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Andacht

Hesekiel 1-3

Der Prophet der neuen Schöpfung

In Hesekiel 1-3 sehen wir, dass Jesus der endgültige Prophet der neuen Schöpfung ist. Jesus ist der letzte Hesekiel, der gekommen ist, um seinem Volk Leben zu bringen.

Was geschieht hier?

Das Volk, das Gott einst erwählt hatte, um der Welt Leben zu bringen, liegt im Sterben. Israel steht unter der Herrschaft Babylons, und es scheint kaum Hoffnung zu geben, dass es je das Volk wird, das es sein soll. Doch eines Tages, während ein Mann namens Hesekiel am Ufer eines Kanals sitzt, öffnet sich der Himmel. Hesekiel sieht eine Vision des Schöpfergottes, und Gott beruft ihn zu seinem Propheten für das sterbende Israel (Hesekiel 1,1-3). 

Fast alles, was Hesekiel in seiner Vision sieht, soll die Verbannten daran erinnern: Der Gott, der die Welt geschaffen hat, kann sie neu schaffen – selbst nachdem ihre Welt zerstört wurde. Zuerst sieht Hesekiel einen Sturmwind, so voller Blitze, dass die Wolken aussehen, als würden sie brennen (Hesekiel 1,4). Der Wind erinnert an Gottes „Wind“ oder „Geist“, der über den Wassern der Urerde schwebte (1. Mose 1,2; Hesekiel 1,3-4). Das stürmische Licht, das über der babylonischen Wüste aufgeht, ist wie das Licht, das Gott vor der Schöpfung über das Chaos leuchten ließ (1. Mose 1,3; Hesekiel 1,4). Diese ersten Bilder sagen uns: Hesekiel sieht den Gott, der die Welt geschaffen hat. Doch mitten im Sturm sind vier Wesen mit Flügeln (Hesekiel 1,5-9). Jedes Wesen hat vier Gesichter: eines ist menschlich, ein anderes das eines Löwen, ein anderes das eines Rindes und das letzte das eines Adlers. Die Wesen stehen dafür, dass die ganze geschaffene Ordnung (Menschen, wilde Tiere, gezähmte Tiere und fliegende Tiere) von Gott regiert wird. Jedes Wesen ist mit zwei Rädern verbunden, die ineinander liegen, und die Räder sind voller Augen (Hesekiel 1,10-21). Die Augen sind ein Sinnbild dafür, dass Gott alles auf der Erde sieht, die er geschaffen hat, und die Räder, die in jede Richtung fahren können, sagen uns: Gott kann hingehen, wohin er will. Schließlich sieht Hesekiel, dass die Wesen das Himmelsgewölbe tragen, und über dem Gewölbe sitzt ein feuriger König auf einem Thron, umgeben von Licht (Hesekiel 1,22-27). Dieser feurige König ist Gott, der in Macht über dem Himmel thront und die Erde regiert. Hesekiels Vision macht Hoffnung: Trotz des Exils Israels steht der Gott der Schöpfung bereit, seinem Volk neues Leben zu geben.

Als Sinnbild dieses neuen Lebens fällt Hesekiel in Ohnmacht, nachdem er die Vision des Gottes der Schöpfung gesehen hat (Hesekiel 1,28). Doch Gott richtet Hesekiels Leib aus dem Staub auf, so wie er Adam aus dem Erdboden aufrichtete. Gott nennt ihn sogar „Sohn Adams“ (auch wenn deine Bibel es vielleicht mit „Menschensohn“ übersetzt) und beruft ihn zu seinem Propheten der neuen Schöpfung für sein sterbendes Volk (Hesekiel 2,1-4). Trotz allen Widerstands, sagt Gott, muss Hesekiel seine Worte treu weitersagen (Hesekiel 2,5-7). Plötzlich wird Hesekiel eine Schriftrolle mit Gottes Botschaft an Israel gereicht, und er isst sie. Das ist ein Zeichen dafür, dass er bereit ist, Gottes Prophet zu sein (Hesekiel 2,8–3,3). Dann macht Gott Hesekiel Mut: Er wird ihn zuerst stärker machen als den Widerstand, dem er begegnen wird (Hesekiel 3,4-11). Plötzlich ist Hesekiel wieder am Kanal und ist die nächsten sieben Tage fast tot (Hesekiel 3,12-15). Doch Gott bläst neues Leben in Hesekiels fast toten Leib und sagt ihm, er solle seinen Auftrag beginnen. So wie ein Wächter vor drohender Gefahr warnt, um das Leben derer zu bewahren, über die er wacht, so werden Hesekiels Warnungen – wenn man auf sie hört – das neue Leben sichern, das Gott seinem Volk geben will (Hesekiel 3,16-23). Mit dieser Warnung schickt Gott Hesekiel nach Hause, wo er auf seine erste Botschaft warten soll (Hesekiel 3,24-27). 

Wo ist das Evangelium?

Hesekiels Vision von Gottes schöpferischer, lebensspendender Macht sollte ein im Exil sterbendes Israel ermutigen, auf Hesekiel zu hören und Gottes schöpferische Kraft zu erfahren, die ihr totes Volk aus dem Exil auferstehen lassen würde. Traurigerweise hörten nur ganz wenige in Israel auf Hesekiel. Die Folge: Israels Hauptstadt erholte sich nie wieder. Jahrhundertelang wurde Gottes Volk von verschiedenen Völkern gefangen gehalten, bis Gott einen neuen Propheten zum sterbenden Israel sandte: Jesus. Wie Gott Hesekiel am Ufer eines Kanals berief, so beruft er Jesus, indem er den Himmel über einem Fluss öffnet (Lukas 3,21-22). Ein geflügeltes Wesen kommt herab, während eine Stimme aus dem Himmel verkündet, dass dieser Menschensohn Gottes erwählter Prophet ist, der einem sterbenden Volk neues Leben bringen soll (Lukas 3,38). Und wo Hesekiel eine Schriftrolle aß, um Gottes Auftrag anzunehmen, beginnt Jesus seinen Auftrag damit, aus einer Schriftrolle zu lesen und die Frohe Botschaft zu verkünden: Gottes Pläne für die neue Schöpfung sind endlich Wirklichkeit geworden (Lukas 4,16-20). Jesus ist der endgültige Prophet der neuen Schöpfung. Jesus ist der letzte Hesekiel, der gekommen ist, um seinem Volk Leben zu bringen.

Doch während Hesekiel den kommenden Tod und das Exil ankündigte, die auf Israel zukamen, und den Schutz, den es haben würde, wenn es hörte, kündigte Jesus seinen eigenen Tod an – und das Auferstehungsleben, das er und seine Nachfolger danach haben würden (Markus 8,31-33; 9,30-32; 10,32-34). Hesekiel war ein Wächter, der die Zerstörung seines Volkes ansagte, Jesus aber war ein Prophet seines eigenen Todes. Jesus lehrte: Wenn Menschen seine Botschaft von der neuen Schöpfung annehmen, wird Gott sein Volk neu schaffen (2. Korinther 5,17). Jesus versprach, dass die, die zu ihm gehören, für immer leben werden, wenn sie seine Botschaft annehmen (Johannes 3,16). Und Jesus lehrte das nicht nur, er tat es auch. Jesus starb, aber er stand auch von den Toten auf. Und wenn wir an Jesu Tod und Auferstehung glauben, werden auch wir dem Tod entkommen und für immer mit ihm leben. 

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der über die ganze Schöpfung herrscht. Und dass du Jesus als den siehst, der Hesekiels Auftrag der neuen Schöpfung vollendet hat. 

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