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Andacht

2. Mose 32-34

Das Kalb und die Felsspalte

In 2. Mose 32-34 sehen wir, dass Jesus das wahre Ebenbild Gottes ist, dessen Verherrlichung Mose auf dem Berg erblickte.

Was geschieht hier?

Gott will bei seinem Volk sein, aber sein Volk ist ihm feindlich gesinnt. Seit ihrer wunderbaren Rettung aus Ägypten wurde über jedes Wort Gottes gemurrt und ihm nicht gehorcht. In den letzten 40 Tagen hat Gott Mose neue Anweisungen gegeben, wie er angebetet werden will. Doch wie zu erwarten werden die Israeliten unruhig, während Gott redet. In offenem Ungehorsam gegen Gottes erstes Gebot fordert Israel von Aaron, ihnen ein Götterbild zu machen – ein falsches Bild, das Gott darstellen soll (2. Mose 32,1). Aaron gibt der Forderung nach, nimmt Gold, schmilzt es ein und hämmert daraus ein Kalb (2. Mose 32,2-4). In einer öffentlichen Feier erklärt Aaron, dass dieses Rind ihren Gott darstellt, und baut einen Altar davor (2. Mose 32,5). Dann bringen sie dem Götterbild das Blut von Opfertieren dar und feiern ihm zu Ehren ein Fest (2. Mose 32,6). Im selben Augenblick, in dem Gott Pläne macht, bei seinem Volk zu wohnen, plant sein Volk, mit einem selbstgemachten Gott zu leben.

Unterdessen sagt Gott Mose, was im Lager geschieht, und kündigt an, Israels offenen Ungehorsam zu bestrafen. Gott will das Volk, das er gerade gerettet hat, vernichten und mit Mose neu anfangen (2. Mose 32,7-10). Doch Mose tritt für Gottes schuldiges Volk ein. Er ruft Gott die Zusagen in Erinnerung, die er den Vorfahren Israels gegeben hat. Mose erinnert Gott daran, dass sein Ruf daran hängt, sein Volk in das Land zu bringen, das er ihm versprochen hat. Außerdem: Wenn er Israel jetzt tötet, werden die Ägypter ihn einen bösen Gott nennen, der sein Volk nur befreit hat, um es selbst umzubringen. Und als Antwort auf das Gebet von Mose hört Gott. Er verspricht, dass er nicht von neuem anfangen wird, indem er ganz Israel vernichtet – trotz des großen Bösen, das sie ihm angetan haben (2. Mose 32,11-14).

Dann steigt Mose den Berg hinab, mit Gottes Geboten für sein Volk, die auf zwei Steinplatten eingemeißelt sind (2. Mose 32,15-16). Als er sich dem Lager nähert, hört er die Israeliten zu ihrem eingebildeten Gott singen und zerschmettert die Tafeln in Stücke – ein Sinnbild dafür, dass Israel die Beziehung zu Gott gerade zerbrochen hat (2. Mose 32,17-19). Dann zermahlt er das goldene Kalb zu Staub, mischt ihn mit Wasser und lässt das Volk den Staub dessen trinken, was es einmal für seinen Gott hielt (2. Mose 32,20).  Mose fordert von Aaron eine Erklärung; der lügt und erfindet ein Wunder, um sein Handeln zu rechtfertigen (2. Mose 32,21-24).

Dann ruft Mose alle, die auf Gottes Seite stehen, dazu auf, sich hinter ihn zu stellen (2. Mose 32,25-26). Der Stamm Levi folgt dem Ruf, und Mose befiehlt ihnen, alle, die noch an der Abgötterei beteiligt sind, aus dem Lager zu entfernen (2. Mose 32,27-29). In der Hoffnung, dass die Götzendiener aus dem Lager entfernt sind, bittet Mose Gott um Vergebung und darum, ihn selbst anstelle des Volkes zu töten. Doch Gott sagt Mose, dass er nur die Schuldigen bestrafen wird (2. Mose 32,30-33). Außerdem bedeutet Israels Ungehorsam, dass Gott seinem Volk gegenüber nun auf einer neuen Distanz bleiben muss. Als Folge von Israels Ungehorsam sterben viele Menschen durch eine Plage (2. Mose 32,34-35). Die Übrigen legen ihren Schmuck ab – als Zeichen der Trauer darüber, dass ihre Auflehnung eine noch größere Trennung zwischen ihnen und Gott geschaffen hat (2. Mose 33,1-6).

Wo ist das Evangelium?

Israels Versagen am Berg Sinai weist voraus auf den ganzen Rest des Alten Testaments. Wie sehr Gott auch bei seinem Volk sein will und wie viele Chancen er ihm auch gibt – Israel entscheidet sich immer wieder für andere Götter. Daraufhin entbrennt Gottes Zorn, und Gericht wird angekündigt. Doch wie in dieser Geschichte stellt Gott seinem Volk immer wieder einen Fürsprecher zur Seite, der vorläufige Vergebung und Erneuerung erwirkt. Von diesem Punkt der Bibel an hält keine menschliche Fürsprache das Gericht Gottes vollständig auf, erwirkt Gottes Vergebung oder erneuert die Beziehung des Menschen zu dem Gott, der bei seinem Volk sein will.

Zum Glück müssen wir nicht in der Ungewissheit darüber leben, wie Gott mit uns umgeht. In Jesus hat er uns seine große Liebe gezeigt – sogar für die, die sich gegen ihn auflehnen. Als Israel sich so weit gegen Jesus auflehnte, dass es ihn am Kreuz tötete, betete Jesus um Vergebung für sie (Lukas 23,32-34). Er ist vom Grab auferstanden und hat die bösen Mächte besiegt, die ihn getötet haben, und er ist in den Himmel aufgestiegen, um für sein Volk einzutreten (Hebräer 7,25). Wenn wir feindlich und ungehorsam sind, tritt Gott in Jesus für uns ein (Römer 8,34). Jesus starb, um das Böse zu vernichten, das uns dazu bringt, uns gegen Gott aufzulehnen, und er hat die Distanz zwischen Gott und seinem Volk endgültig beseitigt. Es gibt keine Ungewissheit mehr und keine Distanz, denn nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Jesus ist (Römer 8,38-39). In Jesus sind all unsere Feindschaft, Abgötterei und offene Auflehnung vergeben, und die Möglichkeit einer Beziehung zu Gott ist erneuert (Apostelgeschichte 13,38).

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der bei seinem Volk sein will. Und mögest du Jesus als den erkennen, der für uns eingetreten ist, um unsere Beziehung zu Gott zu sichern.

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