Was passiert hier?
Moses Rede, in der er die Zehn Gebote entfaltet, geht weiter mit dem Gebot, Vater und Mutter zu ehren. Doch dieses Prinzip reicht über die Familie hinaus. Mose unterweist das Volk über die Anführer in der Gesellschaft als Ganzem, die es ehren und denen es gehorchen soll. Es gibt vier Kategorien von Führung: Richter, Könige, Priester und Propheten.
In jeder Stadt soll das Volk Richter einsetzen, die Streitfälle unter ihren Landsleuten entscheiden. Sie sollen das Gesetz genau kennen. Wenn aber ein Fall auftritt, der für sie zu schwierig ist, bringen sie ihn im Tempel vor Jahwe (5. Mose 17,8).
Das Volk darf um einen König bitten. Doch der König muss von Gott erwählt sein, aus Israel stammen und sich nicht übermäßigem Reichtum, vielen Frauen oder Kriegen hingeben (5. Mose 17,15). Der König soll ständig die Thora studieren, Gott fürchten und Israel helfen, das Gesetz zu halten.
Drittens kommen die Priester aus dem Stamm Levi, die am Tabernakel dienen. Mose erinnert das Volk daran, dass die Leviten kein eigenes Land besitzen werden, sondern von den Gaben des übrigen Israel versorgt werden müssen (5. Mose 18,2).
Schließlich spricht Mose über die Aufgabe des Propheten. Ein Prophet redet die Worte Jahwes, die Gott ihm unmittelbar gibt. Wenn etwas von dem, was er sagt, nicht eintrifft, dann ist diese Person kein Prophet (5. Mose 18,22).
Diese Anführer sind vor allem dazu da, dem Volk zu helfen, Gottes Gesetz zu halten. Doch das restliche Alte Testament zeigt Richter, die versagen, Könige, die Götzen anbeten, Priester, die das Gesetz vergessen, und Propheten, die unwidersprochen falsche Botschaften verkünden.
Wo ist das Evangelium?
Jesus dagegen besteht in allen vier Kategorien.
Jesus ist unser vollkommener Richter. Er nimmt keine Bestechungsgeschenke an, bevorzugt niemanden, wahrt immer die Gerechtigkeit, und seine Urteile sind stets vollkommen (Römer 2,11). Er ist auch der einzige Richter, der gerecht spricht, indem er den Makel der Sünde von uns nimmt und uns stattdessen rechtschaffen macht (Römer 3,26).
Jesus ist unser vollkommener König. Er kannte das Gesetz nicht nur vollkommen, er erfüllte es auch vollkommen (Matthäus 5,17). Darum sitzt er nicht auf einem Thron und zwingt seinem Volk das Gesetz auf, sondern er verließ seinen Thron, um das Gesetz gemeinsam mit seinem Volk vollkommen zu leben. Und dann führt er uns, wie ein guter König, dazu, seinem Gesetz als Bürger seines Reiches zu folgen (Römer 8,1-4).
Jesus ist unser vollkommener Priester. Während die Priester Israels von den Gaben des Volkes versorgt wurden, brachte Jesus sein eigenes Schlachtopfer dar (Hebräer 10,12). Er gab sich selbst dahin, um ein für alle Mal Vergebung zu schaffen für jeden, der an ihn glaubt (Hebräer 10,10).
Und schließlich ist Jesus der vollkommene Prophet, dessen Kommen Mose angekündigt hat. Er hat uns nicht nur Gottes Wort vollkommen weitergesagt, er war Gottes vollkommenes Wort als Mensch aus Fleisch und Blut (Hebräer 1,3).
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet für den Gott, der Anführer gibt, die Gerechtigkeit und Gnade aufrechterhalten. Und mögest du Jesus als den endgültigen Anführer sehen, der beides vollkommen für uns aufrechterhält.

