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Andacht

Hesekiel 29-32

Ägyptens Stolz

In Hesekiel 29–32 sehen wir: Durch Jesu Tod und Auferstehung hat Gott unsere letzten Feinde entwaffnet und das Böse in der Welt gerichtet.

Was geschieht hier?

In den letzten Kapiteln hat Hesekiel den Untergang von sechs Nationen angekündigt, die Israels Fall an Babylon bejubelt und die Schwäche des Volkes ausgenutzt haben. In einer siebten Prophetie, die den Höhepunkt bildet, sagt Hesekiel, dass auch Ägypten zerstört wird. In der Vergangenheit hatte Ägypten die gesamte Bevölkerung Israels versklavt, als sie noch ein Nomadenvolk in der Wüste waren. Der gegenwärtige Pharao Ägyptens hat nicht nur Grausamkeiten begangen, sondern auch behauptet, er sei ein Gott, der den Nil geschaffen habe. Deshalb sagt Hesekiel dem Pharao in einer Reihe von Prophetien, dass Gott Babylon aufsteigen ließ, um Ägypten für seinen Stolz, seinen Opportunismus und sein Böses zu demütigen und zu zerstören. In seinem Stolz wird der Pharao als bösartiger Meeresdrache dargestellt, der die Herrschaft über sein Reich beansprucht (Hesekiel 29,1-3). Doch Hesekiel warnt: Gott wird ihn mit der Harpune aus seinem Wasserreich ziehen und in die Wüste schleudern, wo er machtlos ist. Dort wird er sterben, und wilde Tiere und Vögel werden seinen Kadaver fressen (Hesekiel 29,4-5). Für Gott ist der Pharao kein furchterregender Drachengott, sondern ein gestrandeter Wal. Hesekiel sagt, dass Ägypten innerhalb von vierzig Jahren nur noch ein Gerippe des einstigen Weltreichs sein wird und sich nie wieder in Stolz oder Macht erheben wird (Hesekiel 29,6-16). Gott wird die Heere Babylons schicken, um den Stolz des Pharaos dem Erdboden gleichzumachen, und wird den Reichtum Ägyptens dem König von Babylon geben (Hesekiel 29,17-20). Ein ganzes Kapitel lang beschreibt Hesekiel die umfassende Verwüstung, die Babylon über Ägyptens Land, Städte und Menschen bringen wird (Hesekiel 30,1-19). Ohne Verbündete, die es retten könnten, wird Ägypten zerstört werden und sich nie wieder erheben (Hesekiel 30,20-26). Ägyptens einzige Hoffnung, die eigene Nation zu retten, besteht darin, sich zu demütigen und sich der Macht Babylons zu beugen.

Etwa ein Jahr später verschärft Hesekiel seine Prophetien gegen den Stolz des Pharaos. Er vergleicht den Pharao und Ägypten mit dem schönsten Baum im Garten Eden und mit der höchsten Zeder in den damals berühmten Wäldern des Libanon. Ihre starken, dicht belaubten Äste spenden allen Tieren Schatten, die Zuflucht vor der heißen Sonne suchen (Hesekiel 31,1-9). Doch der Baum wird stolz auf seine herausragende Stellung, und Babylon fällt ihn kurzerhand (Hesekiel 31,10-13). Dieser Baum wird dann begraben. Das ist eine Warnung für den Pharao und eine Lektion für die anderen Nationen (Hesekiel 31,14-18). Der Pharao und Ägypten werden für ihren nationalen Stolz nicht nur gestürzt, sondern vor aller Welt gedemütigt. Nachdem Ägypten wie ein Baum niedergeworfen worden ist, greift Hesekiel das Bild des Meeresdrachen erneut auf (Hesekiel 32,1-2). Der Meeresdrache Ägyptens wird von den Heeren Babylons in der Wüste zum Verwesen zurückgelassen (Hesekiel 32,3-16). Das Drachenbild wird noch einmal aufgegriffen, um zu betonen, dass Ägyptens Fall gewiss eintreten wird. Hesekiel fügt hinzu: Nachdem Ägypten politisch gedemütigt ist, wird der Meeresdrache Ägyptens in die Totenwelt verbannt, wo selbst die Toten seinen Machtverlust verspotten (Hesekiel 32,3-16.17-31). Die Aussage von Hesekiels Prophetien ist eindeutig: Ägyptens Stolz ist ungeheuerlich. Ägyptens König hält sich für einen Gott, und wegen dieses Stolzes hat Gott Babylon gesandt, um Ägypten zu demütigen. 

Wo ist das Evangelium?

Ein Grund, weshalb Hesekiel diese Prophetie gegen Ägypten aufgenommen hat, ist: Während der ganzen Belagerung Jerusalems durch Babylon setzten Israels Führer auf ein Bündnis mit Ägypten, das sie vor Babylons Angriff retten sollte. Hesekiel warnt Israel also unter anderem davor, der stolzen Nation Ägypten zu vertrauen – denn kein überheblicher Herrscher, wie mächtig er auch sein mag, kann der unausweichlichen Macht Gottes standhalten. Gott wird immer die erniedrigen, die die Schwachen ausnutzen und sich in ihrem Stolz gegen ihn auflehnen. Und so, wie er den Meeresdrachen Pharao erschlug, wird Gott alle stolzen Mächte erschlagen. Schließlich sandte Gott den endgültigen Drachentöter, Jesus, um den endgültigen Drachen zu richten: Satan.

Satan tritt auf den ersten Seiten der Bibel als Drache auf – als sprechende Schlange, die Gottes Kinder, Adam und Eva, dazu verführte, sich in ihrem Stolz gegen ihren Schöpfer aufzulehnen (1. Mose 3,1). Von diesem Moment an versprach Gott, dass Satan und seine Nachkommenschaft im Krieg mit Eva und ihren Söhnen liegen würden. Doch er versprach auch, dass eines Tages einer der Söhne Evas Satans Macht für immer zertreten würde (1. Mose 3,15). Von da an ist die Geschichte der Bibel voll von mächtigen Herrschern wie dem Pharao und König Herodes, die hebräische Jungen ermordeten, um die Geburt des Drachenzertreters Jesus zu verhindern.

Doch sie alle scheiterten. Jesus wurde geboren, und sein Leben war geprägt von seiner Macht, Dämonen auszutreiben, Menschen aus der Knechtschaft unter Satans Macht zu befreien und den Tod zu besiegen (Matthäus 8,16). Genau wie Gott es Eva versprochen hatte, zertrat Jesus Satans Macht, indem er von den Toten auferstand. Satan konnte Jesus nicht in der Totenwelt festhalten. In seiner Auferstehung werden die ungeheuerlichen Mächte einer verdorbenen Religion, mordender Könige und selbst des Todes vollständig entwaffnet und ihrer Zähne beraubt (Kolosser 2,15). Jesus ist der endgültige Drachentöter. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er unseren letzten Feind entwaffnet. Und eines Tages wird er den letzten Drachen und seine Verbündeten erschlagen und ihre Leichen den Vögeln überlassen (Offenbarung 19,17-21). Er wird den Drachen, das Totenreich und den Tod selbst hinabstürzen in ihren Untergang (Offenbarung 20,10.14). Wenn Jesus sein Werk vollendet hat, werden aller Stolz und alles Böse für immer verschwunden sein. An denen, die die Schwachen ausnutzen, wird Gerechtigkeit geübt werden. Israel hätte darauf vertrauen sollen, dass Gott seine Nation rettet, statt auf stolze Verbündete zu setzen, die dem Untergang geweiht waren. Genauso sollten wir dem Einen vertrauen, der Satan und den Tod besiegt hat und die Macht besitzt, die Welt wieder in Ordnung zu bringen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet für den Gott, der die Stolzen immer demütigt. Und mögest du Jesus als den sehen, der alle stolzen Mächte zerstört.

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