Was geschieht hier?
Die Pharisäer waren stolz darauf, die Heilige Schrift zu verstehen. Als Jesus anfing, Menschen zu heilen und Sünden zu vergeben, war das ein Ärgernis für sie. In den nächsten drei Geschichten zeigt uns Markus, warum: Die Pharisäer nahmen Anstoß an Jesus, weil sie die Heilige Schrift missverstanden.
In der ersten Geschichte fragen sich die Pharisäer, warum die Jünger von Jesus nicht fasten (Markus 2,18). Jesus sagt, sein Wirken sei wie eine Hochzeit – und er sei der Bräutigam. Es wäre unpassend, wenn seine Hochzeitsgäste mitten in der Freudenzeit fasten würden. Die Pharisäer nehmen Anstoß, weil sie nicht verstanden, dass Jesus der gefeierte Bräutigam war.
Als Nächstes beschuldigen die Pharisäer Jesus, den Sabbat zu brechen, weil er an dem Tag, der zur Ruhe bestimmt ist, auf einem Feld Nahrung erntet (Markus 2,24).
Jesus erinnert sie an die Begebenheit, als König David das heilige Brot der Priester nahm, das nur die Priester essen durften (1. Samuel 21,6). David hatte das Recht, zu tun, was normalerweise verboten war – weil er war, wer er war: der König von Israel.
Schließlich heilt Jesus am Sabbat einen Mann mit einer verkrüppelten Hand. Er sagt, dass es richtig ist, Gutes zu tun, sogar am Tag der Ruhe (Markus 3,4). Selbst wenn es bedeutet, am Sabbat zu arbeiten: Es ist besser, ein Leben zu retten, als jemanden sterben zu lassen.
Jesus gibt damit ein leibhaftiges Beispiel für die Ruhe, die der Sabbat schenken sollte. Denn schließlich „ist der Sabbat für den Menschen geschaffen worden und nicht der Mensch für den Sabbat“ (Markus 2,27).
Und weil Jesus die Art durchkreuzt, wie die Pharisäer die Heilige Schrift lesen, sehen sie in ihm eine Bedrohung – für sich selbst und für andere. Von da an planen die Pharisäer, ihn zu töten (Markus 3,6).
Wo ist das Evangelium?
Die Pharisäer liebten ihre Hingabe an das Gesetz mehr als ihren Nächsten – und das zeigt, wie wenig sie es wirklich verstanden hatten. Jesus kam, um die Heilige Schrift für uns richtig auszulegen und zu erfüllen.
Im Alten Testament wird Gott als der Bräutigam seiner Braut Israel bezeichnet (Jesaja 54,5). Seine Jünger fasteten nicht, weil sie feierten, dass Gott gekommen war. Jesus sagt damit: Er ist Gott, der Bräutigam, im Fleisch gekommen.
Jesus ist auch der Herr über den Sabbat. Wie David als König ein Recht auf das heilige Brot hatte, so kann Jesus als der Erbe König Davids zu Recht den heiligen Sabbat nutzen, um die Hand eines Mannes zu heilen.
Am Ende des Markusevangeliums finden wir Jesus getötet und am Sabbat in ein Grab gelegt (Markus 15,42). Doch nachdem er am Sabbat im Grab geruht hatte, stand er auf – und bewies damit, dass er mehr tun kann, als die Hand eines Mannes zu heilen: Er schenkt allen, die an ihn glauben, die wahre Sabbatruhe.
Überzeuge dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott erkennst, der uns die Sabbatgebote zu unserem Besten gegeben hat – und Jesus als den, der uns die volle und endgültige Sabbatruhe bringt.

