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Andacht

Matthäus 18

Ansehen, Schafe und Diener

In Matthäus 18 sehen wir, dass Jesus den höchsten Platz im Reich Gottes einnahm, indem er allen zum Diener wurde, um seine Schafe vor einem unausweichlichen Schicksal zu retten.

Was geschieht hier?

Die Jünger kommen mit einer brennenden Frage zu Jesus: Wer ist der Größte im Himmelreich? Jesus antwortet, indem er ein Kind zu sich ruft (Matthäus 18,2). Kinder hatten damals kein hohes gesellschaftliches Ansehen. Sie galten wenig. Jesus sagt, dass der Weg zur Größe im Reich Gottes darin besteht, sich selbst klein zu machen (Matthäus 18,4). 

Wir sollen nicht nur wie Kinder eine niedrige Stellung einnehmen, sondern uns auch um Kinder in einer niedrigen Stellung kümmern. Dazu gehört, ihnen zu helfen, sich von der Sünde fernzuhalten, und sie zu Gott zu führen (Matthäus 18,6). Wir sollen für Kinder sorgen, wie ein Hirte für seine Schafe sorgt und einem einzelnen nachgeht, wenn es sich verirrt hat (Matthäus 18,12). 

Jesus spricht über die Gefahren der Sünde. Wenn ein Mitchrist in Sünde fällt, soll die Kirche ihn zurechtweisen und ihm vergeben, wenn er Buße tut. 

Petrus fragt daraufhin: „Wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?“ Jesus antwortet: „Siebzigmal siebenmal.“ Das ist eine bildhafte Redeweise und will sagen: „Hör auf zu zählen.“ 

Jesus unterstreicht das mit einem Gleichnis von einem Herrn, der seinem Diener eine unermessliche Schuld erlässt. Doch dieser Diener ist nicht bereit, eine kleine Schuld zu erlassen, die ihm jemand schuldet (Matthäus 18,28). Die Geschichte macht deutlich: Gottes Vergebung treibt unsere Vergebung an. Wenn wir nicht vergeben, zeigen wir, dass wir nicht begriffen haben, wie viel Gott uns vergeben hat.

Wo ist das Evangelium?

Die beiden Gleichnisse in diesem Abschnitt zeigen uns, wie wir miteinander und mit Kindern umgehen sollen. Aber sie zeigen uns auch, wie Jesus mit uns als seinen Kindern umgegangen ist. 

Jesus stellt sich selbst als Hirten dar, der seine neunundneunzig Schafe zurücklässt, um das eine zu suchen, das sich verirrt hat. Er verließ den Himmel und die Gemeinschaft unzähliger Engel (Matthäus 18,10), um zu kommen und diese zwölf Jünger zu berufen. Letztlich ist Jesus der gute Hirte, der jedem seiner Schafe einzeln nachgeht.

Er wird auch mit einem König verglichen, der seinem Diener die Schulden erlässt. Jesus ist ein himmlischer König, und die Schuld, die wir haben, ist keine irdische Währung, sondern die untilgbare Last der Sünde. Doch Jesus rechnet uns diese Schuld nicht an – er löscht sie vollständig aus durch seinen Tod und seine Auferstehung (Kolosser 2,14). In ihm sind wir frei.

Jesus allein hat Macht und Ansehen im Reich Gottes. Und doch sucht er uns wie Kinder, befreit uns von der Versuchung, rettet uns wie verlorene Schafe und vergibt uns immer wieder, ohne mitzuzählen.

Und Jesus hat das alles vollbracht, indem er auf seine Rechte verzichtete. Er nutzte seine Identität als Gott nicht, um dem Leiden zu entgehen, sondern erniedrigte sich ganz und gar, um uns zu retten und zu befreien (Philipper 2,8).

Überzeuge dich selbst 

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der seinen verlorenen Kindern nachgeht. Und mögest du Jesus als den erkennen, der unsere untilgbare Schuld auslöscht und uns wieder in seine Familie aufnimmt.

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