Tag 9

Die Pfingstpredigt von Petrus: Jesus ist König

Der Tod hatte jeden König besiegt. Bis er auf Jesus traf.

Apostelgeschichte 2,12-36;

Einleitung

Jahr für Jahr begeht die Kirche betend die 10 Tage nach der Himmelfahrt von Jesus. In dieser Zeit warteten die Jünger auf die verheißene Gabe des Heiligen Geistes an Pfingsten. Nun lernen wir, mit ihnen zu warten, sehnen uns nach dem erneuernden Wirken des Geistes und entdecken ein Muster in der Heiligen Schrift: Gott fährt auf, um zu herrschen, und erfüllt Menschen mit dem Heiligen Geist, damit sie mit ihm herrschen können.

Wir haben gesehen, wie der Heilige Geist die Rebellion dunkler geistlicher Mächte umkehrt und die Zerstreuung von Babel rückgängig macht. Wir haben beobachtet, wie die Nachfolger von Jesus sein Königtum in den Sprachen aller Völker verkündeten, die in Jerusalem versammelt waren. Jetzt wendet sich die Apostelgeschichte dem Inhalt dieser Verkündigung zu: Petrus spricht zur Menge und deutet Pfingsten.

Der lang ersehnte Tag

Petrus erklärt der versammelten Menge, dass diese Ausgießung längst vorhergesagt wurde. Der Prophet Joel sprach von einem Tag, an dem Gott seinen Geist über alle Menschen ausgießen würde – über Männer und Frauen, Junge und Alte, Sklaven und Freie (Apostelgeschichte 2,16-18; Joel 2,28-32). Israel hatte lange auf diesen Tag gewartet, an dem Gott sein Volk besuchen würde. Petrus verweist auf die vom Geist erfüllte Verkündigung der Nachfolger von Jesus als Beweis dafür, dass dieser Tag endlich gekommen ist.

Der lang ersehnte König

Joels Prophetie beschreibt Zeichen am Himmel und auf der Erde. Petrus sagt, dass sich diese Zeichen in Jesus erfüllen – die himmlischen Zeichen während der Kreuzigung und die irdischen Zeichen in seinem irdischen Wirken, als er sein Volk heilte und die Mächte zurückdrängte, welche die Menschheit versklavt hatten (Apostelgeschichte 2,19-22). Diese Zeichen zeigen, dass Jesus der König ist, auf den Israel gewartet hat. Gott hat sein Volk in Jesus besucht.

Und die Auferstehung ist das endgültige Zeichen dafür, dass Jesus der wahre König ist. Obwohl er ausgeliefert wurde, um am Kreuz zu sterben, konnte der Tod ihn nicht im Grab festhalten (Apostelgeschichte 2,23-24). Der Tod hatte jeden anderen König besiegt. Doch als Jesus ins Grab hinabstieg, war der Tod ihm nicht gewachsen. Jesus ist der König über allen Königen, denn er hat über den Feind triumphiert, den kein anderer König bezwingen konnte.

Die Erfüllung von König David

Petrus erklärt, dass der Gedanke, Gottes König werde den Tod besiegen und für immer herrschen, nicht neu ist. Vorhergesagt hat ihn kein Geringerer als König David, der von Gottes Heiligem sprach, der nicht im Grab zurückgelassen, sondern zu Gottes rechter Hand aufgenommen werden würde (Psalm 16,8-11; 110,1). David sprach nicht von sich selbst, sondern von seinem Nachkommen Jesus, dessen Herrschaft der Tod nicht beenden konnte (Apostelgeschichte 2,25-34). Als Jesus in den Himmel aufstieg, setzte Gott ihn über jede Macht auf den Thron und legte ihm alles zu Füßen (Apostelgeschichte 2,35-36).

Die Gabe des Geistes und der Vergebung

Nun kommt der Geist, weil Jesus auf dem Thron sitzt. Der aufgefahrene König teilt seine Herrschaft, indem er Gottes eigene Gegenwart und Kraft ausgießt. Das macht Pfingsten umso erstaunlicher, denn wie Petrus sagt: Gottes Volk hatte seinen König verworfen (Apostelgeschichte 2,23). Versklavt von feindlichen Mächten und getrieben von der eigenen Rebellion, verwarfen sie Jesus und lieferten ihn aus, damit er von Vertretern eines feindlichen Volkes getötet werde. Hier erreichte die Rebellion der Menschheit ihren schrecklichen Höhepunkt. Der äußerste Akt der Anti-Erfüllung und Anti-Himmelfahrt war nicht die Zeugung der Riesen oder der Bau von Babel. Die höchste Verwerfung Gottes war die Kreuzigung von Jesus.

Doch in seiner Barmherzigkeit hatte Gott vorgesehen, die Rebellion durch das Kreuz rückgängig zu machen. Die Verwerfung von Jesus wurde genau zu dem Mittel, durch das er den Tod und die Mächte besiegte und sein Volk aus deren Griff befreite.

Jesus herrscht nun als König über jede Macht und jedes Volk, sogar über die, die ihn töteten. Und an Pfingsten kommt Gott seinem Volk nahe – mit Barmherzigkeit, nicht mit Gericht. Er bietet denen Vergebung an, die seinen Sohn verworfen haben, und bietet ihnen einen Platz in seinem Reich an. Durch die königliche Verkündigung von Petrus ruft er sie auf, sich von den besiegten Herrschern abzuwenden und seinen Geist zu empfangen, Buße zu tun für ihr rebellisches Greifen nach Macht, damit sie Anteil an der Herrschaft von Jesus haben und sein Reich verkünden.

Angeleitetes Gebet

Wir antworten im Gebet, so wie Jesus, unser barmherziger und aufgefahrener König, es uns gelehrt hat:

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Verherrlichung in Ewigkeit.

Amen.

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