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Andacht

Nehemia 2,9-4,23

Geborgen in seinen Mauern

In Nehemia 2,9–4,23 sehen wir, dass Jesus uns Sicherheit vor unserem Feind gibt – in den Schutzmauern, die sein Kreuz errichtet hat.

Was geschieht hier?

Die Mauern rings um Jerusalem sind zu Schutt zerschlagen, seine Tore zu Asche verbrannt. Jede Hoffnung auf Schutz und Frieden in Jerusalem ist mit der Mauer zusammengebrochen. Doch mit Vollmachtsbriefen des Königs von Persien, einer bewaffneten Eskorte und den Mitteln für den Wiederaufbau der Mauer nähert sich Nehemia Jerusalem (Nehemia 2,9).

Doch Nehemias Vorhaben stößt sofort auf Widerstand. Zwei Feinde, Sanballat und Tobija, sind wütend, dass er gekommen ist, um dem Volk Israel zu helfen (Nehemia 2,10). Wie die Feinde, die Israel einst unter Josua vertrieb, haben sich diese neuen Feinde in dem Land niedergelassen, das Gott seinem Volk versprochen hat – und sie sind nicht bereit, es zu verlassen.

Da Nehemia sich dessen bewusst ist, unternimmt er eine geheime, dreitägige Erkundungsmission in die verwüstete Stadt Jerusalem (Nehemia 2,11). Es ist dieselbe Taktik, die Josua bei Jericho anwandte (Josua 2,22). Nehemia ist ein neuer Josua, der das Gelobte Land von den Feinden Gottes zurückerobert. Nur besiegt er seine Feinde nicht, indem er ihre Mauern niederreißt, sondern er gewinnt den Sieg, indem er Israels Mauern aufbaut. Wie Josua ruft Nehemia seine Leute zusammen und sagt ihnen, sie sollen aufstehen, denn Gott wird ihnen Erfolg schenken (Josua 6,16). Und trotz des Widerstands macht sich das ganze Volk daran, die Mauer und ihre Tore wieder aufzubauen (Nehemia 3,1).

Sanballat und Tobija sind außer sich vor Zorn (Nehemia 4,1). Sie verschwören sich mit den Arabern und den Aschdoditern, um Nehemia zu stoppen (Nehemia 4,7). Die Heere der vier Völker umschließen Jerusalem von Norden, Süden, Osten und Westen und planen einen Überraschungsangriff auf die Erbauer der Mauer (Nehemia 4,11).

Doch während Nehemia betet, macht Gott ihm den Plan der Feinde bekannt (Nehemia 4,15). Noch bevor sie angreifen können, bewaffnet Nehemia jeden Arbeiter und teilt sie in Schichten ein, sodass der eine die Mauer bewacht, während der andere baut (Nehemia 4,18.22). Weil das Überraschungsmoment verloren ist, durchkreuzt Gottes Volk die Pläne seiner Feinde und baut die Mauer Stück für Stück wieder auf.

Wo ist das Evangelium?

Israels Propheten hatten versprochen, dass Gott die Mauern Jerusalems nach ihrer Zerstörung wieder aufbauen würde (Jesaja 44,26). Der Prophet Sacharja sah einen Tag vor sich, an dem Gott seine Stadt wie eine Mauer aus Feuer umgeben würde. Er würde in seiner ganzen Verherrlichung bei seinem Volk wohnen (Sacharja 2,9). Der Wiederaufbau der Mauern schützte Israel nicht nur vor seinen Feinden, sondern sicherte ihm auch die Nähe zu Gott.

Wir alle sollten uns eine Stadt mit solchen Mauern wünschen – eine Stadt, die uns völlig sicher und in der Nähe von Gottes Kraft und Gegenwart bewahrt. Diese Stadt hat Jesus gesichert. Jesus hat die Pläne des Feindes durchkreuzt. Und wie Nehemia hat er sein Volk bis an die Zähne bewaffnet (Epheser 6,10-11). Gottes Stadt wird jetzt in uns und durch uns gebaut (1. Petrus 2,4-5)! Und schon bald wird Jesus im Feuer kommen und in seiner ganzen Verherrlichung bei seinem Volk wohnen.

Jesu endgültige Stadt wird nicht aus verbranntem Schutt zusammengeflickt, sondern aus edlen Steinen und Metallen erbaut sein (Offenbarung 21,18). Die Tore werden aus Perlen und Smaragden von der Größe von Felsblöcken gefertigt sein (Offenbarung 21,21). Der Sinn dieses Bildes: Jesus wird keine Kosten scheuen, um für sein Volk zu sorgen und es zu schützen. Und die beste Nachricht von allen ist: Die Tore in dieser himmlischen Mauer werden niemals geschlossen werden (Offenbarung 21,25). In Gottes kommendem Reich wird es keine Feinde geben, keine Bedrohungen, keine Gefahr und keine Machenschaften, die uns von unserer ewigen Nähe zu Jesus und unserem Zuhause bei ihm wegreißen könnten.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott erkennst, der sein Volk mit Mauern vor Gefahr abschirmt. Und mögest du Jesus als den Erbauer unserer endgültigen Stadt sehen, in der wir für immer in Sicherheit bei ihm wohnen werden.

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