Was geschieht hier?
Paulus schreibt an eine Kirche, die für Gott ausgesondert wurde, sich selbst aber nicht von der Sünde abgesondert hat. Die Gläubigen in Korinth sind mit Jesus vereint worden, doch sie leben weiter, als gehörten sie noch zu ihrer früheren heidnischen Welt. Paulus warnt sie: Indem sie Sünde dulden – ob sexuelle Unmoral, Habgier oder Ungerechtigkeit –, verunreinigen sie die Heiligkeit, für die sie erkauft wurden, und bringen sich selbst wie auch ihre Gemeinschaft in Gefahr.
Paulus beginnt mit einem skandalösen Fall von Inzest. Die Korinther dulden ihn nicht nur, sie scheinen ihre Nachsicht sogar für weise zu halten (1. Korinther 5,1-2). Paulus warnt sie, dass diese Sünde sowohl den schuldigen Mann als auch die ganze Kirche in Gefahr bringt. Wie Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert, wird sich Sünde, über die keine Buße getan wird, durch die ganze Gemeinschaft ziehen, wenn sie nicht entfernt wird (1. Korinther 5,6). Paulus befiehlt ihnen, den schuldigen Mann dem Satan zu übergeben, indem sie ihn aus der Gemeinschaft der Kirche ausschließen. Das schützt nicht nur die Kirche vor Verunreinigung, sondern hilft dem Mann auch, die Gefahr seiner Sünde zu erkennen und zu Jesus zurückzulaufen (1. Korinther 5,4-5).
Dann verbindet Paulus dies mit der Geschichte Israels. Bevor Israel aus Ägypten floh, aß es Brot ohne Sauerteig und schlachtete ein Lamm. Der Sauerteig stand für die Verdorbenheit Ägyptens, die sie zurückließen, während das Blut des Lammes ihre Erlösung sicherte. Paulus erinnert die Korinther daran, dass Jesus, das wahre Pessachlamm, bereits als Schlachtopfer dargebracht wurde (1. Korinther 5,7-8). Das bedeutet: Ihre Erlösung ist gekommen, und wie Israel müssen sie ihr altes Leben hinter sich lassen (1. Korinther 5,9-13). Der Sauerteig der sexuellen Unmoral verunreinigt ihre neue Identität als heiliger Leib Christi.
Dann warnt Paulus die Korinther, dass ihre Habgier eine weitere Sünde ist, die die Heiligkeit verunreinigt, zu der sie berufen wurden. Als ein Volk, das für Gott ausgesondert ist, werden sie eines Tages als Richter über sein weltweites Königreich herrschen (1. Korinther 6,2-3). Doch statt so zu handeln, wie es den weisen Herrschern entspricht, die sie einmal sein werden, streiten sich die Korinther über Nichtigkeiten. Sie ziehen einander sogar vor heidnische Gerichte und legen damit ihre Unfähigkeit offen, Streitigkeiten auch nur untereinander zu schlichten (1. Korinther 6,6-8). Paulus sagt: Die Sünde der Habgier verunreinigt ihre neue Identität als Gottes weise Mitregenten. Die Menschen, die sie einmal waren – sexuell unmoralisch, habgierig und götzendienerisch –, können das Reich Gottes nicht erben (1. Korinther 6,9-10). Wer sie jetzt in Jesus sind, kann es.
Schließlich kommt Paulus zum Hauptgrund, warum der Sauerteig der Sünde aus der Kirche entfernt werden muss: Sie sind eins mit Gott, darum können sie nicht eins mit der Sünde sein (1. Korinther 6,15-16). Paulus erinnert sie daran, dass ihr Leib nicht ihnen selbst gehört. Sie sind durch das Blut Jesu erkauft worden; so sind sie Teil seines Leibes und ein Tempel des Geistes Gottes geworden (1. Korinther 6,19-20). Sie sind mit Jesus eins in Leib und Geist. Und da sie für Gott ausgesondert sind, müssen sie sich von der Sünde absondern (1. Korinther 6,18).
Wo ist das Evangelium?
Bei Paulus' Ruf zur Heiligkeit geht es darum, die Reinheit und Heiligkeit zu bewahren und zu schützen, die Jesus seiner Kirche durch seinen Tod geschenkt hat. Da die Kirche der Leib Christi und der Tempel seines Geistes ist, darf sie sexueller Unmoral niemals Raum geben. Jesus, unser Pessachlamm, wurde als Schlachtopfer dargebracht, um uns von der Sünde zu befreien. Er hat uns nicht gerettet, damit wir zu der Verdorbenheit zurückkehren, aus der wir gerettet wurden. So wie Gott Israel rief, Ägypten hinter sich zu lassen, so ruft Jesus seine Kirche, die Sünde hinter sich zu lassen (1. Petrus 1,15-16).
Wenn du liest, welche Zucht Paulus dem Mann auferlegt, der sich der sexuellen Unmoral schuldig gemacht hat, oder die Liste der Sünden, die Menschen daran hindern, Gottes Reich zu erben, kann dich das erschrecken oder entmutigen. Vielleicht siehst du, wie unrein du bist, und fragst dich, wie Jesus sich jemals mit unheiligen Menschen verbinden könnte. Doch die Frohe Botschaft ist: Das tut er nicht. Jesus kommt zu seinem Volk, um es von Sünde reinzuwaschen. Paulus stellt heraus, dass diese alten Identitäten der Sünde das sind, was wir waren (1. Korinther 6,11). Aber Jesus kam, wusch uns rein und machte uns heilig. Er zieht bei uns ein, weil er uns heilig macht.
Die heilige Einheit mit Gott ist besser als jede Sünde, der die Welt nachgibt. Wenn du reingewaschen und zu einem Glied am Leib Jesu gemacht worden bist, und wenn du eins im Geist bist mit dem Gott, der dich so sehr liebt, dass er für dich gestorben ist – warum solltest du dann irgendetwas dulden, was eine solche Einheit verderben würde (Hebräer 12,1.14)? Darum fliehen wir vor sexueller Unmoral, wie wir vor einem Feuer fliehen. Darum machen wir mit sündigem Verhalten Schluss, als hinge unsere Freiheit von der Sklaverei davon ab. Darum übergeben wir Glieder, die keine Buße tun, dem Satan, damit sie in die Arme Jesu rennen. Darum tun wir immer sofort Buße, wenn wir sündigen. Denn eins mit Jesus zu sein ist besser, als eins mit irgendeiner Sünde zu sein.
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk zur Heiligkeit ruft. Und mögest du Jesus als den sehen, der seine Kirche reinigt und eins mit ihr wird.

