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Andacht

1. Mose 39-41

Der Aufstieg Josefs

In 1. Mose 39–41 sehen wir: Jesus ging an den niedrigsten Platz, ans Kreuz, nur um an den höchsten Platz erhoben zu werden.

Was passiert hier?

Gott versprach Abraham, dass durch seine Familie alle Völker gesegnet werden und aufblühen sollten (1. Mose 12,3). Doch bisher schien dieses Versprechen bestenfalls zerbrechlich zu sein. Abrahams Familie war klein, voller Rivalität und Betrug, und jetzt ist einer der Söhne Jakobs – Josef – von seinen eigenen Brüdern als Sklave verkauft worden. Draußen im Land Kanaan, dem verheißenen Land, breiten sich Fasten und Tod aus. Und doch zeigt Gott: Wohin sein erwählter Sohn auch geht, dorthin geht der Segen mit ihm.

Als Josef in das Haus Potifars verkauft wird, blüht dort alles auf. Der Text wiederholt, dass „der Herr mit Josef war“, und wegen dieser Gegenwart gedeiht Potifars Haus (1. Mose 39,2-5). Josef, der von Gott erwählte Nachkomme, verwandelt ein Haus, das voller Unterdrückung und Tod hätte sein müssen, in einen Ort der Fülle und des Lebens.

Selbst als Josef zu Unrecht ins Gefängnis geworfen wird, geschieht dasselbe noch einmal. Gott ist mit ihm, und das Gefängnis selbst beginnt unter seiner Fürsorge aufzublühen (1. Mose 39,20-23). Doch da ist noch mehr. Im Gefängnis wird Josef die Fähigkeit geschenkt, durch das Deuten von Träumen zwischen Leben und Tod zu unterscheiden. Genau wie Gott in der Schöpfung Licht von Finsternis und Land von Meer trennte (1. Mose 1,3-10), kann Josef die Zukunft seiner Mitgefangenen voneinander scheiden – einer wird leben, der andere wird sterben –, weil Gott mit ihm ist (1. Mose 40,12-19).

Diese Fähigkeit erregt die Aufmerksamkeit des Pharaos, als auch er beunruhigende Träume über die Zukunft seines Landes hat. Josef deutet die Träume des Pharaos und warnt vor sieben Jahren der Fülle, auf die sieben Jahre des Fastens folgen werden (1. Mose 41,25-32). Das Muster der Sieben erinnert an Gottes ursprüngliche Schöpfung – sieben Tage, die aus dem Chaos eine blühende Ordnung hervorbrachten. Der Traum des Pharaos zeigt, wie die Welt wieder ins Chaos zurückfällt, doch Gott erhöht Josef, damit er erneut Ordnung, Leben und Versorgung bringt.

Der Pharao erhöht Josef, und Josef tut wieder das, was Gott bei der Schöpfung tat – er bringt Ordnung aus dem Chaos hervor und Aufblühen aus dem Fasten. Er legt in den Jahren des Überflusses Nahrung an, damit Ägypten in den Jahren des Fastens nicht verhungert. Tatsächlich „kam die ganze Welt nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen“ (1. Mose 41,57).

Josef, der erwählte Sohn Gottes, wird zu einem Kanal des Lebens in einer Welt, die sonst dem Tod verfallen wäre. Was wie ein weltweites Fasten aussah, verwandelt Gott in ein weltweites Aufblühen – weil Josef bei ihnen ist und Gott mit Josef ist.

Wo ist das Evangelium?

Diese Geschichte weist uns direkt auf Jesus hin, den wahren und größeren Sohn.

Wie Josef ist Jesus der von Gott Erwählte. Aber er ist mehr als einer, bei dem Gott wohnt – er ist Gott selbst, der bei uns wohnt (Johannes 1,14). Wohin Jesus auch geht, bringt er blühendes Leben in Bereiche des Todes und des Chaos. Er heilt die Kranken, richtet die von Dämonen Unterdrückten wieder auf, sättigt die Hungrigen und weckt sogar Tote auf. Er ist die neue Schöpfung, die in das Fasten dieser Welt einbricht.

Wie Josef stieg auch Jesus in ein Gefängnis hinab – doch sein Gefängnis war das Grab selbst. Und weil Gott mit ihm war, brachte er aus diesem Gefängnis blühendes Leben hervor, ein Leben wie in Eden. Durch seine Auferstehung scheidet er Menschen aus dem Tod heraus und hinein ins Leben und ordnet das Universum recht als die neue Schöpfung.

Josefs sieben Jahre des Überflusses und sieben Jahre des Fastens weisen ebenfalls auf Jesus hin. So wie Josefs weise Herrschaft das Leben durch Zeiten der Fülle und des Mangels hindurch bewahrte, so bringt Jesus eine neue und bleibende Schöpfung, die kein Fasten und kein Tod zunichtemachen kann. Er ist das ewige Brot des Lebens, das die Welt für immer sättigt (Johannes 6,35).

Josef nährte die Völker mit Brot während des Fastens – eine Anzahlung auf Gottes Versprechen, die Welt durch Abrahams Familie zu segnen. Doch seine Versorgung war vorläufig und unvollständig. Jesus vermehrt seinen geistlichen Segen für uns. Er ist das Brot des Lebens, das uns in den bittersten Zeiten des Fastens in unserem Leben nährt und uns vom Tod selbst errettet.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der Aufblühen dorthin bringt, wohin sein erwählter Sohn geht. Und mögest du Jesus als den wahren Sohn sehen, der in unser Fasten hineinkam, zum Brot für die Welt wurde und dich jetzt mit seinem Geist erfüllt, damit du sein Leben und seinen Segen überall dorthin bringst, wo du hingehst.

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