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Andacht

Offenbarung 8,6-11,19

Sieben Trompeten

In Offenbarung 8,6-11,19 sehen wir, dass Jesus der wahre und treue Zeuge Israels durch alle Zeiten hindurch ist. Und wenn wir sein Königreich treu verkündigen, werden wir auferstehen und bestätigt sehen, dass unsere Verkündigung nicht vergeblich war.

Was geschieht hier?

Die Offenbarung wurde geschrieben, um Kirchen zu ermutigen, die verfolgt werden, weil sie das Kommen von Jesu Königreich verkündigen. In einer Vision fragt eine Gruppe von Märtyrern Jesus, wann die Auferstehung kommt und wann sein Königreich vollständig aufgerichtet wird (Offenbarung 6,10). Die Verkündigung dieser Auferstehung und dieses Königreichs wird durch sieben Trompeten eingeleitet (Offenbarung 8,6). Die Trompeten kündigen Gottes kommendes Königreich an und geben denen, die sie hören, Gelegenheit um Gelegenheit, Buße zu tun und sich König Jesus anzuschließen. Als die ersten sechs Trompeten erklingen, brechen die Plagen erneut herein, die einst über Ägypten kamen – doch sie haben sich verwandelt und sind weit schrecklicher (Offenbarung 8,7-9,19). Diese Plagen sind die Mächte des Bösen, die auf die Welt losgelassen werden, in der Hoffnung, dass die Zerstörung, die sie auf der Erde anrichten, die Menschen zur Buße führt. Doch genau wie der Pharao in Ägypten tun die Menschen keine Buße (Offenbarung 9,20-21).

Und so sendet Gott, wie er es immer getan hat, Zeugen, die sein kommendes Königreich verkündigen und die Menschen anflehen, Buße zu tun. Durch die ganze Geschichte hindurch erhielten Propheten Israels wie Hesekiel und Daniel Botschaften über Gottes Königreich durch Visionen und Schriftrollen (Hesekiel 3; Daniel 12,4.7). Einige dieser Worte sollten sie auf Gottes Anweisung hin für sich behalten, andere sollten sie den Herrschern und Menschen ihrer Zeit sagen und sie anflehen, Buße zu tun, denn Gott, der König, war im Kommen. Genauso spricht Jesus zu Johannes. Über einen Teil dessen, was er hört, darf Johannes nicht sprechen. Doch die Verkündigung, dass Gott seine Pläne ausführen wird, erhält Johannes auf einer Schriftrolle, die er isst – das heißt, es ist eine Botschaft, die er verkündigen wird. Aber die Schriftrolle liegt ihm bitter im Magen, denn wie bei den Propheten vor ihm werden diese Worte zu Verfolgung und Tod führen, so wie bei allen treuen Zeugen Gottes (Offenbarung 10,8-11; 11,5-10). 

Doch dann sieht Johannes die Kirche als zwei treue Zeugen, deren Botschaft der Buße Erfolg hat – aber erst, nachdem sie gelitten haben und gestorben sind (Offenbarung 11,3). Es sind deshalb zwei Zeugen, weil Gottes Gesetz zwei oder mehr Zeugen forderte, um ein Zeugnis gültig zu machen (Johannes 8,17). Diese beiden Zeugen werden als eine Verbindung der großen Zeugen Israels, der Propheten, durch ihre ganze Geschichte hindurch beschrieben. Sie werden als zwei Leuchter und Ölbäume beschrieben wie bei Sacharja. Sie verschließen den Himmel, sodass es nicht regnet, und lassen Feuer herabfallen wie Elia. Sie verwandeln Wasser in Blut wie Mose (Offenbarung 11,4-6). Die zwei Zeugen des Johannes sind ein Bild für die Kirche, die die prophetische Aufgabe fortsetzt, Gottes kommendes Königreich und die Notwendigkeit der Buße zu verkündigen. Die Zeugen der Kirche werden von Gott beschützt, bis ihre Aufgabe der Verkündigung vollendet ist; danach sterben sie, wie Jesus gestorben ist (Offenbarung 11,7-10). Doch weil die Zeugen sterben wie Jesus, werden sie auch auferweckt wie Jesus, und ihre Botschaft wird vor allen, die sie gehört haben, bestätigt (Offenbarung 11,11-12). 

Durch das treue Zeugnis der verfolgten Kirche kommt schließlich Jesu Königreich. Während die Kirche mit Jesus regiert, fällt ein Zehntel der Stadt. Darin vollendet sich die zehnte Plage gegen die Mächte Ägyptens und zeigt, dass Gott die verfolgenden Mächte der Stadt besiegt hat. Ein Zehntel, also der Zehnte, bedeutet zugleich, dass das Ganze Gott gehört. Deshalb besiegt Gott nicht nur die Mächte der Stadt, sondern beansprucht auch seine Herrschaft über die Stadt. Und während er das tut, tun Menschen Buße und verherrlichen Gott, wie die Zeugen es ihnen geboten hatten (Offenbarung 11,13-14). Während die Kirche ihre Aufgabe auf der Erde erfüllt, erklingt die siebte Trompete, und Gottes Königreich wird vom Himmel her offenbart. Als sich der Himmel öffnet, wird Gottes Thron sichtbar. Das zeigt: Er ist gekommen, um seine verfolgte Kirche aufzurichten und die Mächte zu vernichten, die seine Welt zerstören (Offenbarung 11,15-19). 

Wo ist das Evangelium?

Die sieben Trompeten verkünden die Frohe Botschaft, dass Gott den Menschen der Welt geduldig Gelegenheit um Gelegenheit gibt, auf seine Zeugen zu hören, Buße zu tun und sich seinem Königreich anzuschließen. Der Zeuge, auf den jeder andere Zeuge durch die ganze Geschichte hindurch hingewiesen hat und dem er folgt, ist König Jesus. Er kam mit derselben Verkündigung eines kommenden Königreichs und sagte: „Tut Buße, denn Gottes himmlisches Reich ist nahe“ (Matthäus 4,17).  

Jesus verkörpert den wahren und treuen Zeugen Israels durch alle Zeiten hindurch. Jesus kam als der größere Mose, der bessere Hesekiel, mit Zeichen, die Elia und andere vorgezeichnet hatten – um zu zeigen, dass das Königreich wirklich gekommen ist, weil der König gekommen ist. Als König seines Königreichs und als Zeuge für sein Königreich vernichtete Jesus die Mächte, die sein Volk zerstörten. Er weckte Tote auf, trieb Dämonen aus, befreite Menschen aus der Macht der Sünde und machte die frei, die von den Mächten der Krankheit und des Bösen gefangen gehalten wurden (Lukas 2,33-35; 7,11-15; 13,10-17). Als dann seine Aufgabe vollendet war, starb Jesus unter den Mächten des Bösen, genau wie seine treuen Zeugen es immer getan haben. Doch Jesus ist von den Toten auferstanden und lässt seine treuen Zeugen aus der ganzen Geschichte für immer mit ihm leben und regieren. 

Leben ist die Bestimmung aller treuen Zeugen von Jesus und seinem Königreich. Die Kirche, die als Jesu Leib sein Königreich auf der Erde verkündigt, ist diese beiden Zeugen (Apostelgeschichte 1,8). Jesus hat die süße Schriftrolle seines Wortes in unseren Mund gelegt, die wir verkündigen, auch wenn Verfolgung uns bis in den Tod bitter aufstoßen mag (Johannes 1,1). Die Kirche wird durch Worte, Zeichen und Taten Zeugnis vom kommenden Königreich von Jesus ablegen, bis unsere Aufgabe der Verkündigung vollendet ist. Dann werden wir wie die Zeugen auferstehen und bestätigt sehen, dass unsere treue Verkündigung nicht vergeblich war (Römer 6,8-9). Während wir mit Jesus regieren, werden wir die Städte der Bosheit zu Fall bringen, die Gottes Welt zerstören. Und Jesus wird an unserer Seite wirken, wie er immer an der Seite seiner Zeugen gewirkt hat, um seine Herrschaft über die ganze Schöpfung aufzurichten. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der die Welt geduldig ruft, Buße zu tun und sich seinem Königreich anzuschließen. Und mögest du Jesus als den treuen Zeugen sehen, der starb und auferstand, um alle, die ihm treu Zeugnis geben, aufzuerwecken.

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