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Andacht

2. Mose 14-15

Rotes Meer

In 2. Mose 14-15 sehen wir: Weil Jesus sein Volk gerettet hat, indem er unsere Strafe trug, öffnet er uns einen Weg der Rettung.

Was passiert hier?

Gott hat sein Volk gerade aus der Sklaverei in Ägypten befreit, und jetzt führt er mehrere Hunderttausend Israeliten in die Heimat, die ihren Vorfahren versprochen worden war (2. Mose 13,17-22). Doch Gott geht es nicht nur darum, sein Volk zu befreien und zu führen; Gott sucht seine Verherrlichung. Ganz Ägypten soll erkennen, dass er mächtiger ist als der Pharao und es verdient, angebetet zu werden. Deshalb lockt Gott den Herrscher Ägyptens dazu, sein Volk anzugreifen, während es am Ufer des Roten Meeres lagert (2. Mose 14,1-9).

Als Israel in der Ferne zum ersten Mal das Aufblitzen der Streitwagen sieht, packt sie das Entsetzen, und sie fragen sich, ob es nicht besser gewesen wäre, Sklaven in Ägypten zu sein, als in der Wüste zu sterben (2. Mose 14,10-12). Doch Mose macht seinem Volk Mut: Gott hat den Pharao aus seiner Hauptstadt herausgelockt, um durch seine Vernichtung an ihm verherrlicht zu werden. Und Israel wird nicht ein einziges Schwert zu seiner Verteidigung erheben müssen (2. Mose 14,13-14).

Dieser Moment kündigte sich schon 80 Jahre früher an, als Mose in einem Korb auf den Nil gelegt und von keiner anderen als der Tochter des Pharao aus dem Wasser gezogen wurde (2. Mose 2,5). Und so sendet Gott eine Wolke, die das ägyptische Heer aufhält und sein Volk davor bewahrt, von ägyptischen Speeren getötet zu werden (2. Mose 14,15-20). Gleichzeitig teilt sich das Rote Meer, sodass ein Weg auf trockenem Land entsteht, auf dem Israel hindurchzuziehen beginnt (2. Mose 14,21-22). Als der Pharao merkt, dass Gottes Volk entkommt, umfahren seine Streitwagen die Wolke, um die Israeliten noch vor dem Übergang zu töten. Doch Gott lässt die Räder der Streitwagen im Schlamm feststecken. Die abgehärteten Soldaten schreien, dass Gott gegen sie kämpft. Dann lässt Gott – in poetischer Gerechtigkeit für die unzählbar vielen hebräischen Söhne, die der Pharao im Nil hatte töten lassen – die Wasserwände über dem Pharao und seinem Heer zusammenstürzen und beweist damit endgültig, dass er mächtiger ist als der Pharao (2. Mose 14,23-28).

Gottes Volk ist frei. Gott hat seine Verherrlichung gezeigt. Der Pharao ist vernichtet, und jeder in Ägypten und in Israel weiß: Gott ist weit mächtiger als der Pharao und verdient Ehre, Gehorsam und Anbetung (2. Mose 14,29-31). Als Antwort darauf schreibt Mose etwas, das wir Israels Nationalhymne nennen könnten. Dieses Lied feiert, wie Gott sie vor dem Heer des Pharao gerettet hat, indem er das Rote Meer über ihren Feinden zusammenschlagen ließ (2. Mose 15,1-10). Es bringt auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott weiterhin ihre Kämpfe führen, ihre Feinde in Angst und Schrecken versetzen und sie sicher in ihre Heimat bringen wird (2. Mose 15,11-18). Dann führt Moses Schwester die Frauen Israels darin an, sich daran zu erinnern, wie Gott bewiesen hat, dass er der herrlichste Gott der ganzen Welt ist (2. Mose 15,20-21). Ihr Gott hat den Pharao besiegt, und der wird niemals aus seinem nassen Grab wieder auferstehen (2. Mose 15,19).

Wo ist das Evangelium?

80 Jahre lang hatte Gott geplant, sein Volk zu retten, über den Pharao zu triumphieren und sich als herrlicher zu erweisen als jeder Herrscher der Antike. Und alles, was Israel tat, um die Rettung aus der Hand seines großen Gottes zu erleben, war: still sein, vertrauen und singen (2. Mose 14,14.31). Das Erstaunlichste an der Geschichte des Auszugs aus Ägypten ist nicht, dass Gott ein Meer geteilt hat. Das Bemerkenswerteste ist, dass die Israeliten nichts taten, um sich ihren Platz in Gottes Sieg zu verdienen. Sie vertrauten ihm (Hebräer 11,29). So handelt Gott immer – unter anderem deshalb, weil Gott auf diese Weise die größte Verherrlichung erfährt. Wenn Gott all unsere Feinde für uns besiegt und wir keinen Finger zu unserer Verteidigung rühren, dann zeigt sich: Er ist der größte Gott der ganzen Welt.

Gott rettete Israel, als es ihm vertraute und mit Mose durch die Wasser des Roten Meeres ging. Und heute verspricht Gott, uns von unseren Feinden zu retten, wenn wir dem endgültigen Anführer seines Volkes vertrauen und mit ihm gehen: Jesus. Noch wunderbarer als die Teilung eines Meeres ist, dass Jesus einen Weg mitten durch den Tod selbst gebahnt hat. Jesus wurde gekreuzigt, starb und wurde begraben. Doch Jesus sprengte die Wand seines Grabes auf, besiegte seine Feinde und bewies, dass er sogar mächtiger ist als der Tod selbst (Kolosser 2,15). All das tat Jesus ohne unsere Hilfe. Jesus hat über den Tod triumphiert und seine Verherrlichung über das Grab erwiesen. Jesus hat bewiesen, dass er der mächtigste und herrlichste Gott der ganzen Welt ist (Epheser 2,8-10). Und wir verherrlichen diesen Gott dadurch, dass wir darauf vertrauen, dass er uns rettet. So wie Israel Mose durch das Meer folgte, folgen wir Jesus durch seinen Tod. Jesus ruft uns dazu, das im Ritual der Taufe zu tun. Unter dem Wasser verbinden wir uns mit Jesus in seinem Tod – im Wissen: Wenn wir ihm unser Leben anvertrauen, werden wir für immer an seinem glorreichen Sieg über den Tod teilhaben (Römer 6,3-11). Und wie die Israeliten am gegenüberliegenden Ufer des Meeres dürfen wir von Gottes Sieg über all unsere Feinde singen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der herrlicher ist als unsere Feinde. Und mögen wir Jesus als den erkennen, der uns durch das Wasser hindurch ins ewige Leben führt.

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