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Andacht

Esra 7-10

Gottes Zorn abwenden

In Esra 7-10 sehen wir, dass Jesus das Gesetz vollkommen erfüllt, um Gottes Zorn von uns allen abzuwenden, die es brechen.

Was geschieht hier?

Gott bewegt das Herz des neuen persischen Herrschers über Israel. Er sendet eine Abordnung von Verbannten zurück, damit sie zu ihrem Tempel zurückkehren und alles befolgen, was ihr Gesetz verlangt (Esra 7,6). Er will, dass Israel seinen Gott wieder anbetet. Doch Persiens König will sich lediglich absichern. Er möchte sichergehen, dass der Zorn des Gottes Israels nicht ihn und sein Königreich trifft (Esra 7,23). Aber während der persische König politisch klug taktiert, sorgt Gott vor und plant einen Weg, sein Volk zu sich zurückzubringen.

So sendet der König Esra – einen Experten für das Gesetz Israels –, um Israel zu lehren, wie es nach langer Zeit im Exil seinem Gott folgen soll (Esra 7,6a). Und Gott begleitet Esra. Alles, was er braucht, um Gehorsam zu lehren und Gottes Zorn abzuwenden, wird ihm gegeben (Esra 8,22). Tatsächlich sorgt Gott jedes Mal vor, wenn ein Problem auftritt. Als Esra in Israel ankommt, stellt er fest, dass es keine geeigneten Priester gibt, die im Tempel dienen können (Esra 8,15). Doch Gott stellt einen Priester bereit (Esra 8,18). Und Jerusalem bringt gehorsam Schlachtopfer dar, so wie es das Gesetz vorschreibt, das Esra sie gelehrt hat (Esra 8,35).

Gottes Plan geht auf. Doch dann erfährt Esra, dass die Israeliten gesetzwidrig Ehen mit den götzendienerischen Bewohnern ihres Landes geschlossen hatten (Esra 9,2). In Israels Geschichte gingen solche Ehen und Ungehorsam Hand in Hand. Götzendienerische Ehen wie diese waren mit ein Grund dafür, dass Israel überhaupt ins Exil geführt wurde. Und sie drohten, eine neue Welle von Gottes Zorn auszulösen (Esra 9,14).

Deshalb klagt Esra über die Sünden seines Volkes (Esra 9,6). Doch als die Israeliten sehen, wie Esra für sie weint und klagt, versammelt sich eine große Menge um ihn (Esra 10,1). Sie bekennen ihre Sünde und wissen, was getan werden muss (Esra 10,2). Wer solche Ehen geschlossen hat, muss sich von diesen gesetzwidrigen Ehepartnern trennen und Gott allein Treue und Gehorsam erweisen (Esra 10,3). Buße und Erweckung brechen aus. Israel verlässt seine sündigen Ehen und bindet sich neu an Gott (Esra 10,17). Gottes Plan geht auf!

Wo ist das Evangelium?

Gottes Gesetze sind wie Ehegelübde, und für Israel ist Gott wie ein Ehemann, der über seine ständig fremdgehende Braut zornig ist. Israels götzendienerische Ehen sind eine Zurückweisung der Gelübde, die es Gott gegeben hat. Gott ist zornig, und wenn Israel will, dass seine Beziehung zu Gott wiederhergestellt wird und Gottes Gegenwart in seinen Tempel zurückkehrt, muss das Volk seine götzendienerischen Ehen beenden und sich an seine Gelübde erinnern (Esra 10,14). Eine Ehe bedeutet nichts, wenn es keine Treue zu einem Ehepartner gibt, die alle anderen ausschließt. Genauso bedeuten ein Tempel, ein Priester und Schlachtopfer nichts, wenn das Volk sich anderen Liebhabern und anderen Göttern angeschlossen hat. Gottes Gegenwart verlangt Gehorsam.

Während menschliche Ehen in einer Scheidung enden können, endet unsere Untreue gegenüber Gott im Tod und im Exil (Römer 6,23). Doch wie Esra betonte, behandelte Gott Israel nicht so, wie es seine Sünden verdient hätten (Esra 9,13). Obwohl er ihre Untreue genau kannte, erwies Gott ihnen treue Liebe. Gott brachte sie zurück in ihre rechtmäßige Heimat, gab ihnen einen Lehrer, der sie an ihre Gelübde erinnerte, und versprach, seinen Tempel mit seiner Gegenwart zu füllen – trotz ihrer wechselhaften Vergangenheit (Esra 9,8).

Und was Gott mit Esra begann, vollendete er mit Jesus. Die Gegenwart, von der Israel hoffte, sie werde den Tempel füllen, wurde Mensch und lebte unter uns (Johannes 1,14). So wie es sowohl Esra als auch der persische König erwarteten, kam Jesus nicht, um den Zorn zu bringen, den unsere Sünden verdienen (Johannes 3,17). Doch obwohl er unsere tief verwurzelte Untreue genau kannte, starb Jesus, um seine Braut zu retten und seinem Zorn ein Ende zu setzen (Römer 5,9).

So macht Jesu Gläubigkeit gegenüber seinem Volk uns wiederum zu der treuen Braut, die Israel niemals war (Epheser 5,25-27). Wir sind nun von seiner liebevollen Gegenwart erfüllt. Wir sind neue, makellose Tempel. Und durch sein mächtiges, liebevolles Wort als unser Ehemann schließen wir alle anderen Ehepartner aus, bleiben unseren Gelübden treu und stehen untadelig und rein vor unserem Gott.

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott erkennst, dessen Zorn sich gegen alle Untreue richtet. Und dass du Jesus als den siehst, der aus Liebe den Zorn auf sich nahm, den wir verdienen, um uns zu seiner treuen Braut zu machen.

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