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Andacht

1. Korinther 14

Ordnung in der Anbetung

In 1. Korinther 14 sehen wir, dass Jesus seinen Geist gibt, um aus dem Chaos Ordnung zu schaffen, und dass er uns daran beteiligt, seine Frohe Botschaft zu allen Völkern zu bringen.

Was geschieht hier?

Die Kirche in Korinth versucht, mit den Worten des Heiligen Geistes so umzugehen, wie die Heiden mit den Worten von Dämonen umgehen. In der korinthischen Kultur waren heidnische religiöse Erfahrungen oft mit Trunkenheit, wildem Feiern und unverständlichem Gestammel verbunden. Das waren Zeichen geistlicher Besessenheit: Geistwesen, die durch menschliche Münder Worte aussprachen. Wer solche Zeichen zeigte, galt als geistlich reifer. Da der Geist Gottes nun tatsächlich unter den Gläubigen in Korinth redet, nehmen sie an, ihre Zusammenkünfte könnten genauso aussehen wie die der Heiden. Sie gebrauchen ihre geistlichen Gaben, um sich gegenseitig zuzurufen, was sie von Gott hören, und reden in unverständlichen Sprachen – der sogenannten Zungenrede. 

Paulus will ihren Umgang mit den beiden geistlichen Gaben zurechtrücken, durch die Gottes Worte weitergegeben werden: Zungenrede und prophetische Rede. Er beginnt mit der Zungenrede. Er erklärt: Damit die Kirche aufgebaut wird, brauchen die, die in einer vom Geist eingegebenen Sprache reden, einen Ausleger, damit man sie versteht (1. Korinther 14,6-12). Wenn also niemand da ist, der die gesprochene Sprache versteht, soll derjenige diese Sprache zwischen sich und Gott behalten und im Verborgenen beten (1. Korinther 14,13-17). Ist aber ein Ausleger da, darf er seine Sprache öffentlich reden, damit durch die Auslegung alle klar verstehen (1. Korinther 14,26-28). Die Gaben des Geistes sollen in geordneter Weise gebraucht werden, um die Kirche aufzubauen (1. Korinther 14,4-5.26). 

Prophetische Rede dagegen bedeutet, dass der Heilige Geist Menschen befähigt, Gottes Stimme zu hören und in seinem Auftrag zu anderen zu sprechen. Diese vom Geist eingegebenen Worte können verstanden werden und sollen deshalb öffentlich zum Aufbau der Kirche gebraucht werden (1. Korinther 14,1.19). Doch wie bei der Zungenrede ordnet Paulus auch für diese Gabe einen geordneten Gebrauch an. Die Korinther sollen nicht durcheinanderreden und nicht um Rang oder Ansehen wetteifern, sondern in Stille demütig darauf warten, das Wort Gottes voneinander zu hören (1. Korinther 14,27-31). So wird eine geordnete Zusammenkunft der Kirche ihre Menschen dahin wachsen lassen, dass sie immer mehr Jesus ähneln und immer weniger den ungeordneten Zusammenkünften ihrer heidnischen Nachbarn.

Prophetische Rede kann verstanden werden, deshalb soll sie öffentlich gebraucht werden. Unausgelegte Zungenrede kann nicht verstanden werden und soll im Verborgenen gebraucht werden (1. Korinther 14,2-3). Paulus vergleicht die Lage in Korinth mit dem alten Israel. Israel zerfiel in Unordnung, weil es sich weigerte, auf die vom Geist eingegebenen Worte von Gottes Propheten Jesaja zu hören (Jesaja 28,11-12). Deshalb redete Gott zu dem ungläubigen Israel durch das Volk Babylon, das eine fremde Sprache sprach (1. Korinther 14,21). Israel hätte auf die verständlichen Worte des Propheten hören und gerettet werden können, aber es wurde unter der Bedrohung durch die fremden Sprachen fremder Eroberer zerstört. Damit will er sagen: Eine unausgelegte Zungenrede kann im Haus Gottes sein Volk niederreißen, während ein geglaubtes prophetisches Wort es aufbaut. 

Paulus setzt seine Anweisungen darüber fort, was im Verborgenen und was öffentlich gesagt werden soll, und legt dar, wie Männer und Frauen sich in geordneter Weise dem Wort Gottes unterstellen können, das über ihnen ausgesprochen wird. Anders als in der umgebenden Kultur, in der Frauen oft von öffentlicher Unterweisung ausgeschlossen waren, bestätigt Paulus ihre Rolle bei öffentlicher prophetischer Rede und im Gebet (1. Korinther 11,5). In der Öffentlichkeit sollen sie jedoch – genauso wie die Männer – ihre Gaben in geordneter Weise ausüben, indem sie lernen und sich beteiligen, ohne die Zusammenkunft zu stören. Im privaten Rahmen sollen die Ehemänner ihre Frauen unterweisen und ihre Fragen beantworten, damit auch sie in den Leib hinein aufgebaut werden (1. Korinther 14,34-35).

Wo ist das Evangelium?

Wenn wir auf Gottes Wort hören, bringt er Ordnung in unser Leben. Wenn wir uns weigern zu hören, übernehmen Unordnung und Chaos die Herrschaft. Diese Wahrheit ist schon in den ersten Worten der Bibel zu sehen. Am Anfang war die noch ungeschaffene Welt in Unordnung und Chaos. Aber Gott sprach sein Wort. Durch seinen Geist gab er Ordnung ein und baute die Welt auf (1. Mose 1,1-3). Dann gab er durch seinen Geist den Menschen ein und übertrug ihnen den Auftrag, Ordnung auszubreiten und die Welt aufzubauen (1. Mose 1,27-28). Stattdessen weigerten sich die ersten Menschen, auf Gottes Worte zu hören, und hörten auf die Stimme eines anderen Geistwesens. Das brachte Unordnung in die Welt, die sie doch aufbauen sollten. 

Das war auch das Problem der Korinther. Sie behandelten die Stimme Gottes in ihrer Kirche genauso, wie die Heiden die Stimme der Dämonen in ihren Tempeln behandelten. Aber Jesus gab seiner Kirche seinen Geist, um ihre Unordnung umzustürzen und sie aufzubauen. Nach seiner Himmelfahrt, am Pfingsttag, befähigte der Heilige Geist die ersten Jünger, in vom Geist eingegebenen Sprachen zu reden und prophetisch über Jesus zu sprechen (Apostelgeschichte 2,4). Durch den Geist waren diese Worte für eine vielsprachige Menge verständlich (Apostelgeschichte 2,6-7). Auf diese Weise wurden 3.000 Menschen in die Kirche hineingebaut (Apostelgeschichte 2,41). Von dieser vom Geist erfüllten Menge aus fremden Völkern breiteten sich die Worte Gottes über Jesus über die ganze Erde aus. Durch den Geist geht der Auftrag der Schöpfung weiter und baut den Leib Jesu in der Welt auf. 

So dürfen wir nun in der Kirche vor Ort die Worte Gottes durch den Geist hören. Indem wir dieses Wort miteinander teilen, bauen wir einander auf zu einem Leib, der Jesus ähnelt (1. Thessalonicher 5,11.19-20). Als Leib Christi, erfüllt von den Worten des Geistes, dürfen wir uns Jesus anschließen und Ordnung in die chaotische Welt um uns herum bringen. Wir dürfen durch seine Gaben mit dem Geist zusammenwirken, um die Frohe Botschaft von Jesus zu allen Völkern zu bringen (Apostelgeschichte 1,8). Gottes Geist baut den Leib Christi in Tausenden von Sprachen auf der ganzen Welt auf. Und dabei schafft Jesus aus Unordnung und Chaos Ordnung und Schönheit. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk daran beteiligt, Schönheit und Ordnung in eine chaotische Welt zu bringen. Und mögest du Jesus als den sehen, der unter seinem Volk lebt und durch dieses Volk sein weltweites Reich ausbreitet.

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