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Andacht

3. Mose 17-18

Blut und Sexualität

In 3. Mose 17-18 sehen wir, warum Jesus geboten hat, sein Blut zu trinken, obwohl 3. Mose es verbietet.

Was geschieht hier?

Von Anfang an war es Gottes Absicht, bei seinem Volk zu wohnen und sein Leben und seine Fülle über die ganze Welt auszubreiten. Eden war der erste heilige Raum, in dem Gott mit Adam und Eva ging und ihnen auftrug, fruchtbar zu sein, sich zu vermehren und die Erde mit seinem Leben zu füllen (1. Mose 1,28). Dieser Auftrag wurde durch Abraham erneuert, dessen Nachkommen Gott verhieß, ein Land zu erben und zum Segen für alle Völker zu werden (1. Mose 12,1-3).

Nun, in 3. Mose, hat Gottes Gegenwart den Tabernakel erfüllt – ein neues Eden, mitten unter seinem Volk gepflanzt, während es zum Gelobten Land Abrahams unterwegs ist. Doch dieses Land ist bereits von Völkern überrannt, die von der Schlange beherrscht werden. Diese Völker füllen die Erde nicht mit Leben, sondern mit dem Bösen und mit Tod. Damit seine Schöpfung wieder aufblühen kann, sagt Gott Israel in 3. Mose 17–18 dreimal, es solle nicht leben wie die Bewohner des Landes (17,7; 18,3.24). Sein Volk muss anders sein – heilig, wie er heilig ist.

Erstens darf Israel nicht wie die Völker den Dämonen opfern (17,7). Wenn es in heidnischer Anbetung Blut vergießt, verbindet es sich mit den dämonischen Mächten, die über die Völker herrschen. Doch Israels Blut gehört allein Gott. Blut ist Leben (17,11), und Leben ist Gottes Geschenk. Israels Schlachtopfer sollten zum Tabernakel gebracht werden, wo Blut reinigen, bedecken und die Gemeinschaft mit dem Gott wiederherstellen konnte, der sie vom Tod rettet.

Zweitens darf Israel seinen Körper nicht so gebrauchen wie die Völker (18,6-23). Die umliegenden Völker praktizierten sexuelle Unmoral ohne jede Grenze: Inzest, Ehebruch, homosexuelle Handlungen und sogar Sex mit Tieren. Ihre verdorbene Sexualität erinnert an die „Söhne Gottes“ und die „Töchter der Menschen“, die sich in 1. Mose 6 miteinander vermischten und die Welt mit Gewalt und Verderben füllten – was Gott dazu bewegte, die Sintflut zu bringen. Israel darf dieses Muster nicht wiederholen. Seine Sexualität sollte Gottes Ordnung, seine Gläubigkeit und sein Geschenk des Lebens widerspiegeln.

Der entscheidende Punkt ist: Israel sollte heilig sein – ausgesondert von den Völkern, unterschieden von ihnen. Gott wollte ein Volk heranwachsen lassen, das sein Leben und seine Fülle ausbreitet, nicht den Tod und das Böse der Schlange. Seine Gegenwart im Tabernakel und im Land sollte der Same eines neuen Eden sein, das eines Tages die ganze Welt segnen könnte.

Wo ist das Evangelium?

Jesus erfüllt diese Kapitel, indem er der Heilige ist, der ein neues Volk in Gottes Leben aussondert.

3. Mose verbot Israel, Blut zu trinken, weil das Leben im Blut war und es Gott gehörte (3. Mose 17,11). Doch Jesus tut etwas Erstaunliches: Er gebietet seinen Nachfolgern, sein Blut zu trinken (Johannes 6,53-56). Warum? Weil sein Blut nicht wie Tierblut ist, das allein Gott gehört, und auch nicht wie das Blut, das in heidnischen Riten getrunken wurde und Menschen mit Dämonen verband. Sein Blut *ist* Gottes Leben, das er freiwillig gibt und mit uns teilt. Indem wir sein Blut trinken, werden wir mit seinem ewigen Leben verbunden, geweiht und heilig gemacht in Gottes Gegenwart.

Wo die Völker die Sexualität entstellten, verkörperte Jesus die Gläubigkeit des Bundes. Er nennt sich selbst den Bräutigam (Markus 2,19; Johannes 3,29) und gibt sein Leben hin, um sein Volk zu reinigen und als reine Braut darzustellen (Epheser 5,25-27). Seine Ehe mit der Kirche erfüllt, was die Ehen in Israel abbilden sollten: die bundestreue Liebe Gottes.

Und wo Israel darin versagte, sich zu unterscheiden, schafft Jesus ein neues Volk, das heilig ist, wie er heilig ist. Durch seinen Geist trennt er uns von den Mächten der Finsternis und macht uns zu Gottes neuem Priestertum, das erneut den Auftrag hat, Leben und Heiligkeit in die Welt hinauszutragen (1. Petrus 2,9).

Gottes Absicht – von Eden über Abraham bis zu 3. Mose – ist in Jesus erfüllt. Er ist der Heilige, der uns sein eigenes Leben gibt, damit durch ihn Gottes Gegenwart und Fülle die Erde wieder erfüllen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk ruft, heilig und von den Völkern unterschieden zu sein. Und dass du Jesus siehst als den, der dir sein Blut gibt, dich mit seinem ewigen Leben erfüllt und dich heilig macht, damit du Gottes Gegenwart und Fülle in die Welt hinausträgst.

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