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Andacht

1. Korinther 3-4

Auf dem richtigen Fundament bauen

In 1. Korinther 3-4 sehen wir, dass Jesus das Fundament ist, auf dem wir unser Leben bauen – und wenn wir das tun, empfangen wir Lob von Gott, das jede irdische Anerkennung überstrahlt.

Was passiert hier?

Die Korinther sollten Jesus nachfolgen, doch sie waren von Lehrern begeistert, die ihm überhaupt nicht ähnlich sahen. Sie waren stolz darauf, wer dem beliebtesten Lehrer folgte. Paulus gibt ihnen zwei Bilder, um ihnen die Torheit und die Gefahr zu zeigen, sich von Lehrern begeistern zu lassen statt von dem Jesus, den sie predigen (1. Korinther 3,1-4). 

Zuerst sagt Paulus, die Korinther seien wie Ackerboden. Paulus hat den Samen des Evangeliums gesät, ein anderer Lehrer hat ihn begossen, aber keiner von beiden hat das Wachstum bewirkt. Nur Gott bringt eine Ernte (1. Korinther 3,6-7). Paulus oder irgendeinen anderen Lehrer zu loben ist so, als würde man einen Bauern für das Geheimnis loben, wie die Feldfrüchte wachsen – es ist unsinnig. Die Korinther sind das Ergebnis von Gottes Wirken, nicht menschlichen Könnens.

Dann wechselt Paulus zum Bild eines Gebäudes. Er sagt, die Korinther seien der Tempel Gottes (1. Korinther 3,9.16). In der Geschichte Israels war der Tempel Gottes Haus, der Ort, an dem die Menschen ihm begegneten und ihn anbeteten. Doch Israel vertraute sterblichen Menschen und brachte Götzen in den Tempel, die ihn verunreinigten – in den Tempel, der allein für Gott bestimmt war. Darum schickte Gott Babylon, um Israels Tempel zu verbrennen und ihn so von seiner Verunreinigung zu reinigen (Jeremia 52,12-13). Nun baut Gott seinen reinen Tempel in den Korinthern, indem Paulus und die anderen Lehrer an seiner Seite das Evangelium predigen. Paulus warnt: Jede Lehre, die auf irdischer Weisheit statt auf dem Evangelium von Jesus aufbaut, ist eine Verunreinigung. Dieselbe Reinigung wird an ihnen geschehen, wenn Jesus zurückkommt (1. Korinther 3,17). Alles, was sie auf einen Lehrer oder Leiter gebaut haben, dem sie mehr vertrauen als Jesus allein, wird verbrannt und gereinigt werden (1. Korinther 3,10-15). 

Paulus nimmt einige Lehrer ins Visier, die sich selbst rühmen wegen ihrer Rolle beim Aufbau der Kirche in Korinth. Doch anders als sie geht es Paulus nicht um Beliebtheit. Er arbeitet nicht darauf hin, ihr Lob zu bekommen, sondern das Lob Gottes. Paulus weiß, dass er am Ende Gott Rechenschaft geben muss, nicht den Korinthern (1. Korinther 4,3-5). 

Paulus’ Verlangen nach dem Lob Gottes allein steht in direktem Gegensatz zu einigen anderen Leitern der Korinther und deren Anhängern. Sie leben wie Könige und benutzen das Evangelium, um reich und beliebt zu werden (1. Korinther 4,8). Doch Paulus zeigt: Er und Lehrer wie er folgen dem demütigen Vorbild von Jesus. Sie benutzen das Evangelium nicht für ein Beliebtheitsspiel, sondern nehmen dafür bewusst und voller Freude Armut, Hunger, Obdachlosigkeit und Tod in Kauf (1. Korinther 4,9-12). Paulus bittet die Korinther, sein Leben mit dem Leben ihrer verunreinigten Lehrer zu vergleichen (1. Korinther 4,13). Sie sollen den nachahmen, der Jesus am meisten ähnlich sieht.

Damit sie sehen können, wie das aussieht, schickt Paulus Timotheus, seinen geliebten Sohn im Glauben. Timotheus ist ein lebendiges Beispiel dafür, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen. Er würde ihnen die Demut, den Gehorsam und die Gläubigkeit vorleben, zu denen Paulus sie aufgerufen hatte (1. Korinther 4,17-21).

Wo ist das Evangelium?

Die Korinther waren in Gefahr, Lehrern zu folgen, die Jesus überhaupt nicht ähnlich sahen. Wir machen oft denselben Fehler. Wir beurteilen Lehrer daran, wie beeindruckend ihre Kirche ist, wie tiefgründig ihre Predigten sind und wie erfolgreich ihr Leben und ihr Dienst zu sein scheinen. Doch der einzige Maßstab, den Paulus uns nennt, ist das niedrige, demütige Leben und Sterben von Jesus. 

Jesus lebte und starb allein für das Lob Gottes. Er ließ sich nicht von den Menschenmengen aufblähen, die ihn mit „Hosanna!“-Rufen um Rettung baten. Und er ließ sich nicht besiegen oder entmutigen von dem Geschrei, das ihn zum Tod verurteilte, als sie riefen: „Kreuzige ihn!“ Er baute sein Leben und seinen Tod allein auf das Lob, das Gott ihm zusprach, als er sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn“ (Markus 1,11).  

Um dem zu gefallen, der ihn „Sohn“ nannte, hielt er Hunger und Obdachlosigkeit aus. Als er verspottet wurde, zahlte er es nicht zurück (1. Petrus 2,23). Er vergalt Fluch mit Segen und vergab denen, die ihn verfolgten und bis zum Tod quälten (Lukas 23,33-34). Und doch wurde sein treuer Dienst für Gott belohnt. Gott erweckte Jesus von den Toten und machte ihn zu dem, den der ganze Himmel lobt (1. Petrus 3,22). 

Jesus hat mit seinem Leben und Sterben das Fundament für sein Volk gelegt. Gott schenkt seiner Kirche gute Lehrer, die Jesus predigen und ihm ähnlich sind. Er sandte Paulus, und Paulus sandte Timotheus. So wie Timotheus sich Paulus zum Vorbild nahm, der sich Jesus zum Vorbild nahm, so sollen wir Lehrern folgen, deren Leben Jesus ähnlich sieht. Folge nicht Lehrern, die für ihre Beliebtheit leben. Folge Lehrern, die allein für das Lob Gottes leben und Jesus auch dann nachfolgen, wenn es demütigend ist. Sie pflegen dich wie eine Pflanze und achten darauf, die besten Materialien zu verwenden, um in dir einen Glauben zu bauen, der Bestand hat (Hebräer 13,17). 

Denn wenn wir unser Leben auf Jesus bauen, empfangen auch wir Lob im Himmel. Selbst wenn es unbeliebt und demütigend wird, Jesus nachzufolgen: Das Lob Gottes wird immer das Lob der Menschen überstrahlen (2. Timotheus 4,7-8; Apostelgeschichte 5,29). Wenn wir unser Leben allein auf das Fundament von Jesus bauen, werden wir seine Erniedrigung mit ihm teilen – weil wir wissen, dass wir auch an seinem himmlischen Lohn Anteil haben werden. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der dich zu seinem Tempel gemacht hat und dir Lehrer schenkt, die dir beim Wachsen helfen. Und mögest du Jesus als das Fundament sehen, auf dem du dein Leben bauen kannst.

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