Was passiert hier?
Bis zu dieser Stelle im Markusevangelium bleibt Jesu Identität verborgen. Doch als Petrus gefragt wird, sagt er zu Jesus: „Du bist der Messias“ (Markus 8,29).
„Messias“ bedeutet „der Gesalbte“. Im Alten Testament wurden Könige bei ihrer Krönung gesalbt. Das war ein Zeichen dafür, dass Gott sie ausgesondert hatte, um zu führen. Jesus erklärt, dass zu seiner Krönung gehört, dass er stirbt und nach drei Tagen von den Toten aufersteht (Markus 8,31). Wer ihm nachfolgen will, so warnt er, muss ebenfalls sterben (Markus 8,34). Dreimal wiederholt Jesus diese Botschaft und nennt sich dabei selbst den „Menschensohn“.
Danach nimmt Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen Berg, wo er vor ihren Augen verherrlicht wird und Mose und Elia zu ihm treten (Markus 9,3). Vom Himmel her erschallt Gottes Stimme: „Dies ist mein geliebter Sohn“ (Markus 9,7).
Als sie den Berg hinabsteigen, verstehen die Jünger noch immer nicht, warum der „Menschensohn“ leiden muss (Markus 9,10). Jesus erinnert sie an Johannes den Täufer. Johannes hat gelitten, nur weil er über den Menschensohn gesprochen hat. Die Jünger sollten nicht überrascht sein, wenn der Menschensohn ebenfalls leidet.
Am Fuß des Berges wartet eine Menschenmenge auf Jesus. Ein Mann, dessen Sohn von einem Dämon besessen ist, kommt zu Jesus, weil seine Jünger den Dämon nicht austreiben können (Markus 9,18). Jesus sagt, dass sowohl der Vater als auch die Menschenmenge ohne Glauben sind (Markus 9,19). Verzweifelt bittet der Vater: „Hilf mir in meinem Unglauben!“ Jesus antwortet, indem er den Dämon austreibt. Als der Dämon ausfährt, sieht der Junge wie eine Leiche aus – bis Jesus ihn bei der Hand nimmt und vom Boden aufrichtet.
Wo ist das Evangelium?
Der Ausdruck „Menschensohn“ stammt aus einer Vision im Buch Daniel, in der vier große Tiere die Welt zerstören. Aus den Trümmern steigt einer „wie ein Menschensohn“ zum Himmel auf und wird an Gottes Seite gesetzt (Daniel 7,13).
Ein Engel erklärt, dass dieser Menschensohn ein Stellvertreter für alle Männer und Frauen ist, die von den Tieren zertrampelt wurden. Jeder, der unter ihren Klauen gelitten und gestorben ist, wird erhöht werden, wenn dieser Stellvertreter seinen Platz an Gottes Seite einnimmt (Daniel 7,18). Jesus ist der Menschensohn aus Daniel. Als er starb und auferstand, stieg er zum Thron Gottes auf und wurde als König gekrönt. Die Frohe Botschaft ist: Wenn wir mit ihm leiden und sterben, dann ist Jesus unser Stellvertreter! Er wird uns ganz sicher auferwecken und mit sich in die Herrschaft einsetzen (Epheser 2,6).
Es ist schwer, darauf zu vertrauen, dass Leiden und Tod zu Macht und Leben führen können. Wie der Mann mit dem besessenen Sohn brauchen wir Hilfe in unserem Unglauben. Aber Jesus sagte: „Für den, der glaubt, ist alles möglich.“ Jesus beweist, dass das wahr ist, indem er den Sohn des Mannes von den Toten auferweckt (Markus 9,23). Wenn wir glauben, dass Jesus der Menschensohn ist, dann will Jesus auch uns auferwecken und hat die Macht dazu – selbst wenn es unmöglich erscheint.
Überzeuge dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der durch Leiden siegt. Und mögest du Jesus als den erkennen, der unseren Glauben annimmt und uns zu Thronen an seiner Seite erhebt.

