Was passiert hier?
Jesus wird sowohl von den Pharisäern als auch von denen, die ihm am nächsten stehen, abgelehnt.
Uns wird gesagt, dass Judas, einer der Zwölf, ihn verraten wird (Markus 3,19). Jesu eigene Familie hält ihn für verrückt (Markus 3,21). Die religiösen Führer verleumden Jesus. Obwohl sie seine Wunder gesehen und ihn predigen gehört haben, glauben sie nicht. Stattdessen beschuldigen sie Jesus, in der Kraft von Dämonen zu handeln (Markus 3,22).
Ironischerweise sind es bei Markus bisher nur die Dämonen, die Jesus richtig erkennen (Markus 1,24)!
Aber Jesus steht nicht im Bund mit dem Teufel; er fesselt Satan vielmehr und plündert dessen Haus (Markus 3,27). Jesus wirft den Pharisäern vor, den Heiligen Geist zu lästern. Ihr beständiger, beharrlicher und vorsätzlicher Hass auf Jesus hat sie dazu gebracht, das Wirken des Geistes zu sehen und es als Werk Satans zu bezeichnen. Die Pharisäer haben ihre Herzen gegenüber Jesus verhärtet.
Der Dienst Jesu ist geprägt von Menschen, die sich ihm widersetzt oder ihn missverstanden haben. Jesus erzählt seinen Jüngern eine Reihe von Gleichnissen, um zu erklären, warum genau das zu erwarten ist. So wie das winzige Senfkorn, an dem man nicht erkennen kann, wie groß es einmal wird: Der Dienst Jesu wird, auch wenn er jetzt verborgen und verfolgt ist, schon bald eine unvorstellbare Ernte hervorbringen.
Wo ist das Evangelium?
Jesus zitiert den Propheten Jesaja und sagt, dass seine Gleichnisse seine Botschaft absichtlich vor Außenstehenden verbergen (Markus 4,12). Doch Jesus weiß, dass gerade diese Verborgenheit ihn deutlicher offenbaren wird. Das einzige Mal, dass Markus zeigt, wie jemand ihn ganz erkennt, ist am Kreuz: Ein römischer Zenturio sieht Jesus sterben und erklärt: „Dieser Mann war wirklich der Sohn Gottes“ (Markus 15,39).
Wie ein Senfkorn, das in der Erde begraben liegt, sieht der Tod Jesu klein und schändlich aus – und doch ist es genau der Augenblick, der das Reich Gottes freisetzt. Durch seine Schwachheit, sein Leiden und die Ablehnung, die er erfuhr, besiegte Jesus Satan und säte den Samen neuen Lebens.
Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben“ (Markus 4,11). Während die Pharisäer ihre Herzen verhärteten, wurden den Jüngern Augen geschenkt, um zu sehen, dass das Leben durch den Tod kommt.
Das ist auch für uns Frohe Botschaft. Wenn wir Missverständnisse, Verleumdung oder Widerstand erleiden, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott verborgen Leben in uns wirkt. Derselbe Jesus, der Satan durch eine scheinbare Niederlage überwand, wird aus unseren Verlusten Leben hervorbringen. Wie Paulus sagt: Wer an den Leiden Christi Anteil hat, wird auch an seiner Verherrlichung Anteil haben (Römer 8,17). Jeder, der mit dem Zenturio bekennt: „Dies ist der Sohn Gottes“, wird von der Knechtschaft der Verwesung befreit und in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geführt (Römer 8,21).
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den verborgenen Gott siehst. Und dass du Jesus als den erkennst, der unsere Augen öffnet und unsere Herzen weich macht, damit wir in ihm unseren Erlöser sehen.

