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Andacht

2. Mose 16-18

Manna

In 2. Mose 16-18 sehen wir, dass Jesus das eigentliche Brot vom Himmel ist, das uns genau das gibt, was wir brauchen.

Was passiert hier?

Gott hat Israel gerade aus der Sklaverei in Ägypten befreit und will dieses Volk nun dazu erziehen, ihm zu vertrauen und als sein Königreich in der Welt zu leben. Doch bevor Israel Feinden begegnen oder Bündnisse schließen kann, muss Gott ihm eine grundlegendere Lektion beibringen: dass er immer für ihre Bedürfnisse sorgen wird.

Nur drei Tage nach der Durchquerung des Roten Meeres geht Israel das Wasser aus. Gottes Volk beginnt zu murren und fragt sich, ob Gott überhaupt für sie sorgen will (2. Mose 15,22-24). Mose schreit zu Gott, und Gott gibt Wasser. Dann erklärt Gott, dass solche Momente keine Zufälle sind, sondern Prüfungen. Durch sie will Gott Israel dazu erziehen, seiner Versorgung zu vertrauen – selbst in bitterster Not. Gott verspricht, für Israels Bedürfnisse zu sorgen und sie, wenn nötig, zurechtzuweisen, damit sie ihm vertrauen lernen (2. Mose 15,25-26). Sofort beweist er seine Treue, indem er sie zu einer Oase führt, die von Wasser überfließt (2. Mose 15,27).

Etwa einen Monat später verlässt Israel die Oase und fürchtet erneut um sein Überleben – dieses Mal wegen des Hungers (2. Mose 16,1-3). Gott kündigt die nächste Prüfung an. Er wird jeden Morgen Brot und jeden Abend Wachteln geben, aber keine Familie darf mehr als die Nahrung für einen Tag sammeln (2. Mose 16,4-5). Mose warnt Israel, dass Gott ihre Klagen gehört hat und dass der Hunger sie nicht dazu führen darf, Gott zu misstrauen (2. Mose 16,6-12). Gott erzieht sie dazu, darauf zu vertrauen, dass er jeden Morgen neu versorgen wird.

Gott schickt nachts Wachteln und morgens Brot, und das Volk isst (2. Mose 16,13-18). Doch manche bestehen die Prüfung nicht. Aus Angst, Gott werde am nächsten Tag nichts geben, bewahren sie Reste über Nacht auf, und das Brot ist voller Würmer, genau wie Gott es angekündigt hatte (2. Mose 16,19-20). Trotzdem gibt Gott ihnen fünf weitere Tage lang täglich Brot.

Dann kündigt Mose eine zweite Prüfung an. Der siebte Tag soll ein Sabbat der Ruhe sein. Gott wird an diesem Tag keine Nahrung schicken, deshalb muss Israel am sechsten Tag die doppelte Menge sammeln. Gott verspricht, dass die zusätzliche Nahrung nicht verderben wird (2. Mose 16,21-25). Wieder vertrauen manche Gott nicht und versuchen, am Sabbat Nahrung zu sammeln (2. Mose 16,27). Mose weist sie geduldig zurecht und erinnert Israel daran, dass die Ruhe selbst ein Akt des Vertrauens ist (2. Mose 16,28-30).

Eine dritte Prüfung folgt. Gott führt Israel zu einem Lagerplatz ohne trinkbares Wasser. Diesmal murrt das Volk nicht, sondern droht mit Gewalt: Sie wollen Mose steinigen, wenn nicht sofort Wasser da ist (2. Mose 17,1-4). Doch Gott antwortet mit Gnade. Er befiehlt Mose, auf einen Felsen zu schlagen, und mitten in der Wüste fließt Wasser in Fülle (2. Mose 17,5-7). Trotz ihres Versagens erzieht Gott Israel weiter dazu, darauf zu vertrauen, dass er immer versorgen wird.

Unmittelbar nach dieser Prüfung erlebt Israel als Volk die erste Bedrohung von außen. Die Amalekiter greifen Israel an, während es in der Wüste noch schutzlos ist (2. Mose 17,8). Mose ruft das Volk zum Kampf und verspricht, mit erhobenen Händen im Gebet auf einem Hügel zu stehen. Solange Mose betet, ist Israel überlegen; sobald er die Hände senkt, gewinnt Amalek an Boden. Mit der Hilfe anderer, die seine Arme stützen, hält Mose die Hände erhoben, bis Israel seine erste Schlacht als Volk gewinnt (2. Mose 17,9-13). Dann verspricht Gott, für immer mit Amalek im Krieg zu bleiben, und erklärt: Jedes Volk, das gegen Israel kämpft, kämpft gegen Gott selbst (2. Mose 17,14-16).

Doch nicht alle Völker stellen sich gegen Israel. Die Nachricht von Gottes Siegen erreicht Midian. Jitro, der Schwiegervater von Mose, ein Priester und Vertreter Midians, kommt Israel in der Wüste entgegen (2. Mose 18,1-6). Statt anzugreifen, feiert Jitro, was Gott getan hat. Er freut sich über Israels Befreiung, bringt Gott Schlachtopfer dar und feiert gemeinsam mit Mose und den Ältesten Israels ein Festmahl (2. Mose 18,7-12). Dann gibt Jitro Mose weisen Rat, wie er das wachsende Volk regieren soll, und hilft, Israels erstes Rechtssystem einzurichten (2. Mose 18,13-27). Als Bündnispartner haben Israel und Midian gemeinsam Anteil an dem, was Gott aufbaut.

Wo ist das Evangelium?

Gott will, dass sein Volk weiß: Er wird immer alles geben, was sie brauchen. Er befreit Israel aus der Sklaverei, besiegt ihre Feinde, führt sie durch Wolke und Feuer und ernährt sie Tag für Tag – auch dann, wenn sie seine Prüfungen immer wieder nicht bestehen und mit Angst oder Zorn reagieren.

Diese bedingungslose Versorgung findet ihren vollsten Ausdruck in Jesus. Jesus stellt sich ausdrücklich in diese Wüstengeschichten hinein, indem er sich selbst das Brot des Lebens und die Quelle lebendigen Wassers nennt (Johannes 6,32-35; Johannes 4,10-26). Während Israel Brot aß und Wasser trank, um dann doch wieder Hunger zu haben, verspricht Jesus eine Versorgung, die völlig sättigt. Er lehrt seine Nachfolger, um das tägliche Brot zu bitten und Gottes Versorgung jeden Tag neu zu vertrauen (Matthäus 6,11).

Jesus erfüllt auch die Geschichte Israels als Gottes Königreich, das sich in der Welt ausbreitet. Wie Abram, Mose und Israel vor ihm erfuhr Jesus Widerstand feindlicher Mächte. Doch statt gegen irdische Völker zu kämpfen, zog Jesus in den Krieg gegen die tiefsten Feinde der Menschheit – Satan und den Tod. Durch seinen Tod und seine Auferstehung entwaffnete Jesus die Mächte der Finsternis und ging als Sieger hervor (Kolosser 2,15).

Wie der Felsen in der Wüste geschlagen wurde, so wurde Jesus geschlagen, und Leben strömte hervor (Johannes 19,34; 1. Korinther 10,2-4). Wie Mose mit erhobenen Händen betete, so trat Jesus für sein Volk ein und errang den Sieg nicht durch Gewalt, sondern durch Treue. Nach seiner Auferstehung von den Toten fuhr Jesus auf als König und höchster Richter über die Welt und übertrug seine Vollmacht seinen Jüngern (Matthäus 28,16-20).

Jetzt müssen die Völker – wie schon in 2. Mose – entscheiden, wie sie darauf reagieren. Manche werden sich wie Jitro freuen, sich Gottes Werk anschließen und Bündnispartner seines Königreichs werden. Andere werden sich wie Amalek widersetzen und kämpfen. Gottes Königreich ist in Jesus gekommen, und jeder von uns muss wählen, wie er darauf antwortet.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der treu versorgt und seine alten Zusagen hält. Und mögest du Jesus sehen als den, der uns alles gibt, was wir brauchen, und uns einlädt, Bündnispartner seines Königreichs zu werden.

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