Was passiert hier?
Diese Kapitel zeigen das Problem einer Religion, die verderben kann, und die Notwendigkeit, darauf zu vertrauen, dass Jesus als Sohn Gottes gekommen ist, um sie wieder in Ordnung zu bringen.
Der Abschnitt beginnt damit, dass Jesus in Jerusalem einzieht – auf einem jungen Esel reitend und wie ein König empfangen. Die Menschenmenge jubelt ihm zu, und für einen Augenblick sieht es aus, als würden die Leute Jesus als den Messias erkennen (Matthäus 21,9).
In einer symbolischen Handlung der Reinigung geht Jesus in den Tempel und treibt die Händler hinaus. Der Tempel war verdorben, und Jesus sprach sein Urteil über ihn.
Genauso verflucht Jesus einen Feigenbaum, der keine Frucht trägt (Matthäus 21,19). Das ist ein lebendiges Bild von dem, was im Tempel geschehen ist. Wie der Feigenbaum hatte auch der Tempel aufgehört, Frucht zu bringen. Darum verflucht Jesus ihn.
Anschließend erzählt Jesus drei Gleichnisse, in denen er die religiösen Führer als ungehorsame Kinder, als mörderische Pächter und als gleichgültige Eingeladene eines Hochzeitsfestes zeichnet.
Verschiedene religiöse Gruppen versuchen abwechselnd, Jesus mit verfänglichen theologischen Fragen zu einer belastenden Aussage zu verleiten. Doch Jesus durchkreuzt ihre Pläne immer wieder mit Gottes Wahrheit.
Schließlich antwortet Jesus mit einer eigenen Frage aus den Psalmen über den Christus (Matthäus 22,42). Die religiösen Führer können nichts darauf antworten und verstummen.
Jesus richtet sieben Weherufe direkt an die Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie predigen eine Version der Wahrheit, aber sie leben sie nicht.
Jesus klagt darüber, dass Jerusalem, die Stadt des Volkes Gottes, sich geweigert hat, zu ihm zu kommen (Matthäus 23,37). Wie der verdorrte Feigenbaum und wie der Tempel, dessen Zerstörung bevorsteht, sind auch sie verlassen und verwüstet, sagt Jesus (Matthäus 23,38).
Wo ist das Evangelium?
Mindestens zwei Prophetien erfüllten sich, als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog. Die eine sprach von Israels lang erwartetem König, der auf einem Esel zu seinem Volk kommt (Sacharja 9,9). Die andere erfüllte sich, als die Menschen „Hosanna“ riefen, was „rette uns“ bedeutet – aus Psalm 118,25.
Jesus würde diesen Schrei nach Erlösung beantworten, indem er tat, was der Tempel nicht vermocht hatte. Indem er ihn von den Händlern räumte, brachte Jesus den Betrieb des Opfersystems zum Stillstand – eine prophetische Demonstration dafür, wie sein Opfertod die Notwendigkeit des Tempelsystems ein für alle Mal beenden würde.
Vielleicht fragst du dich: „Wie kann ich vermeiden, so zu sein wie die Pharisäer, die Jesus zurechtweist?“ Aus den harten Worten Jesu können wir viel lernen – zum Beispiel: „Lebe, was du predigst.“ Aber eine Lehre steht über allen anderen: Weise Jesus nicht zurück.
Die Pharisäer sind wie ein Sohn, der sagt, er werde seinem Vater gehorchen; doch ihre Ablehnung von Jesus zeigt, dass sie es nicht tun. Sie sind wie die Pächter eines Weinbergs, die törichterweise planen, den Sohn ihres Herrn zu töten (Matthäus 21,38). Und sie sind wie unverständige Gäste, die die Einladung zu einem großen Hochzeitsfest ausschlagen (Matthäus 22,5).
Wie können wir vermeiden, wie die Pharisäer zu sein? Nimm Jesus an!
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der unser Gebet um Rettung beantwortet. Und mögest du Jesus als den Erlöser sehen, der diese Rettung vollbringt, indem er den Tempel durch sein eigenes Fleisch und Blut ersetzt.


