Was geschieht hier?
Johannes sieht eine Vision davon, wie das Blut der als Märtyrer gestorbenen Christen die ganze Welt heilen wird. In einer früheren Vision hatte Johannes gesehen, wie ein Drache ein riesiges Tier aus dem Meer und ein weiteres Tier aus der Erde aufsteigen ließ. Zusammen stehen sie für eine dämonische Dreifaltigkeit aus Satan, Weltreichen und Kaiseranbetung, die zusammenwirken, um Christen Schaden zuzufügen und sie zu töten (Offenbarung 12,1-13,18). Doch Johannes bekommt auch eine Vision von einem Heer aus Priestern, das diese scheinbar allmächtige dämonische Dreifaltigkeit besiegen wird.
Im Tempel Gottes und vor dem Thron Gottes steht ein Heer von 144.000 Priestern. Wie den Priestern im Alten Testament ist ihnen der Name Gottes auf der Stirn eingezeichnet, und sie singen (2. Mose 28,36-38; Offenbarung 14,1-3). Sie stehen für alle Gläubigen, die sich geweigert haben, sich den verdorbenen Wegen der Tiere anzuschließen, und die Jesus stattdessen trotz Verfolgung und Tod treu geblieben sind (Offenbarung 1,4-6; 14,4-5).
Plötzlich erscheinen drei Engel und kündigen das Kommen von Gottes Reich und die Notwendigkeit der Buße an. Der erste Engel verkündet, dass Gottes Reich bald kommt und darum alle Völker Buße tun sollen. Denn jeder, der Buße tut, indem er Jesus als König dient, wird den Reichen des Drachen entkommen, die dem Untergang geweiht sind, und wird zu Gottes Reich gehören, das kommt, um Leben zu bringen (Offenbarung 14,6-7). Der zweite Engel kündigt den Fall Babylons an. Babylon ist der Name des Weltreichs, das sich Gottes Reich entgegenstellt. Babylon hat ganze Völker dazu gebracht, mit ihr andere Götter anzubeten und anderen Königreichen zu dienen (Offenbarung 14,8). Dann erscheint ein dritter Engel und erklärt, wie das Kommen von Gottes Reich für die aussehen wird, die immer noch den Reichen des Tieres dienen (Offenbarung 14,9-11). Wenn Gottes Reich endlich kommt, jubeln seine gekennzeichneten Priester, während die weinen, die durch ihren Dienst am Tier gekennzeichnet sind. Zusammen verkünden diese drei Engelboten das Evangelium, das Jesus selbst auf der Erde verkündet hat: Tut Buße, denn Gottes himmlisches Reich ist da (Offenbarung 14,12-13).
Danach bekommt Johannes eine Vision davon, wie der Tod der gekennzeichneten Priester Gottes dazu führt, dass die Reiche des Tieres besiegt und die Menschen gerettet werden, die unter ihnen gefangen sind. Im Himmel werden zwei göttliche Schnitter gerufen, um die Erde von ihrem reifen Getreide und ihren reifen Trauben abzuernten. Das Getreide wird eingesammelt, und die Trauben werden in einer Kelter zertreten, bis ihr Saft ein ganzes Tal füllt (Offenbarung 14,14-20). Der Wein der Trauben ist das Blut der 144.000 gekennzeichneten Priester Gottes. Hier sieht Johannes eine Wiederholung der Geschichte des Exodus. Am Ufer des Roten Meeres stand Gottes Volk kurz vor der Niederlage, als der Pharao es verfolgte. Doch Gott öffnete einen Weg mitten durch das Meer, hinaus aus dem Tod und hinein ins Leben. Das Meer verschlang den Pharao, und das gerettete Volk Israel betete Gott auf der anderen Seite des nun stillen Meeres an. In der Offenbarung bildet das Blut der Märtyrer ein weiteres Meer, das die Völker des Tieres bedeckt und Gottes Volk aus dem Tod ins Leben gerettet hat. Nun stehen die Priester Gottes auf der anderen Seite des stillen Meeres und beten ihn für ihre Rettung an (Offenbarung 15,1-4). Sowohl im 2. Mose als auch in der Offenbarung wird Gottes Volk gerettet, wenn es sich von den gottlosen Reichen abwendet, die es versklavt haben, und in das Reich Gottes eintritt.
Dann gebraucht Gott das Blut der Märtyrer – gezeigt als sieben ausgegossene Schalen –, um die Erde zu reinigen und zu läutern. Wenn Märtyrer unter der Brutalität Babylons sterben, sollte ihr Blut die Bosheit von Babylons Taten aufdecken und die Gewalt aus den Herzen der Menschen waschen, um sie zur Buße zu führen. Jede dieser sieben Schalen erinnert an die Plagen, die über Ägypten kamen (2. Mose 7,1-11,9). Doch diesmal treffen sie Babylon und ihre dem Tier ergebenen Bürger (Offenbarung 14,8; 16,1-21). Wie im Buch 2. Mose sollen auch diese Plagen zur Buße führen. Aber genau wie der Pharao im 2. Mose tun die, die sich Gottes kommendem Reich widersetzen, keine Buße (Offenbarung 16,9.11). Darum kann das Reich Babylon dem Gewicht des kommenden Reiches Gottes nicht standhalten (Offenbarung 16,19-21).
Wo ist das Evangelium?
Überraschenderweise wird Gott die dämonische Dreifaltigkeit aus Satan, Weltreich und Kaiseranbetung durch das Blut der als Märtyrer gestorbenen Christen vernichten. Gott richtet und befreit die Welt vom Bösen durch das Blut seiner gekennzeichneten Priester – und das sind alle, die an Jesus glauben.
Jesus ist das Haupt der Märtyrer. Er verkündet Gottes kommendes Reich und führt Menschen zur Buße, damit sie dazugehören können. Jesus kam, um die zu retten, die unter der Macht Babylons stehen, indem er sie in ein neues Königreich rief. Er tat das, indem er unter Babylon starb – so wie es bald auch sein Leib aus Märtyrern tun würde. Durch das Blut Jesu am Kreuz reinigt und erschafft er ein neues Volk, das eine neue Welt reinigen und erschaffen soll. Wie Johannes am Anfang der Offenbarung sagt: Genau dieses Blut hat dieses Volk zu Priestern gemacht wie Jesus (Offenbarung 1,5-6). Wir sind zu Priestern gemacht worden wie Jesus, um so zu sterben, dass die Welt vom Bösen befreit wird. Und es ist das Leben der Gläubigen als Opfer, das die Welt zur Buße führen und sie dem Schicksal der gottlosen Reiche entkommen lassen wird.
Wenn Jesus dich durch sein Blut gereinigt hat, dann bist du ein Priester Gottes. Dein Leben und dein Sterben sind Schlachtopfer (Römer 12,1). Unser Leben ist ein lebendiger Kanal für Gottes kommendes Reich (Lukas 17,21). Wenn du Freunde und Familie verloren hast, weil sie Jesus treu waren, dann ist die Frohe Botschaft der Offenbarung: Sie stehen als Priester im Himmel. Ihr Blut war nicht umsonst vergossen. Genau jetzt ruft es der Welt und ihren Verfolgern zu, um sie zur Buße zu führen. Wir alle – auch die, die schon gestorben sind – sind lebendige Priester, die sich opfern. Und Gott verspricht: Wegen Jesus sind unsere Schlachtopfer der Weg, auf dem er sein Reich in die Welt bringt.
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk rettet. Und mögest du Jesus als den sehen, der uns zu Priestern gemacht hat, damit unser Leben als Opfer der Welt Heilung und Rettung bringen kann.

