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Andacht

Hesekiel 33

Ein Prophet der Hoffnung

In Hesekiel 33 sehen wir: Jesus starb, um Menschen, die von Tod und Zerstörung bedroht sind, zu sagen, dass Buße zu Leben und Geborgenheit in seinem Königreich führt.

Was passiert hier?

Seit zehn Jahren warnt Hesekiel Israel, dass ihre Ablehnung Gottes und ihre fehlende Buße zur Zerstörung ihrer Heimat führen würden. Und seit zwölf Monaten wird Jerusalem von Babylon angegriffen. Hesekiels Prophetien über den Fall Jerusalems stehen kurz davor, sich zu erfüllen. Doch in diesem verzweifelten Moment beruft Gott Hesekiel neu – nicht als Propheten der Zerstörung, sondern als Propheten der Hoffnung. 

Vor zehn Jahren, als Hesekiel in einem israelitischen Flüchtlingslager in Babylon saß, berief Gott ihn dazu, wie ein Wächter auf einer Stadtmauer zu sein. Er sollte Ausschau halten und die kommende Bedrohung von Gottes Gericht ankündigen. Das Königreich Babylon stand vor der Tür, und Gottes Volk sollte auf Hesekiels Warnungen hören und Buße tun (Hesekiel 3,16-27). Seitdem war Hesekiel ein treuer Wächter, doch die Bürger Israels haben seine Warnungen nicht beachtet. Deshalb steht ihre Nation nun kurz davor, der Invasion Babylons zu erliegen. Gottes Volk im Exil fragt Gott, wie es weiterleben soll, wenn seine Familien und Heimatorte kurz vor der Zerstörung stehen (Hesekiel 33,10). Und Gott antwortet, dass er am Tod keines Menschen Freude hat. Gott gibt gern Leben. Und Gott wird dem sterbenden Israel Leben geben, wenn es nur Buße tut und zu Gott zurückkehrt (Hesekiel 33,11). Wenn sie nur auf Gottes neu berufenen Wächter Hesekiel hören, wird Gott seinem Volk vergeben und die Invasion Babylons abwenden (Hesekiel 33,11-16). Doch Gottes Volk im Exil glaubt nicht, dass Hesekiel wirklich als Gottes Prophet handelt, und behauptet, er sei willkürlich: Gott verspricht in einem Moment Gericht und im nächsten Vergebung. Doch Hesekiel bittet sie inständig, seine Warnung anzunehmen, und sagt, dass Gott durchweg bereit gewesen ist zu vergeben; das Problem ist, dass Israel durchweg nicht bereit war, Buße zu tun (Hesekiel 33,17-20). 

Dann, wie zum Beweis, dass Hesekiel die ganze Zeit über Gottes Prophet und Wächter gewesen ist, kommt ein Flüchtling aus dem belagerten Jerusalem in Babylon an und verkündet, dass Jerusalem, die Hauptstadt Israels, gefallen ist (Hesekiel 33,21-22). Wie Hesekiel prophezeit hat, hat Gott Jerusalem schließlich gerichtet, und traurigerweise sind die Überlebenden noch immer nicht bereit, Buße zu tun (Hesekiel 33,23-26). Deshalb bleibt Gott in seiner Gerechtigkeit konsequent und lässt zu, dass ihre Heimat noch weiter verfällt (Hesekiel 33,27-29). All das sollte den Israeliten im Exil beweisen, dass Hesekiel die ganze Zeit Gottes Prophet gewesen ist. Sie haben sich geirrt, als sie seine Prophetien als willkürliche Geschichten und Gedichte abgelehnt haben. Doch das sollte auch eine Frohe Botschaft sein. Wenn Hesekiel mit der Zerstörung Israels recht hatte, dann hat er auch damit recht, dass Gott vergeben und Israel neues Leben schenken wird, wenn es Buße tut und auf Gottes Wächter hört (Hesekiel 33,30-33).

Wo ist das Evangelium?

Hesekiels Botschaft der Hoffnung an das böse und götzendienerische Israel lautet: Gott hat keine Freude daran, Gerechtigkeit an den Gottlosen zu vollstrecken (Hesekiel 33,11). Gott hat Freude daran, Leben zu geben und zu schenken. Zwar bestrafte Gott ihre hartherzige Sünde, für die sie keine Buße taten, indem er ihre Nation zerstörte, doch Gott will nicht, dass irgendjemand stirbt. Gott ist bereit zu vergeben und ihr Königreich wiederherzustellen, wenn sie bereit sind, Buße zu tun. Darum sandte Gott einen weiteren Wächter und Propheten zu seinem Volk. Sein Name war Jesus. Wie Hesekiel sagte Jesus zu Israel, es solle Buße tun, denn das Reich Gottes sei nahe. Das Königreich der Vergebung und Erneuerung, das ihre Vorfahren abgelehnt hatten, wurde ihnen nun angeboten (Markus 1,15). 

Von dem Moment dieser Ankündigung des Königreichs an war der Dienst Jesu letztlich nicht von Verurteilung und Gericht geprägt, sondern von Vergebung und Erlösung (Johannes 3,17). Selbst die angeblich Schlimmsten der Gesellschaft – Prostituierte und Verräter – sahen im Dienst Jesu ihre einzige Hoffnung auf Erlösung (Lukas 5,27-31). Doch wie Hesekiels Botschaft wurde auch Jesu Botschaft von vielen abgelehnt. Die, die sich weigerten, Buße zu tun, kreuzigten ihn schließlich. Und doch: Während Jesus starb, bat ein Mann, der neben ihm starb, mit seinen letzten Atemzügen um Vergebung. Jesus sagte ihm, dass er aufgrund seiner Buße im Angesicht des Todes sogar in Gottes Königreich kommen und für immer leben würde (Lukas 23,42-43). Wie ein treuer Wächter starb Jesus, um Menschen, die von Tod und Zerstörung bedroht sind, zu sagen, dass Buße zu Leben und Geborgenheit in seinem Königreich führt. Hesekiels Prophetien des Untergangs erwiesen sich in der Zerstörung Israels als richtig, doch Jesu Prophetien von Vergebung und ewigem Leben erwiesen sich als richtig, als Gott ihn von den Toten auferweckte. Wie Hesekiel sagte: Gott hat keine Freude am Tod. Gott will, dass alle Menschen seine Vergebung und das ewige Leben erfahren. In Jesus ist das Königreich der Vergebung Gottes gekommen. Wende dich also Jesus zu, denn er vergibt immer denen, die zu ihm rufen.

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet für den Gott, der keine Freude am Tod hat. Und mögest du Jesus als den sehen, der von den Toten auferstanden ist, um uns Leben für immer zu bringen.

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