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Andacht

3. Mose 21-22

Makellose Priester und Schlachtopfer

In 3. Mose 21-22 sehen wir: Jesus ist der vollkommene Priester und das makellose Schlachtopfer, das uns den Weg öffnet, Gott nahe zu kommen.

Was geschieht hier?

Israel war berufen, heilig zu sein, wie Gott heilig ist. Heilig zu sein bedeutet, ausgesondert zu sein. Israel war ausgesondert aus den Völkern, die Bosheit und Tod in der Welt verbreiteten. Gott rief Israel dazu, anders zu leben – heilig, deutlich unterschieden –, damit es ihn vor den Völkern vertreten und sein Leben und seine Rechtschaffenheit in eine sterbende Welt bringen konnte. In diesem Sinn war Israel als Ganzes ein priesterliches Volk.

Doch innerhalb dieses priesterlichen Volkes war die Familie der Priester noch einmal besonders ausgesondert. So wie Israel Gott vor den Völkern vertrat, so vertraten die Priester Gott vor Israel. Als diejenigen, die an und in Gottes heiligem Tabernakel arbeiteten, waren sie Priester unter Priestern. Das bedeutete: Je näher sie Gott kamen, desto größer musste ihre Heiligkeit sein.

Priester durften außer in seltenen Fällen keinen Toten berühren. Ihr Äußeres sollte die Fülle des Lebens widerspiegeln, das Gott gibt – keine kahlen Stellen, keine ungepflegten Haare, keine Makel. Ihre Ehen waren eingeschränkt, um das Zeichen von Gottes treuem Bund zu bewahren. All das zeigte Israel, dass Gottes Leben ganz, vollkommen und überfließend ist – so wie Israels Heiligkeit den Völkern zeigte, dass Gottes Wege anders sind als ihre zerstörerischen Wege.

Noch höher stand der Hohe Priester. Weil er den am stärksten ausgesonderten Ort betrat – das Allerheiligste –, war sein Leben von einer noch tieferen Aussonderung geprägt. Je näher jemand der Gegenwart Gottes kam, desto heiliger, klarer unterschieden und anders als die Welt musste er sein.

Diese Logik erstreckte sich auch auf Speisen und Gaben. Israel zeigte seine Heiligkeit durch das, was es aß. Die Priester aßen Speisen, die als heilig ausgesondert waren und von den Schlachtopfern kamen. Und die Schlachtopfer selbst mussten unversehrt und ohne Makel sein. Weil ihr Blut Gott am nächsten kam, mussten auch die Gaben Leben, Ganzheit und Heiligkeit darstellen.

Je näher jemand – oder etwas – Gott kam, desto stärker musste es ausgesondert sein.

Wo ist das Evangelium?

Diese Gesetze zeigen uns, dass Gott völlig heilig und vollkommen ausgesondert ist. Alles, was sich ihm naht, muss seine Ganzheit und sein Leben widerspiegeln.

Jesus erfüllt diese Vision. Er ist der letztgültige Hohe Priester – der am stärksten Ausgesonderte –, weil er selbst Gott ist. Als Priester unter Priestern vertritt er Gott vor seinem Volk und vor den Völkern. Er zeigte der Welt Gottes Heiligkeit, indem er Toten Leben brachte, Unreine reinigte und den Bösen vergab. Sein ganzes Leben war ein für Gott ausgesondertes Leben.

Doch Jesus ist nicht nur der Priester; er ist auch die Gabe. Er ist das untadelige und kostbare Schlachtopfer. Indem er sein Leben hingab, zeigte er uns, wie Gottes Ganzheit und Gottes Leben im Handeln aussehen. Das am stärksten Ausgesonderte, was ein Mensch tun kann, ist, sein Leben in Liebe hinzugeben und dabei seinen Feinden Vergebung anzubieten. Jesus ist die letztgültige heilige Gabe.

Und die Logik von 3. Mose erfüllt sich in ihm. Je näher jemand Gott kam, desto stärker musste er ausgesondert sein. Nun aber sind wir in Jesus Gott so nahe gebracht, wie es überhaupt möglich ist – in die Einheit mit ihm durch den Geist. Paulus sagt: „Wir alle betrachten mit unverhülltem Gesicht die Verherrlichung des Herrn [und] werden in sein Bild verwandelt mit immer größerer Verherrlichung“ (2. Korinther 3,18). Je näher wir Jesus kommen, desto mehr werden wir heilig gemacht wie er.

Jesus macht uns heilig. Er wäscht uns, sondert uns aus und erfüllt uns mit seinem Geist. Er formt uns zu einem Volk von Priestern, die ihn vor der Welt vertreten. Wie Israel vor uns sind wir ausgesondert aus der Bosheit der Welt, um Gottes Leben und seine Rechtschaffenheit in sie hineinzutragen. Und wie die Priester sind auch wir die Gabe. Jesus ruft uns dazu, unseren Leib als lebendiges Schlachtopfer darzubringen, heilig und Gott gefällig (Römer 12,1).

Jesus ist der ausgesonderte Priester und die untadelige Gabe, der ein heiliges Volk schafft. Durch ihn sind wir Priester für die Völker und das Schlachtopfer, das Gottes Leben in die Welt bringt.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der vollkommen heilig und ausgesondert ist. Und mögest du Jesus als den Hohen Priester und das untadelige Schlachtopfer sehen, der uns zu einem heiligen Volk macht – zu Priestern und Gaben –, damit das Leben Gottes zu allen Völkern gelangt.

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