Einführung
Jedes Jahr begleitet die Kirche im Gebet die 10 Tage nach der Himmelfahrt von Jesus. In dieser Zeit warteten die Jünger auf das verheißene Geschenk des Heiligen Geistes an Pfingsten. Jetzt lernen wir, mit ihnen zu warten. Wir sehnen uns nach dem erneuernden Wirken des Geistes und entdecken dabei ein Muster in der Heiligen Schrift: Gott steigt auf, um zu herrschen, und erfüllt Menschen mit dem Heiligen Geist, damit sie mit ihm herrschen können.
Wir haben gesehen, wie Jesus zum höchsten Thron aufgestiegen ist und seinen Jüngern versprochen hat, dass der Vater sie mit der Gabe des Heiligen Geistes erfüllen wird. Wir haben mit Maria gewartet und mit den Jüngern gebetet. Jetzt erleben wir den lang ersehnten Augenblick – der thronende König erfüllt sein Volk am Pfingsttag.
Wind und Feuer vom Himmel
Nach 10 Tagen des Wartens und Betens, versammelt in einem Raum im Obergeschoss, erlebt Gottes Volk die Gegenwart Gottes. Ein gewaltiger Wind braust in ihre Mitte. Schon in 1. Mose erfüllte derselbe Wind – der Atem Gottes – den ersten Menschen mit Leben (1. Mose 2,7). Jetzt, in der Apostelgeschichte, erfüllt der Heilige Geist alle im Raum (Apostelgeschichte 2,4). Der Geist, der die Menschheit am Anfang belebte und auf wunderbare Weise im Leib von Maria Leben schenkte, kommt nun herab, um die Mitregenten des aufgefahrenen Königs Jesus zu erfüllen.
Über den Köpfen aller Nachfolger von Jesus erscheinen kleine Feuersäulen. In der ganzen Bibel ist Feuer oft ein Zeichen für Gottes Gegenwart. In 2. Mose führte Gott sein Volk mit einer Feuersäule, und seine feurige Gegenwart sonderte Orte als heilig aus, wie den brennenden Dornbusch und den Berg Sinai (2. Mose 3,5; 19,18). Eine flammende Wolke kennzeichnete den Tabernakel als Wohnort der Gegenwart Gottes (2. Mose 40,34-38). Jetzt, in der Apostelgeschichte, erscheint Feuer über Gottes Volk, als der Geist es erfüllt, und kennzeichnet es als den Raum, in dem Gott wohnt (Apostelgeschichte 2,3). Der Gott, der einst einen Tabernakel erfüllte, erfüllt nun Menschen.
Die heilige Erfüllung
Pfingsten kehrt die Anti-Erfüllung von 1. Mose 6 um. Damals benutzten rebellische Söhne Gottes Menschen, um ihr eigenes verdorbenes Bild in der Welt zu verbreiten. Doch jetzt hat der wahre Sohn Gottes den Thron bestiegen, und der Heilige Geist bringt die Menschheit im Bild von Christus zur Wiedergeburt. Gottes feurige Gegenwart sondert das Volk Gottes als heiligen Raum aus, und sein Geist macht es zu heiligen Bildern, zu wahren Söhnen Gottes.
Pfingsten ist der Augenblick, in dem die Nachfolger von Jesus zu einem geisterfüllten Volk unter dem thronenden König werden – bereit, Gottes blühendes Leben und die Botschaft vom Reich Gottes in die Welt zu tragen.
Angeleitetes Gebet
Im Geist von Pfingsten beten wir nun so, wie Jesus, unser aufgefahrener König, es uns gelehrt hat:
Unser Vater im Himmel,
dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute unser tägliches Brot.
Vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Verherrlichung in Ewigkeit.
Amen.
