Was geschieht hier?
Seit Hunderten von Jahren kämpft Gottes Volk gegen einen uralten Feind, der es aus dem Leben heraus und in den Tod hineinziehen will. Die Schlange, die Eva im Garten Eden verführte, führt gemeinsam mit ihren Nachkommen Krieg gegen Eva und ihre Kinder. Doch schon am Anfang dieses Krieges versprach Gott, dass eines Tages einer von Evas Söhnen der Schlange endgültig den Kopf zertreten würde (1. Mose 3,15). Einer von Evas Söhnen würde Gottes Volk aus dem Tod herausziehen und hinein ins Leben. Das Buch 2. Mose beginnt damit, diesen uralten Konflikt erneut aufzugreifen und einen Sohn Evas einzuführen, der der verheißene Schlangenzertreter sein könnte.
Genau wie Gott es Adam und Eva geboten hatte, war Gottes Volk über Generationen hinweg fruchtbar und vermehrte sich (2. Mose 1,7). Es lebt nun in Goschen, in einigen der edenähnlichsten, lebensspendendsten Gebiete Ägyptens (1. Mose 47,6). Doch in diesem scheinbaren Paradies kommt ein böser König an die Macht: der Pharao. Diese neue Schlangengestalt fühlt sich von Gottes Volk bedroht und schmiedet deshalb einen listigen Plan, um dem Volk des Lebens den Tod zu bringen (2. Mose 1,8-10). Er lässt Gottes Volk leiden, wie Adam und Eva außerhalb von Eden litten. Wie Adam den Boden außerhalb von Eden bearbeiten musste, so macht der Pharao Gottes Volk zu Sklaven und zwingt es, sich in seinem Land abzumühen. Und wie Eva Schmerzen bei der Geburt litt, so greift der Pharao ihre Söhne an.
Listig verfügt der Pharao, dass die Hebammen alle neugeborenen hebräischen Jungen töten sollen, damit sich kein Sohn Evas gegen ihn erhebt (2. Mose 1,15-16). Doch Evas Töchter überlisten listig das Todesgesetz des Pharaos, und Gottes Volk nimmt weiter zu und vermehrt sich im Leben (2. Mose 1,17-21). Wütend befiehlt der Pharao allen seinen Untertanen, jeden neugeborenen hebräischen Jungen im Nil zu ertränken (2. Mose 1,22). Doch das Buch 2. Mose wird zeigen: Mit diesem Befehl zum Völkermord besiegelte der Schlangenkönig seinen eigenen Untergang.
Die Töchter Evas durchkreuzen listig den Plan der Schlange und bewahren das Leben eines kleinen Jungen. Eine hebräische Mutter bekommt heimlich einen Sohn. Scheinbar gehorcht sie dem Todeserlass der Schlange, indem sie ihren Sohn ins Wasser legt. Doch sie überlistet den Pharao. Sie schützt ihren Sohn vor dem Wassergrab, indem sie ihn in einem Körbchen versteckt (2. Mose 2,1-3). Dieses Körbchen wird »Arche« genannt – wie die Arche, die Noah baute, um vor dem Wassergrab der Sintflut gerettet zu werden (1. Mose 6,14-17). Wieder einmal schafft Gott einen Weg, um sein Volk aus dem Tod herauszuziehen und hinein ins Leben.
Unter der wachsamen Fürsorge dieser listigen Frauen wird der kleine Junge aus seinem Wassergrab herausgezogen und erhält ein neues Leben. Ironischerweise ist es die Tochter des mörderischen Pharaos, die ihn adoptiert und so genau das Leben rettet, das ihr Vater töten wollte (2. Mose 2,4-9). Sie nennt das Kind »Mose«, was »Herausgezogener« bedeutet (2. Mose 2,10). Moses Rettung zeigt: Gott wird den Pharao listig überlisten – durch das Kind, das aus dem Tod heraus ins Leben gezogen wurde.
Wo ist das Evangelium?
Gott sagte Eva, dass ihre Nachkommen ständig im Krieg mit den Söhnen der Schlange stehen würden. In dieser Geschichte überlisten Evas Töchter listig die Erlasse der Schlange und ziehen Mose aus dem Tod heraus und hinein ins Leben. Im Buch 2. Mose wird Gott Mose gebrauchen, um den Pharao, die Schlange Ägyptens, zu besiegen. Er wird sein Volk aus der Sklaverei unter dem Pharao herausziehen und hinein in die Freiheit, aus dem Tod in Ägypten heraus und hinein ins Leben. Doch die Macht der Schlange lag nicht in Ägypten oder im Pharao allein. Die Schlange, die Adam und Eva listig aus dem Leben heraus und in den Tod hineingezogen hatte, musste noch besiegt werden.
Deshalb wurde Gott selbst listig ein Kind, ein Sohn Evas, in Jesus – um die Schlange zu überlisten. Seine Mutter bekam ein Kind, verborgen in ihrem jungfräulichen Leib. Beschützt in der Arche ihres Leibes, sah Jesu Mutter, auf welch listige Weise ihr Kind die todbringenden Unterdrücker überlisten und Gottes Volk ins Leben führen würde (Lukas 1,51-53). Doch wie der Pharao im Buch 2. Mose planten die Machthaber listig den Tod dieses neugeborenen Sohnes Evas.
Nachdem Jesus geboren war, fühlte sich ein listiger König namens Herodes von einem möglichen hebräischen Aufstand bedroht. Deshalb befahl er die Ermordung aller kleinen Söhne in Jesu Heimatstadt (Matthäus 2,15-16). Doch Gott überlistete die Schlange erneut. Jesu Eltern zogen ihren Sohn aus der Reichweite des Todes heraus und hinein ins Leben. Sie flohen – ausgerechnet – nach Ägypten und zeigten damit, dass Jesus der Schlangenzertreter nach dem Vorbild des Mose sein würde, der Gottes Volk aus der Sklaverei heraus und hinein in die Freiheit führt (Matthäus 2,13-14).
In einem letzten mörderischen Erlass setzte die Schlange all ihre Unterdrücker ein, um den verheißenen Sohn Evas in den Tod zu bringen. Doch indem sie es auf Jesus abgesehen hatte, besiegelte sie ihren eigenen Untergang. Wie die Mutter des Mose scheint Jesus diesem Erlass zu gehorchen. Er legt sein Leben in die Hände derer, die ihn töten wollen (Matthäus 26,55-57). Doch indem er stirbt, überlistet Jesus listig den Plan der Schlange. Denn wie Mose aus dem Wassergrab herausgezogen wurde, so wurde Jesus aus dem Tod herausgezogen. In seiner Auferstehung hat Jesus die Macht des uralten Todbringers zertreten (1. Korinther 15,25-26). Nun sind alle, die zu Gottes Volk gehören, alle Söhne und Töchter Adams und Evas, frei von ihrer Sklaverei unter der Schlange (Hebräer 2,14-15). In Jesu Auferstehung werden wir aus dem Tod herausgezogen und hinein ins Leben.
Sieh es selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der uns aus der Sklaverei unter der Schlange rettet. Und mögest du Jesus als den erkennen, der uns aus dem Tod herauszieht und hinein ins Leben.

