Tag 4

Pfingsten und der Obersaal (Mutterleib?)

Marias erste und letzte Tat des Gehorsams in der Bibel besteht jeweils im Warten.

Apostelgeschichte 1,12-14; Lukas 1,26-38;

Einführung

Jedes Jahr begleitet die Kirche im Gebet die 10 Tage nach Jesu Himmelfahrt. In dieser Zeit warteten die Jünger auf die versprochene Gabe des Heiligen Geistes an Pfingsten. Nun lernen wir, mit ihnen zu warten, uns nach dem erneuernden Wirken des Geistes zu sehnen und ein Muster in der Heiligen Schrift nachzuzeichnen: Gott steigt auf, um zu herrschen, und erfüllt Menschen mit dem Heiligen Geist, damit sie mit ihm regieren können.

Dieses Muster begann in 1. Mose: Gott erfüllt Menschen mit dem Geist Gottes und steigt dann auf zu seiner königlichen Ruhe. Dann verzerren dunkle geistliche Mächte dieses Muster und errichten ein gefälschtes Königreich. Doch die Geschichte endet dort nicht. Jesus steigt auf zu seinem Thron über jeder Macht, und er verspricht, sein Volk mit dem Heiligen Geist zu erfüllen.

Die Apostelgeschichte verweilt nun in dem Raum zwischen dieser Verheißung und ihrer Erfüllung und lehrt die Kirche, wie treues Warten aussieht. Heute richten wir den Blick auf die Frau, die neben den wartenden Jüngern namentlich erwähnt wird: Maria, die Mutter Jesu. Sie verkörpert, wie man auf den Heiligen Geist wartet, denn ihr Warten führte dazu, dass Gott selbst Gestalt annahm – zur Inkarnation Jesu Christi.

Maria und der Sohn Gottes

Bevor Jesus irgendeinen der Zwölf zu seinen Aposteln erwählte, erwählte er Maria zu seiner Mutter. Maria gab Gott ihr ganzes Leben, und ihre erste Tat des Gehorsams bestand im Warten – im Warten darauf, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden und Jesus in die Welt zu bringen.

Wenn wir Maria zum ersten Mal begegnen, empfängt sie den Sohn Gottes durch den Heiligen Geist (Matthäus 1,18). Und hier, an der letzten Stelle, an der sie in der Heiligen Schrift erwähnt wird, wartet sie erneut. Lukas erzählt ausführlicher von ihrer ersten wunderbaren Erfüllung. Maria begegnet einem Engel, einem Sohn Gottes, der ihr ankündigt, dass sie auf göttliche Weise schwanger werden wird. Verständlicherweise erschrickt Maria und fragt sich, was die Worte des Engels bedeuten könnten (Lukas 1,28-29). Doch dieser Engel, Gabriel, ist kein rebellischer Sohn Gottes, wie jene, die Frauen überfielen, um übermenschliche Gewaltherrscher zu zeugen. Er ist ein treuer Diener Gottes, gesandt, um die einzigartige Weise zu verkünden, auf die Gott in dieser menschlichen Frau wohnen wird. Maria, eine Jungfrau, wird mit dem Heiligen Geist erfüllt werden und in ihrem Leib den wahren Sohn Gottes empfangen, Gott selbst, Jesus (Lukas 1,35-37). Gabriel sagt Maria auch, dass ihr Sohn den Thron Davids besteigen und für immer über Israel herrschen wird (Lukas 1,30-33).

Als Antwort darauf gibt Maria sich Gott demütig hin und fügt sich Gottes geheimnisvollen Wegen (Lukas 1,38). Ihre Gläubigkeit führt dazu, dass ihr Leib vom Heiligen Geist erfüllt wird. Ihr Warten bringt Jesus, den wahren Sohn Gottes, in die Welt, um die Rebellion von Menschen und Engeln rückgängig zu machen. Und nun, da ihr Sohn zu seinem Thron im Himmel aufgestiegen ist, wartet sie darauf, noch einmal mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.

Eine neue Erfüllung

Maria wartet mit den Jüngern darauf, dass Gott seinen Tempel erfüllt – das Volk von Gottes Königreich. Durch ein Wunder des Heiligen Geistes gab Maria dem Sohn Gottes einen Leib auf der Erde. Bald wird die Kirche durch ein weiteres Wunder des Geistes zur leibhaftigen Gegenwart des Sohnes Gottes in der Welt – von Gott bevollmächtigt, dieselben Werke zu tun, die Jesus tat, an seiner Inthronisation über allen rebellischen Mächten teilzuhaben und sein Königreich auf die Erde zu bringen.

Angeleitetes Gebet

Wir beten nun mit Maria so, wie Jesus, der aufgestiegene Sohn Gottes, es seine Jünger gelehrt hat:

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde.

Gib uns heute unser tägliches Brot.

Vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Verherrlichung in Ewigkeit.

Amen.

Kostenlose Videos direkt in dein Postfach.