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Andacht

Römer 5

Vom Tod zum Leben

In Römer 5 sehen wir: Während durch Adams Ungehorsam der Tod herrschte, herrscht durch Jesu Gehorsam das ewige Leben.

Was passiert hier?

In den ersten vier Kapiteln des Römerbriefs erklärt Paulus, dass die Menschen den Gott zurückgewiesen haben, der sie geschaffen und ihnen das Leben gegeben hat. Daraufhin offenbarte Gott seinen Zorn, indem er die Menschen dem Tod auslieferte, den sie selbst gewählt hatten. Wenn Gott Menschen dem Tod ausliefert, zeigt sich das unweigerlich in einer ausufernden Unrechtschaffenheit – in selbstzerstörerischen Mustern und in der Erniedrigung unseres eigenen Körpers und der Körper anderer. Doch Gott hat nicht nur seinen Zorn und unsere Unrechtschaffenheit offenbart; er hat auch seine Rechtschaffenheit im Tod und in der Auferstehung von Jesus offenbart. Der Tod Jesu war ein Schlachtopfer, das die Menschen von ihrer Unrechtschaffenheit reinigte, und seine Auferstehung machte den Tod rückgängig, dem wir ausgeliefert waren, und stellte alle Menschen, die ihm vertrauen, dauerhaft in ein gutes Verhältnis zu dem Schöpfer, den sie einst zurückgewiesen hatten. Paulus sagt, dass wir deshalb rechtschaffen gemacht worden sind. Und für Paulus ist dieses Rechtschaffen-gemacht-Werden nicht nur etwas, das geschehen ist; es gibt uns Hoffnung auf eine herrliche Zukunft. In den nächsten Kapiteln beschreibt Paulus die Hoffnung, die denen gehört, die durch Glauben rechtschaffen gemacht worden sind. 

Wegen seines Todes und seiner Auferstehung können wir laut Paulus zuversichtlich sein in der „Hoffnung auf die Verherrlichung Gottes“ (Römer 5,1-2). Zuvor im Römerbrief sagte Paulus, dass die Menschen die Verherrlichung Gottes verfehlt haben (Römer 3,23). Für Paulus bedeutet „Verherrlichung“ zwei Dinge. Erstens meint sie Gottes vollkommene Macht, Liebe, Gerechtigkeit und Güte. Zweitens meint sie das, wozu Menschen bestimmt waren. Menschen wurden geschaffen, um an der Verherrlichung Gottes teilzuhaben und ihm gleich zu sein. Da wir nun durch Jesus rechtschaffen gemacht worden sind, sagt Paulus, ist es garantiert, dass Menschen ihrem Gott gleich werden und seine Verherrlichung erfahren werden. Selbst im Leiden haben die Nachfolger von Jesus diese Hoffnung. Weil Jesus gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, haben alle Gläubigen die Hoffnung, dass ihr Leiden und ihr Tod Auferstehung und Verherrlichung hervorbringen werden (Römer 5,3-5). Besonders zuversichtlich können wir deshalb sein, weil Jesus für sein Volk gestorben ist, als es noch unrechtschaffen war. Und wenn Jesus bereit war, für unrechtschaffene Menschen zu sterben, können wir noch sicherer sein, dass wir bei Gott in seiner ewigen Verherrlichung sein werden (Römer 5,9-11).

Dann erklärt Paulus, warum wir zuversichtlich sein können, in Gottes Verherrlichung eingeschlossen zu sein. Während die Menschheit an ihren Urvater Adam und an den Tod gebunden war, den er in die Welt brachte, sind wir jetzt noch stärker an Jesus und an die Auferstehung gebunden, die er für uns gesichert hat. Adam war der Vater der ganzen Menschheit, und er wies Gott und seine Gesetze zurück. Daraufhin lieferte Gott Adam und seine Nachkommen der Unrechtschaffenheit und dem Tod aus, die sie selbst gewählt hatten (Römer 5,12-14). Davon sprach Paulus am Anfang seines Briefes. Doch was Gott in Jesus getan hat, ist größer als das Böse, das Adam getan hat. Die Menschheit wurde wegen des Ungehorsams eines einzigen Menschen verurteilt. Doch durch das Geschenk des Lebens und des Todes von Jesus kann die Unrechtschaffenheit der Menschheit vergeben werden (Römer 5,15-16). Während durch Adams Handeln der Tod über die Menschheit zu herrschen begann, begann durch Jesu Handeln das Auferstehungsleben zu herrschen (Römer 5,17). Adams Handeln brachte die Verurteilung über die ganze Welt, doch Jesu Handeln sicherte Gottes Zusagen für jeden, der an ihn glaubt (Römer 5,18-19). Weil das, was Jesus getan hat, größer ist als das, was Adam getan hat, kann jeder, der Jesus vertraut, zuversichtlich sein, in Gottes zukünftige Verherrlichung eingeschlossen zu sein.

Wo ist das Evangelium?

Seit Adam ist jeder Mensch in der Macht der Unrechtschaffenheit und im Fluch des Todes gefangen. Doch der Tod Jesu hat den Fluch umgekehrt und uns von unserer Neigung befreit, Gottes Geboten ungehorsam zu sein. Wegen Jesus haben wir nicht einfach nur ein gutes Verhältnis zu Gott; wir haben Frieden mit Gott. Wir sind nicht mehr Gottes Feinde, sondern seine Freunde. Durch den Glauben an Jesus ist uns eine Beziehung der Harmonie mit unserem Schöpfer geschenkt worden. Und wie ein Freund sucht Gott aktiv unser Bestes und unser Aufblühen. Paulus nennt das ein andauerndes Erleben der Gnade Gottes. Durch eine Gnade, die allem widersprach, was wir verdient hatten, hat Jesus uns von der Unrechtschaffenheit und dem Tod gerettet, denen wir ausgeliefert waren. Und nun wird dieselbe Gnade immer eine wirksame Kraft in unserem Leben sein, die uns ermutigt, uns hilft und uns in die herrlichen Menschen verwandelt, als die Gott uns geschaffen hat. Paradoxerweise gilt: Obwohl Adams Handeln bewirkte, dass Unrechtschaffenheit und Tod in der Menschheitsgeschichte zunahmen, hat es nur dazu gedient, die Gnade und Verherrlichung Gottes hervorzuheben (Römer 8,20). Während alle, die in Adam waren, an den Tod gebunden waren, sind alle, die in Jesus sind, nun an Gottes Gnade und das ewige Leben gebunden (Römer 8,21). Jeder, der an Jesus glaubt, wird mit seinem Tod und seiner Auferstehung verbunden werden. Die Geschichte von Jesus wird unsere Geschichte werden, und wir werden für immer bei Gott in seiner Verherrlichung sein.

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk rettet. Und mögest du Jesus als den sehen, der unsere Zukunft in Gottes Verherrlichung gesichert hat. 

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