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Andacht

Apostelgeschichte 21-23

Paulus in Jerusalem

In Apostelgeschichte 21–23 sehen wir, dass Jesus durch Paulus wirkte, um zu zeigen, dass sein eigener Weg nach Jerusalem, wo er verfolgt werden würde, nicht nur den Juden galt, sondern auch den Heiden.

Was geschieht hier? 

Paulus verlässt Ephesus und macht sich auf den Weg nach Jerusalem, wo er mit Sicherheit auf schreckliche Weise verfolgt werden wird (Apostelgeschichte 20,23). Trotz des unausweichlichen Leidens ist Paulus entschlossen, nach Jerusalem zurückzukehren (Apostelgeschichte 21,13-14). 

Nach seinen Reisen unter den Heiden durchläuft Paulus eine siebentägige rituelle Reinigung. Außerdem tut er ein Werk der Barmherzigkeit: Er bezahlt die Opfergaben, die vier arme Gläubige in Jerusalem brauchen, um die Gelübde zu erfüllen, die sie Gott gegenüber abgelegt hatten (Apostelgeschichte 21,23-24). 

Doch Juden aus der Provinz Asia packen Paulus und stiften einen Aufruhr an, indem sie ihn beschuldigen, Heiden in den Tempel gebracht zu haben (Apostelgeschichte 21,28). Die Menge will Paulus töten, bis die örtlichen römischen Behörden eingreifen (Apostelgeschichte 21,32). Sie nehmen Paulus in Schutzhaft und erlauben ihm, sich vor der aufgebrachten Menge zu verteidigen (Apostelgeschichte 21,40). 

Paulus erklärt, dass er ein Jude ist, der früher Christen verfolgte, so wie die Menge nun ihn verfolgt (Apostelgeschichte 22,3). Doch nachdem er auf dem Weg nach Damaskus dem auferstandenen Jesus begegnet ist, wird Paulus berufen, die Frohe Botschaft vom Messias zu den Heiden zu bringen (Apostelgeschichte 22,21). Als Paulus die Heiden erwähnt, gerät die Menge erneut in Wut und beendet seine Rede mit Gewalt (Apostelgeschichte 22,22). 

Am nächsten Tag wird Paulus vor den jüdischen Rat der führenden Männer gebracht (Apostelgeschichte 22,30). Klug bringt Paulus seine Hoffnung auf die Auferstehung der Toten zur Sprache – ein theologischer Punkt, der die Führung spaltet (Apostelgeschichte 23,9). Dadurch zerfällt die Verhandlung, und die Römer nehmen Paulus wieder in Schutzhaft (Apostelgeschichte 23,10). 

Im Gefängnis spricht Jesus zu Paulus und sagt ihm, dass er in Rom Zeugnis ablegen wird (Apostelgeschichte 23,11). Die Erfüllung dieses Wortes beginnt ganz konkret, als die römischen Wachen von einem Plan der Juden hören, Paulus zu töten (Apostelgeschichte 23,21). Um Paulus zu schützen, schicken sie ihn unter Bewachung zum römischen Statthalter Felix, wo er ein ordentliches Gerichtsverfahren erhalten soll (Apostelgeschichte 23,35). 

Wo ist das Evangelium?

Der Weg des Paulus nach Jerusalem gleicht dem Einzug Jesu in Jerusalem. Von seiner Entschlossenheit, dorthin zu reisen, obwohl die Verfolgung gewiss ist (Lukas 18,31), über seine Verhaftung durch einen aufgebrachten Mob (Lukas 22,52) bis zum Scheinprozess, der zum Eingreifen der römischen Behörden führt (Lukas 23,4) – Paulus geht in den Fußspuren Jesu. Genauso wie Jesus für Juden und Heiden gestorben ist, setzt Paulus, ein Jude, sein Leben für die Heiden ein. 

Paulus tritt dafür ein, dass die zeremoniell unreinen Heiden Gott nahe kommen dürfen – ein Bild dafür ist der Zugang zum Tempel. Darum reinigt Paulus sich selbst und bezahlt den Preis der Abbitte für die vier armen Gläubigen. Er zeigt Juden und Heiden, dass durch Jesus alle Unreinen nahe gebracht werden können und die Schulden der Armen bezahlt sind. 

Paulus weist darauf hin, dass die Juden ihn ohne die glaubwürdigen Zeugen anklagen, die das Gesetz fordert (Apostelgeschichte 23,3; 5. Mose 19,15). Wenn die Heiden Gesetzesbrecher sind, dann sind sie es genauso. Und dennoch dürfen die Juden weiterhin in den Tempel gehen. Die Juden erkennen nicht, dass ihre Zugehörigkeit zu Gottes Familie – wie auch die der Heiden – nicht auf ihrem Gehorsam beruht, sondern auf Gott, der sie erwählt hat.

Das Handeln des Paulus wird zu einem lebendigen Gleichnis, das zeigt: Durch Jesus hat Gott nun Juden und Nichtjuden gleichermaßen erwählt. Das ist eine Frohe Botschaft für alle, die sich außerhalb religiöser Gruppen, gesellschaftlicher Normen, kultureller Akzeptanz oder der ethnischen Mehrheit fühlen. Weil Jesus für unsere Abbitte bezahlt hat und uns rein macht, sind wir in seiner Gegenwart angenommen – und überall, wohin wir gehen. 

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der Unterdrückung und Verfolgung gebraucht, um der Welt die Frohe Botschaft zu bringen. Und dass du Jesus als den siehst, der unter Unterdrückung starb, um diese Frohe Botschaft zu jeder Nation, jeder Sprache und jedem Volk zu bringen. 

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