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Andacht

Offenbarung 12-13

Der Drache und die Tiere

In Offenbarung 12-13 sehen wir, dass Jesus in Macht über Satan, seine Engel und alle Reiche der Erde eingesetzt wurde – und jeder Christ, der sich davor bewahrt, die geringeren Könige und geringeren Götter dieser Welt anzubeten, wird mit Jesus über sie alle herrschen.

Was geschieht hier?

Die Kirche zur Zeit des Johannes wurde von Rom schwer verfolgt. In einer Vision von einem Drachen, von Tieren und einem neugeborenen Kind sieht Johannes die Wirklichkeit hinter der Verfolgung der Kirche. Johannes sieht eine Frau in den Wehen, während ein Drache gierig darauf wartet, ihr Kind zu verschlingen (Offenbarung 12,1-4). Das Bild greift den uralten Kampf zwischen Satan und Gottes Volk auf. Im Garten Eden versprach Gott Eva ein Kind, das die Schlange besiegen würde. Gottes Volk Israel hat diesen Kampf gegen den Drachen lange verkörpert und darauf gewartet, dass der verheißene Sohn aus ihm geboren wird und Satan besiegt. Und in Maria kam dieses Kind, als sie Jesus zur Welt brachte. Die Vision zeigt die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, indem das Kind vor dem Drachen gerettet und auf Gottes Thron gesetzt wird, wo es über alle Völker herrscht (Offenbarung 12,5-6). Seine Inthronisation stürzt Satan, den Ankläger von Gottes Volk, aus dem Himmel auf die Erde (Offenbarung 12,7-9). 

Nachdem er aus dem Himmel gestürzt wurde, führt Satan in seinem Zorn den Kampf gegen die Kirche weiter, die durch die Frau und ihre Nachkommenschaft dargestellt wird (Offenbarung 12,17).  Solange er im Himmel war, bestand Satans Rolle darin, Menschen vor Gott anzuklagen, während dieser richtet. Jetzt, da er auf die Erde gestürzt wurde, lügt er und klagt die Kirche an, um sie zu täuschen und zu vernichten. Den Kampf, den der Drache gegen die Engel des Himmels führte, führt er nun gegen die Kirche hier auf der Erde (Offenbarung 12,13-16). 

Auf die Erde beschränkt, ruft er ein Tier aus dem Meer herauf, um gegen Gottes Volk zu kämpfen. Das Tier aus dem Meer ist teils Leopard, teils Löwe, teils Bär. Es ist ein ungeheuerliches Mischwesen, das einer ähnlichen Vision im Buch Daniel entnommen ist (Offenbarung 13,1-2; Daniel 7,1-8). In beiden Büchern stehen die Tiere für die Macht des Staates und der Weltreiche, und in diesem Fall ist das Tier aus dem Meer Rom. Ihr Kaiser Nero hatte die Kirche schwer unterdrückt und dabei die Nachfolger Jesu verfolgt und getötet. Obwohl Nero gestorben war, machte die Macht hinter seiner Brutalität weiterhin Jagd auf Christen (Offenbarung 13,3). Die Kirche muss die tierische Gewalt Roms und Satans weiterhin ertragen (Offenbarung 13,9-10).

Dann lässt der Drache ein zweites Tier aus der Erde aufsteigen, das religiöse Macht über die Erde ausübt, um die Menschen dazu zu bringen, Rom und seinen Kaiser anzubeten (Offenbarung 13,11-13). Dieses Tier aus der Erde vollbringt Wunder im Auftrag des Tieres aus dem Meer und überzeugt die Welt davon, ein Götzenbild zu Ehren Roms zu errichten. Dann haucht das Tier aus der Erde dem Götzenbild Leben ein, sodass es zu sprechen beginnt und alle tötet, die sich weigern, sich davor niederzuwerfen. Zuvor im Buch der Offenbarung kennzeichnet Gott sein Volk, indem er ein Zeichen auf ihre Stirn setzt, und nun tut das Tier aus der Erde dasselbe (Offenbarung 7,3-4). Das führt zu einer verschärften Verfolgung der Kirche, denn wer nicht durch die Anbetung des Kaisers gekennzeichnet ist, kann im Reich weder kaufen noch verkaufen (Offenbarung 13,14-17). 

Johannes sagt uns, dass das Tier aus der Erde eine Person ist, die durch die Zahl 666 symbolisiert wird (Offenbarung 13,18). Im Buch der Könige ist die Zahl 666 die jährlichen Einnahmen, die Salomo erhält, nachdem er Israels tempel gebaut und sein Heer aufgestellt hat (1. Könige 10,14-29). Damals verband Salomo götzendienerisch die Anbetung Gottes mit der Anbetung von imperialer Macht und Reichtum, und das führte zum Untergang von Gottes Volk. Diese götzendienerische Anbetung geschieht erneut in Rom. Wenn der Name Kaiser Nero in griechischen Buchstaben geschrieben wird, ergeben ihre Zahlenwerte zusammen 666. Satan setzt die Macht der Religion und Roms in seinem Krieg gegen die Kirche ein. Und die Kirche ist berufen, bis in den Tod durchzuhalten, damit sie wie Jesus auferstehen und über die Schlange herrschen kann.

Wo ist das Evangelium?

Satan setzte die tierische Macht des Reiches und der Religion ein, um Krieg gegen Jesus zu führen, was zu seinem Tod führte. Doch Gott riss Jesus aus dem Grab und setzte ihn in Macht über Satan, seine Engel und alle Reiche der Erde. Satan und seine Engel täuschen weiterhin die Welt, geben den Herrschern der Völker Macht und klagen die Kirche mit Lügen an. Auch wenn die Tiere die Kirche für den Tod kennzeichnen mögen, hat uns die Offenbarung bereits gezeigt, dass Jesus sein Volk für das Leben gekennzeichnet hat. Denn genauso wie Jesus durch seine Auferstehung und Himmelfahrt zur Macht über Satan gelangte, wird jeder Christ, der sich davor bewahrt, die geringeren Könige und geringeren Götter dieser Welt anzubeten, mit Jesus über sie alle herrschen. 

Nun, da der Ankläger aus seiner himmlischen Rolle vertrieben wurde, steht niemand mehr vor Gott, um uns anzuklagen. Stattdessen steht Jesus, unser Anwalt, zur Rechten Gottes, tritt für uns ein und spricht uns von allen Anklagen der Ankläger frei (Hebräer 7,25). In Jesus erweisen sich alle Anklagen des Drachen als Lügen und Täuschungen. Denn wir wissen: Im Himmel ist niemand mehr übrig, der Anklage gegen uns erheben könnte (Römer 8,32-39). 

Alles, was Satan tun kann, wenn er uns durch seine Tiere tötet, ist, uns umso schneller über ihn herrschen zu lassen. Weil wir in Christus für das Leben versiegelt sind und nicht im Tier für den Tod, werden wir auferstehen und mit Jesus herrschen, wenn wir sterben. Deshalb legt die verfolgte Kirche bereitwillig ihr Leben unter der Macht der Tiere nieder. Denn sie weiß, dass sie ihn besiegen wird, indem sie am Leben und am Sieg Jesu Anteil hat, während sie die Macht seines Reiches über jedes Volk verkündet (Epheser 2,6-7). Wenn also die bösen Mächte dieser Welt uns verfolgen und töten, tun sie damit nichts anderes, als uns Vollmacht über sich selbst zu geben, sobald wir mit Christus zum Leben auferstehen. 

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der vom Himmel aus regiert. Und mögest du Jesus als den sehen, der über jede Macht herrscht und uns auferweckt, damit wir mit ihm herrschen. 

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