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Andacht

Lukas 19,28-21,4

Der König des Friedens

In Lukas 19,28–21,4 sehen wir Jesus als den wahren König der Welt und als den großen Hohen Priester. In seinem Reich wird der Zugang zu Gott und die Vergebung der Sünde nicht mit Geld erkauft, sondern – wie bei der Frau mit den zwei Münzen – indem wir demütig alles hergeben, was wir haben.

Was geschieht hier?

Jesus kommt wie ein König in Jerusalem an. Die Menschenmenge jubelt und breitet ihre Mäntel aus, als Jesus vorbeizieht. Seine Jünger rufen und singen, dass Jesus der lang erwartete König des Friedens ist (Lukas 19,38). Die Pharisäer schleudern ihm Vorwürfe entgegen (Lukas 19,39). Und Jesus weint über eine Stadt, von der er weiß, dass sie ihn und den Frieden, den er bringt, ablehnen wird (Lukas 19,42).

Als Jesus beim tempel ankommt, wirft er die Leute hinaus, die Schlachtopfer verkaufen, und verurteilt die religiöse Führungsschicht dafür, dass sie Gottes tempel verdorben hat (Lukas 19,46). Wie ein siegreicher König betritt Jesus den tempel und erlässt neue Gesetze.

Die religiösen Führer sind wütend und wollen Jesus und seinen Ruf zerstören. Dreimal stellen sie Jesus und seine Vollmacht öffentlich in Frage, mit Fragen, die ihn in eine Falle locken sollen (Lukas 20,20). Doch jedes Mal, wenn sie ihn untergraben wollen, antwortet Jesus mit einer Gegenfrage oder einem Gleichnis, das ihre Legitimität untergräbt und seine eigene hervorhebt.

In Jesu Gleichnis stehen die obersten Priester als mörderische Pächter da, die bereit sind zu töten, um ihre eigenen Interessen zu schützen (Lukas 20,19). Und Jesu Fragen bleiben durchweg unbeantwortet, denn eine Antwort würde entweder eingestehen, dass Jesus von Gott gesandt ist, oder die verborgenen Absichten der Pharisäer offenlegen (Lukas 20,5-6). Aus Angst ziehen sich Jesu Feinde zurück und weigern sich, sich weiter mit ihm auseinanderzusetzen (Lukas 20,40).

Doch Jesus drängt weiter. Er stellt eine weitere Frage – nach der Identität des Messias –, die sie erneut nicht beantworten können (Lukas 20,41.44). Dann greift er die Schriftgelehrten wegen ihrer Prunksucht an, während er eine Witwe wegen ihrer Armut segnet (Lukas 20,46; 21,3).

Wo ist das Evangelium?

Jesus ist nicht bloß ein weiterer Revolutionär, der seine Abstammung auf König David zurückführt (Lukas 3,31). Jesus ist Gott selbst.

Darum fragt Jesus die Schriftgelehrten, wie der Christus zugleich Davids Sohn und Davids Herr sein kann. David war der König, und der Titel „Herr“ bedeutet Überlegenheit. Ein König würde seinen Sohn niemals „Herr“ nennen, es sei denn, dieser Sohn wäre in irgendeiner Weise ein größerer König als er selbst. Jesus macht damit deutlich: Seine Vollmacht ist nicht bloß erblich, sie ist göttlich. Jesus ist beides – ein Sohn Davids und der Sohn Gottes.

Das ist eine Frohe Botschaft, denn es bedeutet: Jesus hat sowohl die Vollmacht, das System der Pharisäer mit dem Kauf und Verkauf von Schlachtopfern umzustoßen, als auch die Macht, einen besseren Weg anzubieten. Mit seiner königlichen Vollmacht zerschlägt Jesus die korrupten Systeme seiner Feinde (Lukas 20,18). Und mit seiner königlichen Macht erhöht er die Demütigen. Den Armen schenkt er die Vergebung, die sie sich selbst nie hätten sichern können, und bietet sie umsonst aus seiner Gnade an. Deshalb hat Jesus die Händler hinausgetrieben. In seinem Reich wird der Zugang zu Gott und die Vergebung der Sünde nicht mit Geld erkauft, sondern – wie bei der Frau mit den zwei Münzen – indem wir demütig alles hergeben, was wir haben.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der König ist. Und mögest du Jesus als den Sohn Gottes sehen, der jetzt auf einem Thron über jedem Feind sitzt.

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