Was geschieht hier?
Wenn Jesus der Messias ist, warum kann es dann nicht jeder erkennen? Das ist die Frage, über die Matthäus uns nachdenken lässt, während wir Matthäus 13 lesen. Bis zu diesem Punkt haben Menschen daran gezweifelt, wer Jesus ist. Johannes der Täufer und seine Boten zweifelten daran, dass er der Messias ist (Matthäus 11,3). Die Pharisäer schleuderten ihm alle möglichen Vorwürfe voller Zweifel entgegen (Matthäus 12,2).
Doch Jesus antwortet auf diese Frage mit mehreren Gleichnissen. Jedes trägt auf eigene Weise zu Jesu Lehre über das Reich Gottes bei, aber in Matthäus 13 haben sie alle eine Botschaft gemeinsam: Das Reich Gottes ist verborgen.
Durch Gleichnisse über Saatgut, Weizen, einen Schatz und Fische sagt Jesus, dass das Reich Gottes wie ein Geheimnis ist (Matthäus 13,44). Doch dieses Geheimnis wird nicht jedem offenbart. Wie in den Gleichnissen vom Sämann, vom Weizen und von den Fischen: Manche verstehen es, andere nicht (Matthäus 13,48).
Warum ist das so? Jesus zitiert eine Prophetie Jesajas: „Ihr werdet hören und doch nicht verstehen, ihr werdet sehen und doch nicht erkennen“ (Matthäus 13,14).
Denn das Herz der Menschen war hart geworden. Ihre Ohren waren abgestumpft. Ihre Augen hatten sich verschlossen (Matthäus 13,15). Deshalb konnten sie die Wahrheit dessen, was Jesus tat, nicht glauben, nicht hören und nicht sehen.
Wie kam es dann, dass überhaupt jemand – wie die Jünger – zum Glauben kam? Jesus sagt: Weil ihnen die Fähigkeit gegeben wurde, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen, den anderen aber nicht (Matthäus 13,11).
Der Unterschied zwischen denen, die hören, und denen, die nicht hören, ist ein reines Geschenk.
Wo ist das Evangelium?
Der Kern dieses Abschnitts ist: Das Reich Gottes ist wie ein Geheimnis, verborgen vor der Welt. Wegen unserer harten Herzen und abgestumpften Ohren hätten alle Menschen es abgelehnt und eine Strafe empfangen, die Jesus als „Heulen und Zähneknirschen“ bezeichnet (Matthäus 13,42).
Doch die Frohe Botschaft ist: Gott hat uns sein Reich in der Person von Jesus offenbart (Matthäus 11,27). Ja, das verborgene Geheimnis ist in ihm vollständig offenbart.
Denn wer würde schon denken, dass es der richtige Weg ist, ein Reich zu bauen, indem man am Kreuz stirbt? Aber das scheinbar unbedeutende Leben und Sterben von Jesus sollte wie ein Senfkorn zum Reich Gottes heranwachsen.
Jesus hat diese Geheimnisse offenbart und angeboten, uns vor dem Heulen und Zähneknirschen zu retten, das wir verdient hätten. Wer das Geschenk von Jesus versteht, ist wie ein Mann, der auf eine besonders wertvolle Perle stößt und alles verkauft, was er hat, um sie zu kaufen (Matthäus 13,46).
Es geht nicht darum, wie viel du zu zahlen bereit bist, um sie zu kaufen. Wir haben schon gesehen, dass das Reich Gottes ein reines Geschenk ist. Es geht darum: Ist Jesus in deinen Augen alles wert? Wenn ja, dann sagt Jesus dir heute, was er damals zu seinen Jüngern sagte: „Selig sind deine Augen, denn sie sehen“ (Matthäus 13,16).
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist deine Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der seit dem Anfang der Zeit einen verborgenen Plan hat. Und mögest du Jesus als den Einzigen sehen, der diesen Plan vollkommen erfüllt.


