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Andacht

Apostelgeschichte 9,1-9,31

Saulus auf dem Weg nach Damaskus

In Apostelgeschichte 9,1-9,31 sehen wir die außerordentliche Barmherzigkeit und Vergebung von Jesus, mit der er seine größten Feinde rettet.

Was passiert hier?

Weil die Verfolgung immer heftiger wird, fliehen viele aus der Kirche in Jerusalem in andere Städte und Länder (Apostelgeschichte 8,1). Saulus, ein Mann, der hinter vielen Gewalttaten gegen Christen steckt, ist unterwegs, um die geflohenen Gläubigen aufzuspüren und als Gefangene nach Jerusalem zu bringen (Apostelgeschichte 9,2). 

Doch auf dem Weg unterbricht ein Licht vom Himmel Saulus' böses Vorhaben. Er begegnet dem auferstandenen Jesus (Apostelgeschichte 9,3). Diese Begegnung erinnert an Momente, in denen Gott im Alten Testament erscheint (2. Mose 19,9.16). Die Aussage ist klar: Jesus ist der Herr. 

Saulus' Blindheit ist ein sichtbares Bild für seine geistliche Blindheit (Apostelgeschichte 9,8). Er kann nicht erkennen, wer Jesus wirklich ist. Er wollte in die Stadt ziehen, um anderen Schaden zuzufügen – und nun ist er selbst der Getroffene (Apostelgeschichte 9,9). 

Gott ruft einen Christen aus der Stadt namens Hananias, Saulus die Hände aufzulegen und ihn zu heilen, und erklärt: Saulus wird das Evangelium zu den Völkern bringen. Hananias hat Angst vor Saulus, aber er gehorcht. Sofort wird Saulus mit dem Heiligen Geist erfüllt, kann wieder sehen und wird getauft (Apostelgeschichte 9,17-18). Wie Abraham erwählt Gott auch Saulus, um ein Segen für alle Völker zu sein (1. Mose 12,3). Das Evangelium war nach Jerusalem, Juda und Samaria gekommen – und nun sollte es durch Saulus und andere bis an die Enden der Erde gelangen (Apostelgeschichte 1,8). 

Saulus ist völlig verwandelt. Er wollte das Evangelium auslöschen, doch nun verkündet er es. Und in einer seltsamen Umkehrung muss er selbst um sein Leben fliehen – nach Jerusalem (Apostelgeschichte 9,20-26). Statt Christen gefangen zu nehmen, ist Saulus selbst von Christus gefangen genommen worden. Seine Verwandlung führt zu einer Zeit des Friedens für die Christen in Juda und Samaria (Apostelgeschichte 9,31).

Wo ist das Evangelium?

An Saulus sehen wir die Güte und Gnade von Jesus in ihrer ganzen Fülle. Statt dass Gottes flammende Gegenwart Saulus wegen seines harten Herzens und seiner mörderischen Absichten gegen die Kirche niederstreckt (4. Mose 17,13), rettet Gott Saulus das Leben – und die Kirche wächst. 

Dieser Augenblick zeigt, wie Gottes Kraft und Gnade unsere Erwartungen immer wieder auf den Kopf stellen. 

Das ist eine Frohe Botschaft, denn tief in uns teilen wir die Angst von Hananias. Er dachte, Saulus sei zu böse, um gerettet zu werden – zu böse, um von Gott gebraucht zu werden (Apostelgeschichte 9,13). Auch wir glauben, dass es Menschen, Bewegungen und Organisationen gibt, die Gott oder seiner Kirche so feindlich gegenüberstehen, dass er sie unmöglich zum Guten gebrauchen kann.

Doch das Evangelium zeigt uns: Das stimmt nicht. Gott gebrauchte das böse System Roms und die stolze Bewegung der Pharisäer, um Jesus an einem Kreuz zu kreuzigen. Aber das Kreuz, das den Tod von Jesus bringen sollte, bringt der ganzen Welt tatsächlich Leben. 

Und was ist, wenn wir uns wie Saulus fühlen und denken, wir seien zu böse, um von Gott gerettet oder gebraucht zu werden? Die Geschichte von Saulus zeigt: Eine Begegnung mit Jesus kann die Schlimmsten unter uns nehmen und zu Gottes erwählten Werkzeugen machen (1. Timotheus 1,15). Eine Begegnung mit Jesus kann aus einem Mörder einen machen, der Leben schenkt. 

Wir alle, ganz gleich, woher wir kommen oder was hinter uns liegt, sind berufen, dasselbe Werk weiterzuführen, für das Saulus gerettet wurde. Wir, die dem Evangelium von Jesus begegnet sind, sind nun mit dem Heiligen Geist erfüllt, um die Botschaft von Jesus bis an die Enden der Erde zu tragen. Wir sind Träger dieser Frohen Botschaft. Ganz gleich, wer du bist oder was du getan hast: Die Gnade und Kraft des gekreuzigten und auferstandenen Jesus kann dich retten und dich zur Verherrlichung Gottes gebrauchen. 

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, wie er Saulus die Augen geöffnet hat, damit du den Gott siehst, der den geistlich Blinden das Sehen zurückgibt. Und dass du Jesus als den siehst, der mit uns leidet, sodass selbst der Tod in Leben verwandelt wird.

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