Einleitung
Jedes Jahr begleitet die Kirche betend die 10 Tage nach der Himmelfahrt von Jesus. In dieser Zeit warteten die Jünger auf das verheißene Geschenk des Heiligen Geistes an Pfingsten. Nun lernen wir, mit ihnen zu warten – voller Sehnsucht nach dem erneuernden Wirken des Geistes – und entdecken dabei ein Muster in der Heiligen Schrift: Gott steigt auf, um zu herrschen, und erfüllt Menschen mit dem Heiligen Geist, damit sie mit ihm herrschen können.
Dieses Muster haben wir in 1. Mose gesehen: Gott formt Menschen aus Staub und erfüllt sie mit dem Geist Gottes, dann steigt er am siebten Tag der Schöpfung auf zu seiner königlichen Ruhe. Doch finstere geistliche Mächte ahmen dieses Muster nach und verzerren es, um ein gefälschtes Königreich zu errichten: eine rivalisierende Erfüllung in der Rebellion der Söhne Gottes und eine rivalisierende Thronbesteigung beim Turmbau zu Babel. Nun findet die Geschichte ihre wahre Erfüllung in Jesus, der über jeden Gott hinaufsteigt und verspricht, sein Volk mit Gottes Geist zu erfüllen.
Gott-Mensch auf dem Thron
Am Anfang schuf Gott die Menschen, damit sie gemeinsam mit ihm über die Schöpfung herrschen und die Welt mit seinem Bild füllen. Doch stattdessen schloss sich die Menschheit einem rivalisierenden Königreich an, rebellischen Geistern, die die Welt in Tod und Zerstörung zogen. In seiner Barmherzigkeit versprach Gott, sein Bild zu retten und wiederherzustellen. Die Menschen waren geistlichen Mächten versklavt, verdorben und ihrer Berufung entfremdet, die Erde mit Gottes blühendem Leben und seiner Ähnlichkeit zu füllen. Darum kam Gott als Mensch, um sie von den rebellischen Mächten zu befreien und ihnen die Rolle zurückzugeben, für die sie bestimmt waren: Mitherrscher an Gottes Seite zu sein. Damit Menschen ganz göttlich werden können, wurde Gott ganz Mensch.
Jesus, der Sohn Gottes, kam als Menschensohn und besiegte die rivalisierenden Söhne Gottes, die sein Volk versklavt hatten. Er brach die Macht des Bösen und besiegte den Tod selbst, indem er starb und aus dem Grab auferstand. Nach seiner Auferstehung erschien Jesus seinen Jüngern und sagte ihnen, dass die ganze Heilige Schrift auf diese Erfüllung hingewiesen hatte (Lukas 24,44-47). Von den ersten Seiten der Bibel an wollte Gott gemeinsam mit seinem Volk herrschen und es mit seinem Leben erfüllen. Nun hat er in Jesus die Mächte des Bösen und des Todes besiegt. Der auferstandene Leib von Jesus ist der Beweis des Sieges. In seiner Auferstehung wird die Menschheit befreit. In seiner Himmelfahrt werden die rivalisierenden Mächte entthront. Jesus ist aufgestiegen, um die Völker wieder für Gott in Besitz zu nehmen.
Durch den aufgefahrenen und herrschenden Christus kann die Menschheit nun gemeinsam mit Gott über die Schöpfung herrschen, wozu sie geschaffen wurde. Weil Gott durch Jesus uns gleich geworden ist, können wir in Christus ihm gleich werden (Hebräer 2,10-18). Weil der Gott-Mensch Jesus auf seinen Thron aufgestiegen ist, werden Menschen in ihre Schöpfungsbestimmung zurückversetzt: mit Gott zu herrschen.
Warte darauf, erfüllt zu werden
Die Jünger verstanden, dass die Himmelfahrt von Jesus bedeutete, dass sie Gottes Königreich gemeinsam mit ihm regieren würden. Doch Jesus sagte ihnen, sie sollten warten, bis sie mit dem Geist erfüllt würden (Apostelgeschichte 1,5-7). Sie würden an seinem Königreich teilhaben, indem sie sein eigenes Leben und seine Kraft teilten, und dieses Königreich dann als seine Zeugen von Jerusalem bis ans Ende der Erde ausbreiten (Apostelgeschichte 1,8). Sie würden bezeugen: Ein Menschensohn ist zur rechten Seite Gottes aufgestiegen, und in Jesus stellt Gott geisterfüllte Menschen als seine Mitherrscher und Bilder wieder her. Doch dazu mussten sie auf Gottes Geist warten.
So wie die Menschheit in Jesus zum Thron des Himmels aufgestiegen ist, so wird der Himmel im Geist auf die Erde herabkommen und das Volk des Königs erfüllen. In Jesus nahm Gott menschliches Fleisch an. Nun wird menschliches Fleisch durch den Geist zur Wohnung Gottes.
Angeleitetes Gebet
Wir antworten im Gebet, so wie Jesus es uns gelehrt hat – der heilige Sohn Gottes und der wahrhaftig aufgefahrene Mensch:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Verherrlichung in Ewigkeit.
Amen.
