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Andacht

2. Mose 28-29

Priesterkleider

In 2. Mose 28-29 sehen wir, dass Jesus unser Urteil getragen hat, um uns zu bekleiden, damit wir in Gottes Gegenwart treten können.

Was passiert hier?

Gott hat gerade die Baupläne für das Gebäude gegeben, in dem er wohnen wird. Nun gibt er ausführliche Anweisungen zum Priestertum Israels. Gottes Priester sollten Tore zwischen Himmel und Erde sein. Und Beziehung und Kommunikation zwischen Gottes Welt und unserer ermöglichen. Die Priester werden als Vermittler zwischen Gott und seinem Volk dienen. Durch die treue Vermittlung der Priester wird Gott bei seinem Volk wohnen (2. Mose 29,44-46).

Gott gibt ausführliche Anweisungen für die heiligen Kleider, die die Priester tragen sollen, wenn sie in Gottes Haus sind. In gewisser Weise kennzeichnet jedes Stück den Priester als Vertreter von Gottes Volk. Das erste Stück ist eine priesterliche Schürze, das sogenannte „Ephod“. Es ist eine wunderschön bestickte Schürze, besetzt mit Onyxsteinen, in die die zwölf Namen der Stämme Israels eingraviert sind (2. Mose 28,6-14). Ähnlich ist die Brusttasche ein besticktes Quadrat, das über dem Ephod getragen wird. Sie ist mit zwölf Edelsteinen besetzt, in die ebenfalls die Namen der Stämme Israels eingraviert sind (2. Mose 28,15-28). Als Vertreter der Stämme trägt er Gottes Volk buchstäblich mit sich, wohin er auch geht. Schließlich wird die Brusttasche „Brusttasche für die Entscheidungen“ genannt. Sie steht dafür, dass der Priester die Sorgen, die Schuld, die Sünden und die Fragen von Gottes Volk trägt und ihnen Gottes Entscheidungen zurückvermittelt (2. Mose 28,29-30).

Unter der Brusttasche für die Entscheidungen liegt das reinblaue Gewand des Priesters (2. Mose 28,31-35). Das Blau steht für den Himmel, wodurch die Edelsteine davor wie Sterne wirken. Das Gewand ist außerdem mit Granatäpfeln und Gold gesäumt, was seinen Träger an Eden erinnert. Er ist gekleidet, als würden Himmel und Erde in ihm zusammenkommen und sich begegnen. Auf dem Kopf des Priesters sitzt ein Turban mit einem goldenen Schild mitten über der Stirn. In das Gold sind die Worte „Heilig für den Herrn“ eingraviert. In diesem Zusammenhang bedeutet „heilig“: herausgehoben oder ausgesondert für die Vermittlung zwischen einem vollkommenen Gott und seinem unvollkommenen Volk (2. Mose 28,36-38). Zum Schluss wird die Unterkleidung des Priesters beschrieben. Sie wird so beschrieben, dass sie einen aufmerksamen Leser an die Kleider erinnert, die Gott seinen ersten Vertretern, Adam und Eva, gab (2. Mose 28,42-43; 1. Mose 3,21-22). Sogar die Unterwäsche der Priester macht deutlich, dass sie Vermittler zwischen Gott und seinem Volk sind.

Doch bevor die Priester eines dieser heiligen Kleider tragen und zwischen Gottes Bereich und unserem hin- und hergehen können, müssen sie in einer Zeremonie für die heilige Aufgabe ausgesondert werden, die sie übernehmen sollen (2. Mose 29,1-9). Gott ordnet eine Reihe von drei Schlachtopfern an. Ein Stier wird für ihre rituelle Reinigung geopfert. Dann werden zwei Widder geschlachtet, um die Stellung der Priester als Gottes Vermittler zu bestätigen und zu feiern. Der eine wird vollständig verbrannt, als würde Gott den Widder im Feuer „verzehren“, während die Priester den anderen Widder in einem zeremoniell vertrauten Mahl mit Gott essen (2. Mose 29,10-34). Die Priester bereiten dann sofort ein ähnliches Mahl vor, das Gott mit seinem ganzen Volk teilt. Jeden Tag sollen sie Lamm, Brot und Wein auf dem Altar opfern – als tägliches Zeichen dafür, dass Gott durch ihre Leitung bei seinem Volk wohnt und sogar mit ihm isst (2. Mose 29,35-46).

Wo ist das Evangelium?

Der letztgültige Priester, in dem sich Gottes Bereich und unserer begegnen, ist Jesus. Jesus war nicht nur so gekleidet, als wäre er die Verbindung von Himmel und Erde – er war Gott in menschlicher Gestalt (Johannes 1,1-14). Wie der Priester mit den gravierten Steinen die Sorgen und Sünden Israels sinnbildlich zu Gott trug, so trägt Gott in Jesu Leib all unsere menschliche Schwachheit (Hebräer 4,15-16). Jesus ist der letztgültige Vermittler zwischen Gott und seinem Volk, weil er ganz Gott und ganz Mensch ist.

Und wie die Priester Israels bereitet Jesus ein Opfermahl für Gottes Volk. Jesu Mahl ist kein Widder, sondern sein eigener Leib. Und wenn wir sein Fleisch „essen“ und sein Blut „trinken“, wohnt Gott bei uns und in uns. Jesu priesterliches Schlachtopfer ist das Tor zwischen Himmel und Erde; wenn wir sein Mahl essen, werden wir für immer mit Gott leben (Johannes 6,53-58). Jesus ist ein besserer Vermittler als die Priester Israels, weil er sowohl Mensch als auch Gott selbst ist. Durch seine Vermittlung schenkt Jesus immer unvermittelten Zugang zu Gott.

Jesu Schlachtopfer bringt uns mehr als nur ewigen Zugang zu Gott: Dadurch werden wir in einer Zeremonie ausgesondert, um selbst Priester zu werden. Jesus starb wie der Stier, um uns von unseren Sünden und unserer Schuld zu reinigen. Aber er starb auch, um ein Festmahl zu sein, das unsere Stellung als Gottes Vermittler in der Welt bestätigt. Durch Jesus wird Gottes Volk zu einem ganzen Königreich von Priestern (2. Mose 19,6; 1. Petrus 2,9). Wir sind jetzt Tore zwischen Gottes Welt und der Welt um uns her. Wir können die Sorgen, die Schuld, die Sünden und die Fragen unserer Nachbarn zu Gott bringen – in der Hoffnung, dass Gott unsere Gebete mit seiner Gegenwart beantwortet.

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der bei seinem Volk wohnen will. Und mögest du Jesus als den sehen, der gestorben ist, damit wir Gottes Priester sein können.

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