, begegnete Levis Urgroßvater Abraham einem König namens Melchisedek (Hebräer 7,10). Abraham hatte gerade eine Schlacht gewonnen und gab Melchisedek, ohne dazu aufgefordert zu werden, zehn Prozent seiner Beute (1. Mose 14,18-20; Hebräer 7,1-2 und 4). Nach dem jüdischen Gesetz stand der Zehnte den Priestern zu – nicht den Königen (Hebräer 7,5-6). Mit seinem Zehnten erkennt Abraham an, dass es neben dem Priestertum, das sein Urenkel eines Tages anführen würde, noch ein weiteres rechtmäßiges Priestertum gab (Hebräer 7,9-10). 

Von Melchisedeks Geburt oder Tod wird nichts berichtet, was für biblische Könige ungewöhnlich ist. Es ist, als würde er für immer leben (Hebräer 7,3). Daraus schließt unser Verfasser, dass es tatsächlich zwei Wege gibt, um für Gottes Volk als Priester befähigt zu sein: Entweder wird man als Levit geboren und stirbt als Levit, oder man lebt für immer wie Melchisedek. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist und nun für immer lebt, ist er dazu befähigt, Priester nach der Ordnung Melchisedeks zu sein. 

Der Verfasser weist darauf hin: Wenn es immer schon zwei Priesterordnungen gab, dann bedeutet das, dass Gott vorhatte, dass die eine die andere irgendwann ablösen würde (Hebräer 7,11-13). Und weil Jesus von den Toten auferstanden ist, muss sein Priestertum besser sein als ein Priestertum, das auf der Amtsnachfolge nach dem Tod beruht (Hebräer 7,15-17). 

Außerdem hat die Ordnung Levis das Problem von Israels Verhältnis zu Gott nie vollständig gelöst (Hebräer 7,18-19). Das liegt zum Teil daran, dass die Fähigkeit der Leviten, diese Beziehung wiederherzustellen, an dem Tag endete, an dem sie starben (Hebräer 7,23). Dann musste ein neuer Priester eingesetzt werden, und es war nie garantiert, dass der neue Priester ein guter sein würde (Hebräer 7,28). Aber wenn Jesus für immer Priester ist, darf Gottes Volk wissen, dass es immer den besten Priester haben wird. Sein Verhältnis zu Gott ist für immer gesichert, weil Jesus beim Wechsel der Generationen niemals versagen wird. 

Wo ist das Evangelium?

Anders als die Priesterordnung Levis wird Jesu Priestertum nie wieder durch den Tod unterbrochen. Sein Priestertum ist von Dauer. Das heißt: Er kann unsere Beziehung zu Gott gründlich, vollständig und für immer wiederherstellen (Hebräer 7,23-24). Doch wie wir alle wissen, kämpfen wir weiter, sündigen weiter und hören nicht immer auf Gott – selbst wenn wir darauf vertrauen, dass Jesus unser ewiger Priester ist. Auch nach dem Kreuz bleibt es nötig, dass unsere Beziehung zu Gott wiederhergestellt wird. Und genau darum ist es eine Frohe Botschaft, dass Jesus nicht wieder sterben kann. 

Jesus lebt für immer, und er verspricht, dass er seine Ewigkeit damit zubringen wird, bei Gott für uns zu sprechen, unsere Beziehung wiederherzustellen und in seinen Gebeten für uns einzutreten (Hebräer 7,25). Weil Jesus mit seinem Dienst als Priester niemals aufhört, kann er unsere Beziehung zu Gott vollkommen wiederherstellen. Das heißt: Ganz gleich, was du an einem Tag falsch machst – Jesus steht im Himmel und betet und bittet um deine sofortige und vollständige Vergebung. Als dein endgültiger Priester hat er das endgültige Schlachtopfer bereits dargebracht. Und nun gibt es nichts als sofortige und vollständige Vergebung und Erlösung für alle, die darauf vertrauen, dass Jesus ihr Priester ist. 

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der Jesus mit einem Schwur in die Ordnung Melchisedeks eingesetzt hat. Und mögest du Jesus als den vollkommen befähigten Priester sehen, der deine Beziehung zu Gott vollständig und für immer wiederherstellt. 

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