Was geschieht hier?
Mit dem Segen und den Flüchen des letzten Abschnitts sind die Worte von Gottes Bundesgesetz zu ihrem Ende gekommen. Nun bittet Gott Israel inständig, sich für den Gehorsam zu entscheiden.
Doch gleich darauf erfahren wir: Gott hat Israel noch kein Herz gegeben, das versteht, keine Augen, die sehen, und keine Ohren, die hören (5. Mose 29,3).
Das führt zu einer Vorhersage, die Mose über Israels Zukunft macht. Sie werden Gott nicht gehorchen und aus dem Land vertrieben werden. Die Flüche, die im letzten Abschnitt beschrieben wurden, werden in Erfüllung gehen (5. Mose 29,22).
Aber Gott wird sie nicht für immer im Exil lassen. Er verspricht, dass er das Herz seines Volkes beschneiden wird – er wird ihnen die innere Haltung geben, die sie brauchen, um endlich zu gehorchen (5. Mose 30,6). Sie werden in das Land zurückkehren, Gott lieben und für immer mit ihm leben (5. Mose 30,3).
Das Gesetz ist nicht zu schwer zu halten, und doch wird Israel es brechen (5. Mose 30,11).
Wir denken oft, die Gebote seien unmöglich zu befolgen oder viel zu streng. Tatsächlich aber sind es sehr klare, einfache Gebote, die Israel gar nicht so viel abverlangen.
Der Sinn dieser Einfalt des Gesetzes liegt nicht darin, dass es leicht zu befolgen wäre. Das Gesetz wurde vielmehr gegeben, um deutlich zu machen, wie sündig das menschliche Herz ohne Gott ist. Wir können nicht einmal die einfachsten Gebote halten (Römer 5,20).
Wo ist das Evangelium?
Denke an das Gebot: „Du sollst nicht lügen.“ Das ist nicht schwer. Und doch lügen wir alle. Auch wir haben ein hartes Herz. Was ist also die Lösung?
Jesus erwirbt den Segen des Gesetzes für jeden, der an ihn glaubt. Wir müssen uns nicht zum Himmel hinaufarbeiten – Jesus ist vom Himmel zu uns herabgekommen (Römer 10,6). Wir müssen uns nicht selbst den Weg aus dem Tod verdienen – Jesus hat das Grab schon für uns besiegt (Römer 10,7).
Wir halten das Gesetz, indem wir Jesus vertrauen.
Und wenn wir ihm vertrauen, gibt Jesus uns das neue Herz, von dem Mose sagte, dass wir es brauchen. Wir können den Geboten des Gesetzes tatsächlich gehorchen, weil wir durch den Geist Jesu leben, der in uns wohnt (Römer 8,5).
Nun ist es nicht mehr das Gesetz, das uns nahe ist, damit wir uns für den Gehorsam entscheiden können (5. Mose 30,14). Vielmehr ist der Heilige Geist uns noch näher, und er bewirkt in uns den Gehorsam (Römer 8,13).
Überzeuge dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der uns Gebote gibt, die nicht unmöglich sind – auch wenn wir sie trotzdem übergehen. Und dass du Jesus siehst als den, der das Gesetz für uns hält, uns dann aber neue Herzen gibt, damit auch wir es befolgen können.

