Tag 8

Babel oder Reden in fremden Sprachen?

In Babel zerstreute Gott die Völker. An Pfingsten ruft er sie nach Hause.

Apostelgeschichte 2,5-11;

Einleitung

Jedes Jahr begleitet die Kirche betend die 10 Tage nach Jesu Himmelfahrt. In dieser Zeit warteten die Jünger auf das verheißene Geschenk des Heiligen Geistes an Pfingsten. Nun lernen wir, mit ihnen zu warten, uns nach dem erneuernden Wirken des Geistes zu sehnen und einem Muster in der Heiligen Schrift nachzuspüren: Gott steigt auf, um zu herrschen, und erfüllt Menschen mit dem Heiligen Geist, damit sie mit ihm herrschen können.

Wir haben gesehen, wie Gottes Volk im Gebet versammelt war und auf das Geschenk wartete, das Jesus versprochen hatte. Wir haben gesehen, wie der Geist in Wind und Feuer herabkam, sie mit seiner heiligen Gegenwart erfüllte und eine neue Menschheit neu erschuf – die leibhaftige Gegenwart von Jesus auf der Erde. Jetzt, da Jesus auf dem Thron sitzt, kehrt Gott die Zerstreuung von Babel um, um sein Königreich in die ganze Welt zu bringen.

Babel wird durch ein neues Königreich umgekehrt

Als der Heilige Geist die Jünger im Obergeschoss erfüllt, zeigen Feuersäulen: Gottes heilige Gegenwart ist gekommen, um in Menschen zu wohnen. So werden diese Nachfolger von Jesus zu wahren Bildern des wahren Gottes, wie es von Anfang an gedacht war. Nun befähigt der Geist diese Söhne und Töchter Gottes, an Jesu Himmelfahrt teilzuhaben. Sie reden in verschiedenen Sprachen und verkünden Jesus als König allen Völkern, die sich einst vom Turm zu Babel aus zerstreut hatten.

An Tag zwei haben wir gesehen, wie der Bau des Turms eine Anti-Himmelfahrt war: ein aufrührerischer Versuch, himmlische Macht für ein konkurrierendes Königreich an sich zu reißen. Gott antwortete darauf, indem er ihre Sprache verwirrte und die Völker so voneinander trennte. Jetzt rufen die Apostel die Völker in ihren eigenen Sprachen zu Gott zurück. Babel teilte die aufständischen Völker unter konkurrierende Götter auf. Pfingsten bringt die Völker zurück unter die Königsherrschaft von Jesus, dem Sohn Gottes.

Pfingsten in 2. Mose

Zur Zeit der Jünger feierten die Juden Pfingsten unter anderem zur Erinnerung daran, wie Gott am Berg Sinai eine bunt gemischte Schar aus verschiedenen Völkern versammelte, nachdem er sie aus der Sklaverei unterdrückender Mächte befreit hatte. Dort hörten sie, wie Gott sie als sein eigenes Volk beanspruchte und zu einem Königreich machte. Jetzt, in der Apostelgeschichte, ist eine andere bunt gemischte Schar am Berg von Jerusalem versammelt und hört die Verkündigung des Königreichs in jeder Sprache: Jesus, der inthronisierte König, hat konkurrierende Mächte vernichtet und beansprucht alle Völker für sich (Apostelgeschichte 2,6).

Die Völker in Gottes Königreich

So wie am Sinai eine bunt gemischte Schar zu Gottes auserwähltem Volk wurde, so hat Gott nun jedes Volk für sich zurückgewonnen. Durch die vielen Nationalitäten, die an Pfingsten anwesend sind, breitet sich Jesu Herrschaft von Jerusalem aus zu jedem Volk auf der Erde aus (Apostelgeschichte 2,7-11). Unter der Herrschaft von Jesus, durch die Verkündigung der Apostel, werden die Völker, die einst unter konkurrierenden Göttern Unterdrückung erlitten, in ein Königreich des Friedens aufgenommen. Wo sie durch Krieg gegeneinander und Auflehnung gegen Gott getrennt waren, werden sie in ein Königreich der Vergebung aufgenommen. Die Königsherrschaft von Jesus und seine vom Geist erfüllte Kirche werden zum Werkzeug der Heilung – nicht nur für ein Volk oder eine Sprache, sondern für jedes Volk und jede Sprache.

Angeleitetes Gebet

Wir beten nun so, wie Jesus, der zum Himmel aufgefahrene König, der alle Völker zu Gott zurückbringt, es seine Kirche gelehrt hat:

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Verherrlichung in Ewigkeit.

Amen.

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