Was geschieht hier?
Die Apostelgeschichte geht ihrem Ende zu, während Paulus Rom immer näher kommt. Sie begann im Zentrum des jüdischen Lebens, in Jerusalem am Pfingstfest. Nun endet sie im Zentrum des Lebens der Nichtjuden, in der Hauptstadt Rom. Die Worte Jesu haben sich vollständig erfüllt – das Evangelium wurde in Jerusalem, in ganz Juda und Samaria verkündet und hat jetzt die Enden der Erde erreicht (Apostelgeschichte 1,8). Und während Paulus ins Zentrum der Macht der Nichtjuden vordringt, unterstreicht die Erzählung Gottes Herzensanliegen, die Völker zu retten.
Unter römischer Bewachung sticht Paulus in See, um in Rom vor dem Kaiser vor Gericht zu stehen (Apostelgeschichte 27,1). Die Reise ist schwierig und stürmisch. Ein Sturm bedroht alle 276 Passagiere, aber Paulus empfängt eine Botschaft von Gott, dass sie beim Schiff bleiben sollen. Die Besatzung entscheidet sich, Paulus zu vertrauen, und sie laufen auf der Insel Malta auf Grund (Apostelgeschichte 27,20-44).
Nach der Ankunft wird Paulus von einer Giftschlange angegriffen, stirbt aber nicht. Die Menschen halten ihn für einen Gott. Sie behandeln Paulus und seine Begleiter gut und versorgen sie mit einem Schiff, das sie nach Rom bringt (Apostelgeschichte 28,10).
In Rom zeigt Paulus einer großen Gruppe von Juden, wie Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung das Alte Testament erfüllt. Doch viele von ihnen weigern sich zu glauben (Apostelgeschichte 28,17.23-24).
Daraufhin zitiert Paulus den Propheten Jesaja: Sie werden hören und doch nie verstehen, weil sie ihre Ohren und Augen vor Gott verschlossen haben (Apostelgeschichte 28,26-27). Anstatt weiter eindringlich auf die Juden einzureden, wendet Paulus seinen Dienst erneut den Heiden zu, die zuhören werden (Apostelgeschichte 28,28).
So endet die Apostelgeschichte – mit Paulus, der den Heiden in Rom das Evangelium von Jesus verkündet, freimütig und ungehindert (Apostelgeschichte 28,31).
Wo ist das Evangelium?
So wie die Heiden an Bord des Schiffes mit Paulus einfach Gottes Wort vertrauen, im Boot Zuflucht suchen und gerettet werden, so können Heiden auf der ganzen Welt auf Jesus vertrauen, Zuflucht bei ihm suchen und gerettet werden (Apostelgeschichte 27,25).
Das Neue Testament vergleicht Jesus sogar mit einem Boot, das uns vor dem Sturm bewahrt. Wenn wir unseren Glauben auf Jesus setzen, sind wir vor den Stürmen unserer Schuld und Verurteilung geschützt (1. Petrus 3,21). Wir verbergen uns in Christus, wie Noah sich in der Arche verbarg und wie Paulus und seine Begleiter sich in ihrem Boot verbargen.
Dass Paulus einen Schlangenbiss auf wunderbare Weise überlebt, eröffnet die Gelegenheit, den Volksstämmen von Malta das Evangelium weiterzugeben. Gott erweist seine Vollmacht über jede andere Gottheit (Kolosser 2,15).
Wie Paulus wurde Jesus von der giftigsten Schlange überhaupt gebissen. Das offene Maul des Grabes füllte seine Adern mit dem Gift des Todes (Hebräer 2,9). Wie die Inselbewohner dachten viele, dies bedeute, dass Jesus, sein Dienst und seine Ansprüche widerlegt seien (Lukas 24,20-21). Doch während der Tod Jesus in die Ferse stach, zertrat er dessen Schlangenkopf (1. Mose 3,15).
Wie Paulus ging Jesus unversehrt aus dem Grab hervor (Lukas 24,6). Die Einheimischen von Malta hielten Paulus für einen Gott, weil er dem Tod entkommen war – doch Jesus erwies sich als Gott über allen Göttern, weil er den Tod durch seine Auferstehung für immer überwunden hat (Apostelgeschichte 17,31).
Das ist die Frohe Botschaft der Apostelgeschichte: Trotz Verfolgung bewegt sich das Reich Gottes hin zu allen Nationen und allen Völkern. Auch wenn die Gelegenheiten unter den Juden starben, kommt neues Leben zu den Heiden.
Und dieses Werk geht heute weiter. Du und ich können ins Reich Gottes aufgenommen werden, ganz gleich, wo wir sind, denn Jesus sendet seine Frohe Botschaft zu allen Völkern. Und wir dürfen dieses gute Werk fortsetzen, indem wir die Botschaft von Jesus mit allem Freimut über die ganze Erde tragen (Matthäus 28,19).
Überzeuge dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der das Licht seines Reiches zu jeder Nation auf der Erde bringt. Und mögest du Jesus als den erkennen, dessen Tod und Auferstehung allen, die ihm vertrauen, den Zugang zu diesem Reich erwirken.

