Was passiert hier?
Wer ist Jesus? Das ist die Frage, die Jesus seinen Jüngern in Matthäus 16 stellt. Nach Auskunft der Jünger halten die meisten Menschen Jesus für einen Propheten. Aber Jesus will wissen, was die Jünger denken (Matthäus 16,15). Petrus erklärt, dass Jesus der lang erwartete Messias und der Sohn Gottes ist (Matthäus 16,16).
Unmittelbar nachdem Jesus das Bekenntnis des Petrus bestätigt hat, sagt er ihnen, dass er sterben und wieder auferstehen muss. Er wird nicht nur selbst ans Kreuz gehen, sondern er kündigt auch an, dass alle, die ihm nachfolgen, sich selbst absterben müssen (Matthäus 16,24).
Danach führt Jesus seine drei engsten Nachfolger auf einen Berg, und dort wird er vor ihren Augen verklärt: Er strahlt so blendend hell wie die Sonne (Matthäus 17,2). Auch Mose und Elia erscheinen – sie stehen für das ganze Gesetz und die Propheten (Matthäus 17,3). Petrus schlägt vor, für Jesus, Mose und Elia Hütten zu bauen (Matthäus 17,4).
Petrus erkennt: Hier geschieht noch einmal, was am Berg Sinai geschah (2. Mose 19,16). Und so, wie damals am Sinai die Verherrlichung Gottes in den Tabernakel einzog, könnten vielleicht auch drei kleine Zelte eine passende Wohnung für diese Männer sein. Doch Gottes Stimme unterbricht ihn, nennt Jesus seinen „geliebten Sohn“ und sagt den Jüngern: „Hört auf ihn!“ (Matthäus 17,5).
Diese Worte auf dem Berg lassen dieselben Worte anklingen, die Mose zu Israel sprach: „Der Herr, dein Gott, wird für dich einen Propheten wie mich erwecken … auf ihn sollt ihr hören“ (5. Mose 18,15).
Als die Jünger aufschauen, sind Mose und Elia verschwunden, und nur Jesus ist noch da. Alles, wofür Mose und Elia im Alten Testament standen – das Gesetz und die Propheten genannt –, findet nun in Jesus seinen Höhepunkt.
Anders als am Sinai braucht Gott kein Zelt mehr, um seine Gegenwart und seine Verherrlichung zu bergen. Stattdessen findet sich die ganze Fülle seiner Gegenwart in der Person Jesu.
Wo ist das Evangelium?
Jesus bestätigte das Bekenntnis des Petrus, dass er der Messias ist. Aber Jesus wusste: Der Messias zu sein bedeutete zu sterben. Und die Frohe Botschaft ist, dass Jesus freiwillig sein Kreuz auf sich nahm, um Gottes Königreich in unsere Welt zu bringen.
Nun ruft er uns dazu auf, als Bürger dieses Königreichs unser eigenes Kreuz zu tragen. Das ist keine Strafe, sondern ein Segen. Jesus sagt, dass unser Kreuz aufzunehmen und ihm nachzufolgen der einzige Weg zur Erlösung ist (Matthäus 16,25).
In diesem Zusammenhang bedeutet es, unser Kreuz aufzunehmen, bereit zu sein, so zu sterben, wie Jesus sterben wird. Es ist ein Glaube von ganzem Herzen und eine völlige Hingabe an die Tatsache, dass Gott selbst im Tod siegt. Das ist kein Glaube an unser eigenes Schlachtopfer, sondern an das von Jesus. Denn in seinem Tod ist Leben. In seinem Kreuz siegt Gott.
Schließlich sehen wir die Schönheit der Verklärung Jesu. In dieser Geschichte erhalten wir einen Blick auf die wahre Verherrlichung seiner Gottheit. Er ist Gott selbst (Kolosser 1,15). Und dieser Gott in seiner Verherrlichung sagt uns vor und nach dieser Geschichte, dass er sterben wird (Matthäus 17,22).
Die unermessliche Gnade und Barmherzigkeit Gottes zeigt sich nicht nur darin, dass Jesus als Mensch ein lebendiger Tabernakel wird, sondern auch darin, dass er selbst zum endgültigen Schlachtopfer wird, das in diesem Tabernakel dargebracht wird. Der Sohn Gottes ist im Fleisch für uns gestorben, um alle Pläne Gottes zu erfüllen. Das ist unfassbare Gnade.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der selbst im Tod siegt. Und mögest du Jesus als den sehen, der sein Kreuz getragen hat, damit wir Leben haben – obwohl wir nichts als den Tod verdienen.


